Studie warnt Assekuranz vor kurzfristigen Budgetkürzungen

Kurzfristiges Effizienzdenken führt Versicherungsunternehmen nicht zum langfristigen Erfolg, ergab eine aktuelle Studie des Bearing Point Institute. Dennoch neigten viele Versicherer zu kurzfristigen Kosteneinsparungen, um auf verschärfte Bedingungen am Markt zu reagieren, meinen die Studienautoren.

Versicherer mit einem starren Geschäftsmodell sollten vor allem ihre Kundenorientierung stärken, die Entwicklung ihrer Produkte und Services beschleunigen sowie Frühwarnindikatoren einrichten, so die Studie.

Laut der Studie diskutiert das Topmanagement in der deutschen Assekuranz durchaus Strategien, „die nicht Produkte, sondern Kunden in den Mittelpunkt stellen“. Zudem gebe es ein gutes Verständnis für Trends und Veränderungen am Markt. Trotzdem versäumten viele Versicherer, ihr Geschäftsmodell entsprechend anzupassen, und setzten eher auf Maßnahmen zur kurzfristigen Kosteneinsparung.

Kurzfristige Ausgabenkürzungen seien „kontraproduktiv“

Dies sei allerdings kontraproduktiv, urteilen die Berater. „Kurzfristige Ausgabenkürzungen können die Fähigkeit einer Organisation, flexibel auf Veränderungen am Markt zu reagieren, zu ihrem eigenen Nachteil einschränken“, sagt Matthias Röser, Partner bei Bearing Point.

Dies erleichtere es Playern aus dem digitalen Bereich, im Markt Fuß zu fassen. „Von jeden zehn Euro, die ein Unternehmen durch kurzfristige Effizienzoptimierung einspart, sollte es einen Euro in seinen Change Prozess hin zu einem anpassungsfähigen Versicherer investieren“, empfiehlt Röser.

Laut Studie sind viele Unternehmen aber noch auf dem Stand von vor 30 Jahren und kämpften mit „niedrigen Margen, steigenden Ansprüchen auf Kundenseite und dem Wunsch nach mobilen Anwendungen“.

Vier Handlungsempfehlungen für Versicherer

Versicherer mit einem starren Geschäftsmodell sollten vor allem ihre Kundenorientierung stärken, die Entwicklung ihrer Produkte und Services beschleunigen sowie Frühwarnindikatoren einrichten, so die Studie.

Das heißt konkret, dass interne Prozesse an die „Customer Journeys“ angepasst werden sollten und weniger an die Lieferzyklen von Produkten und Services. Als zweite Maßnahme empfehlen die Berater, dass alle Kanäle – von mobilen Anwendungen bis zum Direktkontakt im Call Center – miteinander zu verbinden seien, um „ein reibungs- und nahtloses Kundenerlebnis“ zu schaffen.

Darüber hinaus raten die Autoren der Studie, eine flexible IT-Struktur zu implementieren, damit Produktinnovationen und -verbesserungen schnellstmöglich umgesetzt werden könnten. Zudem gelte es, individuelle Stärken und Eigeninitiative von Mitarbeitern zu fördern sowie Fortbildung und Motivation zu stärken. (lk)

Foto: Shutterstock

 

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