PKV: Gezerre um das Tarifwechselrecht

Zudem wirke sich ein niedriger Beitrag auf spätere Wechseloptionen im Alter aus. „Es gilt, die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden mit der langfristigen Wirkung bis hin zum Rentenalter, die Wirkung des Bürgerentlastungsgesetzes, die Höhe des Selbstbehalts, ein späteres erneutes Wechseln und vieles mehr zu berücksichtigen“, gibt Güssler zu bedenken und ergänzt: „Der derzeitige einseitige Blickwinkel nur auf die größtmögliche Beitragsersparnis greift in den meisten Fällen zu kurz.“

Kritik an Wechselberatern

Damit spielt Güssler auf das Geschäftsmodell spezieller Wechselberatungsgesellschaften an, bei denen sich die Vergütung zumeist an der Beitragsersparnis im ersten Jahr nach der Tarifumstellung orientiert – dies können mehrere Tausend Euro sein.

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Bei Assekurata sieht man daher eine Verknüpfung von Honorar und Beitragseinsparung „nicht unkritisch“. So könnten Berater dadurch verleitet werden, Kunden in leistungsschwächere Tarife umzuwidmen, heißt es.

Nicola Ferrarese, Geschäftsleiter der Wechselberatungsgesellschaft Minerva KundenRechte in Grünwald, geht auf die Kritiker seines Geschäftsmodells offen zu: Man habe sich für ein „ersparnisbezogenes Honorar“ entschieden, da dieses vom Kunden als einziges Modell akzeptiert werde, so Ferrarese.

„Ersparnisbezogenes Honorar“

Gleichwohl sei die Forderung berechtigt, dass im Rahmen eines PKV-Tarifwechsels die Ersparnis nicht aus der Reduzierung von Leistungen resultieren sollte, räumt er ein. „Es ist ausschlaggebend, dass der Berater sich verpflichtet, nur gleichwertige Tarife zu empfehlen – übrigens unabhängig davon, ob er ersparnisbezogen, nach Aufwand oder zum Festpreis berät“, betont Ferrarese. Denn auch beim aufwandsbezogenen oder pauschalen Honorar werde der Kunde mit einer größeren Ersparnis zufriedener sein und ein höheres Honorar bereitwilliger akzeptieren, argumentiert der Wechselberater.

Seite vier: Gezerre um den Kunden

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