RGA mahnt individuellere Tarifkalkulation an

Der US-Rückversicherer RGA empfiehlt den Lebensversicherern in Deutschland, ihre Bestandsdaten stärker als bisher zu nutzen. Sowohl Produktgestaltung als auch Tarifkalkulation könnten dadurch deutlich verbessert werden, so RGA.

Dr. Klaus Mattar, RGA: „Im heutigen Marktumfeld können Versicherer es sich nicht leisten, wertvolle Informationen in ihren Bestandsdaten ungenutzt zu lassen.“

Mit statistischen Verfahren sei es möglich, „eine Analyse auf Basis der Einzelrisiken eines Versicherers durchzuführen, die Rechnungsgrundlagen also aus dem Einzelbestand abzuleiten“, sagte Dr. Klaus Mattar, Managing Director bei RGA in Deutschland, gestern auf einer Veranstaltung in Köln, zu der das Unternehmen Aktuare von deutschen Versicherungsunternehmen einlud. Damit könnten Lebensversicherer ihre Risiken genauer quantifizieren und Produkte nach verschiedenen Risikomerkmalen differenzieren, so Mattar.

Sterbetafeln oft nicht auf individuellen Bestand zugeschnitten

Versicherungsmathematiker nutzten traditionell Sterbetafeln, um biometrische Risiken zu quantifizieren, Versicherungsleistungen zu berechnen und Rückstellungen für künftige Leistungen zu kalkulieren, erklärt RGA. Diese seien jedoch oft nicht auf den individuellen Bestand zugeschnitten, sondern bilden einen Datenpool oder einen Bevölkerungsdurchschnitt ab. „Im heutigen Marktumfeld können Versicherer es sich nicht leisten, wertvolle Informationen in ihren Bestandsdaten ungenutzt zu lassen“, betont Mattar.

Mattars Branchenkollge Kai Kaufhold, Managing Director des Dienstleisters Ad Res Advanced Reinsurance Services, ergänzt: „Sowohl für eine wettbewerbsfähige Produktgestaltung als auch für das Risikomanagement ist es wichtig, dass Versicherer Risiken wie Sterblichkeit, Berufsunfähigkeit oder Storno differenziert bewerten.“ Bestimmte Analyseverfahren ermöglichten es, unternehmenseigene Rechnungsgrundlagen zu erstellen, ohne dass der Versicherer auf einen Pool von Daten mehrerer Unternehmen zurückgreifen müsse, so Kaufhold. (lk)

Foto: RGA

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