27. März 2015, 17:08
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BdV: Jugendliche wissen wenig über Versicherungen

Jugendliche offenbaren beim Thema Versicherungen große Wissenslücke, meint der Bund der Versicherten (BdV) nach Durchführung einer kleinen unrepräsentativen WhatsApp-Umfrage unter 15- bis 18-Jährigen. Die Vermittlung von Versicherungs- und Finanzwissen gehöre daher auf den Stundenplan, fordern die Verbraucherschützer.

BdV: Jugendliche wissen wenig über Versicherungen

Neben besserer Schulbildung wünscht sich der BdV außerdem “jugendkonforme und unabhängige Plattformen”, auf denen sich Jugendliche über Finanzthemen informieren können.

Das Thema Versicherung werde in der Schule so gut wie gar nicht behandelt, sei eine häufige Reaktion der Befragten gewesen, teilt der BdV mit. Auch die weiteren Antworten der Jugendlichen würden “dringenden Handlungs- und Informationsbedarf” aufzeigen. Ein Zusammenschnitt der Antworten hat der BdV auf seiner Webseite hinterlegt.

BdV: Finanzthemen werden an Schulen “sträflich vernachlässigt”

Versicherungen und Finanzprodukte seien ein wichtiger Bestandteil des Lebens, sagt BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein, daher sollten diese Themen “stärker Eingang in die Lehrpläne finden”. Derzeit würden die Themen Versicherung, Altersvorsorge und Finanzdienstleistungen an den Schulen jedoch “sträflich vernachlässigt”.

Kleinlein schlägt vor, das Thema Versicherungen in verschiedenen Fächern zu behandeln, da es sehr weit gefächert sei. “Wenn es um Recht oder Wirtschaft geht, gilt es das Thema Versicherung anzusprechen. Auch im Mathematikunterricht gilt es mit Zinseszinsrechnung wichtige Grundlagen zu vermitteln.” Um politische Zusammenhänge zu begreifen sei es wichtig, so Kleinlein weiter, das Know-How zu erwerben, um etwa “den starken Einfluss der Versicherungslobby erkennen zu können”.

“Weder Versicherungslobbyisten noch deren Gegenspieler sollten Lehrinhalte festlegen”

Auf die Unterstützung aus der Versicherungswirtschaft möchte Kleinlein daher verzichten: “Wenn Versicherungslobby oder -unternehmen in die Schulen gehen, um die Finanzbildung zu forcieren, wird eine unabhängige Bildung verhindert.” Wichtig sei es deshalb, so der BdV-Chef, dass die Lehrinhalte “neutral festgelegt und vermittelt werden” – und nimmt sich dabei selbst raus: “Weder Versicherungslobbyisten noch deren Gegenspieler sollten Lehrinhalte festlegen”, sagt Kleinlein.

Neben besserer Schulbildung wünscht sich der BdV außerdem “jugendkonforme und unabhängige Plattformen”, auf denen sich Jugendliche über Finanzthemen informieren können. “Wir brauchen mehr jugendgerechte und unabhängige Angeboten zur Versicherungs- und Finanzbildung”, fordert Kleinlein. Hier seien sowohl die Länder als auch der Bund aufgefordert mit zielgruppenspezifischen Angeboten “dieser Bildungsmisere Einhalt zu gebieten”. (lk)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Prozess um Millionenbetrug mit Kapitalanlagen

Eine Anlagenfirma aus der Schweiz hat über 5.800 Anleger um mindestens 60 Millionen betrogen. Nun müssen sich vier Beschuldigte vor dem Münchner Landgericht verantworten. Für die Anleger gibt es noch Hoffnung, entschädigt zu werden.

mehr ...

Immobilien

Immobilienpreisanstieg im Norden und Osten weniger schwunghaft

Die Preise für Wohnimmobilien im Norden und Osten Deutschlands steigen im ersten Quartal 2018 weiter – für Wohnungen allerdings mit gedrosseltem Tempo. Laut Trendindikator Immobilienpreise des Finanzdienstleisters Dr. Klein (DTI) ist die Entwicklung in Berlin nach wie vor am dynamischsten: Im Jahresvergleich kosten Wohnungen über 15 Prozent mehr, verglichen mit dem vorigen Quartal sind Häuser um rund vier Prozent teurer.

mehr ...

Investmentfonds

Yen zur Portfolioabsicherung

Die japanische Währuing Yen hat nicht nur attraktive defensive Eigenschaften. Er kann zudem die Portfolioperformance aufgrund einer Reihe von Faktoren positiv beeinflussen. Ein Gastbeitrag von Jason Borbora, Investec AM

mehr ...

Berater

Deutsche haben ihre Finanzen im Griff – nach eigener Einschätzung

Die Deutschen sind überzeugt davon, gut mit ihrem Geld umgehen zu können. Mehr als drei Viertel haben nach eigenen Angaben einen sehr guten oder guten Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben. 88 Prozent beschäftigen sich regelmäßig mit ihren Ausgaben, 22 Prozent sogar täglich. Das sind Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Umfrage von Geld und Haushalt, dem Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...