Anzeige
21. Mai 2015, 16:20
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Beschwerdefälle in der BU: Streitfall psychische Erkrankungen

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gab im vergangenen Jahr weniger Anlass zu Beschwerden. Zugleich zeigt sich, dass Konflikte in der BU immer häufiger auf psychische Erkrankungen zurückgehen.

Beschwerdefälle in der BU: Streitfall psychische Erkrankungen

Beschwerden mit psychischem Hintergrund würden komplizierte medizinische Fragen aufwerfen, die nicht immer im Ombudsmannverfahren geklärt werden könnten, heißt es im Jahresbericht der Schlichtungsstelle.

Wie der Versicherungsombudsmann am Donnerstag in Berlin mitteilte, sank die Zahl der zulässigen Eingaben im Rahmen der BU von 478 auf 411 (minus 14 Prozent) – das entspricht 3,2 Prozent aller zulässigen Beschwerden.

Die zunehmende Tendenz von psychischen Erkrankungen als Ursache für Berufsunfähigkeit spiegelte sich auch im Ombudsmannverfahren wieder, heißt es im Jahresbericht für 2014. Insbesondere zeigte sich, berichtet die Schlichtungsstelle, dass Arbeitsplatzkonflikte häufig Anlass für lange Krankschreibungszeiten waren.

Beweiserhebung in der BU gestaltet sich schwierig

Beschwerden mit psychischem Hintergrund würden komplizierte medizinische Fragen aufwerfen, die nicht immer im Ombudsmannverfahren geklärt werden könnten, heißt es weiter. Grund hierfür sei meist, dass eine Beweiserhebung in Form einer Anhörung von Sachverständigen nötig gewesen wäre. Problematisch sei zudem, teilen die Schlichter mit, wenn Sachverständige sich nicht zu den Gesundheitsverhältnissen in zurückliegenden Zeiträumen äußerten – obwohl diese relevant gewesen wären.

Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflichten – ein Dauerbrenner in der Schlichtungsstelle

Wie bereits in den Vorjahren drehten sich viele Beschwerden um die Frage, ob der Beschwerdeführer vorvertragliche Anzeigepflichten (insbesondere durch falsche Gesundheitsangaben) verletzt hatte und welche Rechtsfolgen sich daraus gegebenenfalls für den Versicherungsvertrag und für die beantragte Versicherungsleistung ergaben.

Zu prüfen habe man in der Regel die Wirksamkeit einer Anfechtung des Versicherungsvertrages wegen arglistiger Täuschung, der Rücktritt vom Vertrag oder dessen Kündigung durch den Versicherer. Zum Teil ging es laut Jahresbericht aber auch um “die einseitige rückwirkende Anpassung des Versicherungsvertrages, die das Versicherungsvertragsgesetz unter bestimmten Umständen zulässt”.

Diese könne vorgenommen werden, wenn der Versicherungsnehmer zwar seine Anzeigepflicht verletzt habe, der Vertrag jedoch auch bei Kenntnis der nicht angezeigten Umstände, wenngleich zu anderen Bedingungen, zustande gekommen wäre. “In diesen Fällen wandten sich die Beschwerdeführer überwiegend gegen den rückwirkenden Ausschluss des Versicherungsschutzes für eine durch bestimmte Krankheiten verursachte Berufsunfähigkeit”, so die Schlichter.

Seite zwei: Beratungs- und Antragsgespräch kommt große Bedeutung zu

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Altersvorsorge für Beamte: Kein Grund für Neiddebatte

Die Rentenfrage wird 2019 ein Topthema. Eine neue Studie zeigt, welche Vorteile das System zur Altersvorsorge von Beamten bietet. Es lässt sich auf die einfache Formel bringen: Je jünger die Beamten sind, umso höher sind die Rentenanwartschaften im Vergleich zu Angestellten. Warum dieser Befund kein Grund für eine Neiddebatte darstellt.

mehr ...

Immobilien

Reform der Grundsteuer: Welches Modell die größten Chancen hat

Im Ringen um eine Reform der Grundsteuer gibt es vorsichtigen Optimismus für eine Einigung auf ein Kompromissmodell, das Städten und Kommunen 14 Milliarden Euro an Einnahmen pro Jahr sichern soll. Womöglich könne man in den kommenden drei Wochen zu einem gemeinsamen Modell kommen, teilte Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Dienstag mit.

mehr ...

Investmentfonds

May verliert Brexit-Abstimmung im britischen Unterhaus

Beinahe schon erwartungsgemäß ist Premierministerin Theresa May im britischen Parlament mit ihrem gemeinsam mit der EU ausgehandelten Abkommen für einen geordneten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union gescheitert.

mehr ...

Berater

Solvium Capital trotzt der P&R-Pleite

Solvium Capital, Anbieter von Direktinvestments in Container und sogenannte Wechselkoffer, hat im Jahr 2018 erneut eine Vertriebsleistung von mehr als 53 Millionen Euro erreicht und damit das Umsatzergebnis des Vorjahres bestätigt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Erstmals auch Schuldverschreibungen im Angebot

Der neue Spezial-AIF “Vier Metropolen III”, den Project Investment für institutionelle Anleger aufgelegt hat, investiert wie seine beiden Vorgänger in Wohnimmobilienentwicklungen. Es gibt aber auch Neuerungen.

mehr ...

Recht

BGH: Kein Geld zurück bei Technik-Panne am Flughafen

Der Anschlussflug ist weg, der Ärger groß: Dennoch gibt es nicht bei jeder größeren Verspätung eine Ausgleichszahlung für Passagiere. Das macht der BGH in einem aktuellen Urteil deutlich.

mehr ...