Anzeige
11. November 2014, 12:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Infrastrukturfinanzierung: Versicherer fordern geringere Eigenkapitalunterlegung

Um der deutschen Versicherungswirtschaft die Finanzierung von Infrastrukturprojekten zu erleichtern, regt ein aktuelles Gutachten an, eine eigene Risikoklasse “Infrastrukturinvestments” einzuführen. Ziel ist demnach, die Eigenkapitalunterlegung für entsprechende Bauprojekte deutlich zu reduzieren.

Infrastukturfinanzierung: Versicherer wollen Eigenkapitalunterlegung drücken

Der GDV würde den Eigenkapitalanteil für Infrastrukturprojekte gerne auf Werte zwischen 20 und 25 Prozent drücken, die zum Beispiel für Anlagen in Immobilien oder Pfandbriefen gelten.

In dem Gutachten “Private Investitionen in Deutschland”, das der Gemeinschaftsausschuss der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft gestern in Berlin vorgelegt hatte, empfehlen die Autoren ein Zusammenspiel aus staatlichen und privaten Investitionen, mit dem Ziel, Investitionen in die deutsche Infrastruktur zu erhöhen. Im Ausschuss sind sämtliche Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft vertreten, darunter der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

GDV möchte Eigenkapitalunterlegung von 49 Prozent auf mindestens 25 Prozent drücken

Der GDV begrüßt eine Neurordnung der Risikogruppen, denn bislang sind Infrastrukturinvestments mit einem Eigenkapitalanteil von 49 Prozent zu unterlegen, in Spitzen seien es sogar 59 Prozent, wie der Verband betont. Der GDV würde diesen Anteil gerne auf Werte zwischen 20 und 25 Prozent drücken, die zum Beispiel für Anlagen in Immobilien oder Pfandbriefen gelten. Zur Begründung heißt es, dass Infrastrukturinvestments unter Risikogesichtspunkten in etwa mit diesen Anlagen zu vergleichen seien.

Angesichts der historisch niedrigen Zinsen seien Versicherer an neuen Anlageklassen wie Infrastrukturinvestitionen interessiert, bekräftigt der GDV. Gleichwohl mahnt der Interessenverband neben einer Neuordnung der Eigenkapitalanforderungen weitere Veränderungen an. So hänge ein verstärktes Engagement der Versicherer auch davon ab, ob das Angebot der Projekte groß genug und über alle Sektoren verteilt sei, um Anlagerisiken breit streuen zu können.

Verband bemängelt Angebotsbreite im Bereich Infrastruktur

Hier sieht der GDV noch Nachholbedarf. So mangele es in Deutschland noch an einem breiten Angebot an Infrastrukturprojekten, heißt es. Gleichwohl lobt der Verband den Vorschlag der Gutachtenverfasser, wonach zunächst ein “Status-quo” potenzieller Infrastrukturvorhaben erhoben werden solle. Das heißt: Bevor Gelder in den Erhalt und die Modernisierung von Straßen, Brücken oder Krankenhäusern fließen, soll eine gründliche Analyse erfolgen, welche Infrastruktur in welchen Regionen “in zwanzig Jahren tatsächlich gebraucht wird”.

Gutachter fordern schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren

Wie der GDV weiter berichtet, werde in dem Gutachten die nötige gesellschaftliche Akzeptanz der Bevölkerung für staatlich betriebene Infrastrukturprojekte und private Großinvestitionen betont. Dazu werde angeregt, dass die Politik die Rahmenbedingungen für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren schaffe und dabei gleichzeitig für den Erhalt der Mitspracherechte der Bevölkerung sorge.

Dabei werde das im Juni 2013 in Kraft getretene Planungsvereinheitlichungsgesetz “als Schritt in die richtige Richtung” benannt. Mindestens ebenso wichtig seien jedoch Vorkehrungen zur Verkürzung des Rechtsweges, heißt es weiter. Hier nennt das Gutachten die Schweiz als Vorbild für eine frühe direkte Bürgerbeteiligung. (lk)

Foto: Shutterstock

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

IVFP kürt die besten Riester-Tarife

In seinem neunten Riester-Rating hat das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) 45 Tarife von 31 Anbietern auf bis zu 85 Kriterien untersucht. Die Einteilung der Produkte erfolgte in den Kategorien klassische Tarife, Klassik Plus, Index, fondsgebundene Tarife mit Garantien und Comfort. Sieger in jeder dieser fünf Kategorien wurde jeweils die Allianz.

mehr ...

Immobilien

Europace überholt Markt für Immobilienfinanzierungen

Während der Gesamtmarkt für Immobilienfinanzierungen mit einem Plus von einem Prozent stagnierte, konnte die Finanzierungsplattform Europace ihr Transaktionsvolumen nach eigenen Angaben überdurchschnittlich stark steigern.

mehr ...

Investmentfonds

ETF-Anleger gehen höheres Risiko ein

Seit Jahresbeginn ist dem europäischen ETF-Markt mit 74 Milliarden Euro doppelt so viel Kapital wie im Vorjahreszeitraum zugeflossen. Besonders stark profitiert haben Aktienfonds. Welche weiteren Trends sich am europäischen ETF-Markt durchsetzen:

mehr ...

Berater

Fondskonzept und DGFRP beschließen IT-Kooperation

Wie die Deutsche Gesellschaft für Ruhestandsplanung (DGFRP) und der Illerstissener Maklerpool Fondskonzept mitteilen, arbeiten sie ab dem 1. November in der Informationstechnologie zusammen. Hierzu bündeln die beiden Maklerdienstleister ihre IT-Lösungen und fassen Ressourcen in den Sparten Investment und Versicherungen zusammen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Frankreich-Immobilienfonds verlängert mit Airbus

Der Asset Manager Real I.S. aus München hat für den Privatkundenfonds Bayernfonds Frankreich 1 vier Mietvertragsverlängerungen mit Airbus am Standort Toulouse-Blagnac in Frankreich unterzeichnet.

mehr ...

Recht

Musterfeststellungsklage: BdV hofft auf schnelle Lösung

Der Bund der Versicherten (BdV) hält die Einführung eines Musterfeststellungsverfahrens für sinnvoll. “Nur so kann eine zügige und kostengünstige Durchsetzung von Ansprüchen, die einer Vielzahl von Verbrauchern zustehen, ermöglicht werden – so zum Beispiel auch im Bereich der Lebensversicherung”, sagte Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

mehr ...