15. Mai 2015, 10:15
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Biometrie-Policen: Eine Frage des Preises – nicht der Priorität

Neun von zehn Deutsche (91 Prozent) verfügen über eine Haftpflichtversicherung, acht von zehn (79 Prozent) über eine Hausratversicherung. Von solchen Traum-Quoten sind Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) und Pflegepolicen weit entfernt – meist nicht, weil die Bundesbürger ihre Prioritäten falsch setzen, sondern sich der Preis als zu hohe Hürde erweist. Die Branche will den Kunden entgegen kommen.

Preisanstieg in Biometrie-Policen: Eine Frage des Preises - nicht der Priorität

Mehr als ein Viertel der Teilnehmer (27 Prozent) hat sich demnach sogar schon einmal “ganz bewusst, etwa aus Kostengründen, gegen eine Versicherung entschieden”, erklären die Studienmacher.

Nur 29 Prozent der Deutschen verfügen über eine BU-Absicherung, noch weniger über eine Pflegevorsorge (24 Prozent), ergab eine aktuelle Umfrage des Finanzkonzerns Swiss Life Deutschland. Mit einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber diesen Absicherungsformen ist deren bescheidener Verbreitungsgrad jedoch nicht zu klären, denn insbesondere die BU stößt bei vielen Verbrauchern auf großes Wohlwollen.

So zeigt die Umfrage beispielsweise auch, dass 31 Prozent der Befragten, schon einmal eine Versicherung nicht abgeschlossen hatten, obwohl sie diese prinzipiell für sinnvoll hielten. In dieser Kategorie führt laut Swiss Life die BU mit 27 Prozent der Nennungen die Top 3 an, gefolgt von der privaten Krankenzusatzversicherung (18 Prozent) und der privaten Pflege- oder Pflegezusatzversicherung (zwölf Prozent).

Welcher Fliesenleger kann 150 Euro im Monat für eine BU aufbringen?

Mehr als ein Viertel der Teilnehmer (27 Prozent) hat sich demnach sogar schon einmal “ganz bewusst, etwa aus Kostengründen, gegen eine Versicherung entschieden”, erklären die Studienmacher. Das verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass insbesondere die Absicherung der eigenen Berufstätigkeit zu einer teuren Angelegenheit werden kann.

So müsste beispielsweise ein 35-jähriger Fliesenleger bei der Zurich Versicherung satte 147,28 Euro im Monat aufbringen, wenn er eine monatliche BU-Rente von 1.000 Euro absichern möchte – eine Prämie, der mittlerweile ein ganz normales Angebot in der deutschen Versicherungsbranche darstellt.

BU-Markt offenbart große Preisunterschiede

Bereits seit einigen Jahren treten im BU-Markt große Preisunterschiede zwischen den Berufsgruppen zutage. Tätigkeiten, die ein unterdurchschnittliches Risiko (unter 25 Prozent) haben, dass der Arbeitnehmer diese aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig beenden muss, werden von den Versicherern günstiger gestellt als sogenannte Risikoberufe. Ein Sachbearbeiter im Büro zahlt deshalb für die gleiche Rente oft nur ein Drittel der Prämie, die für einen Handwerker fällig wird.

Seite zwei: “Immer mehr Anbieter erweitern das Produktsortiment”

1 Kommentar

  1. Problematik erkannt, aber falsche Lösung

    Löblich, dass die immer stärkere Differenzierung nach Berufsgruppen als Problem erkannt wurde.

    Durch die immer stärkere Differenzierung nach Berufsgruppen wird der BU-Schutz ausgerechnet für kaufmännische und akademische Berufe (Berufsgruppen A und A+) – bei steigendem Leistungsumfang – immer billiger während der BU-Schutz ausgerechnet für diejenigen unbezahlbar wird, die ihn am nötigsten brauchen. Für Berufe mit höherem Risiko wie Maler oder Berufskraftfahrer (Berufsgruppen C und D) sind die Prämien in den letzten Jahren zum Teil deutlich gestiegen.

    Aber die Versicherer machen sich Lösung des Problems mal wieder zu einfach:

    Ein eingeschränkter Versicherungsschutz für die Berufsgruppen C und D in Form von Erwerbsunfähigkeitsversicherungen oder Grundfähigkeitspolicen ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Besser wäre es, die Lebensversicherer würden die (überflüssige) Vielfalt der Berufsgruppen reduzieren, sodass Akademiker in den Berufsgruppen A und A+ mit einer höheren Prämie die Handwerker in den unteren Berufsgruppen beitragsmäßig entlasten. Aber hier fehlt sowohl die Einigkeit der Versicherer untereinander als auch der Mut zur Durchsetzung. Wie immer geht man den Weg des geringsten Widerstandes – zu Lasten der Versicherungsnehmer und damit auch auf Kosten der Glaubwürdigkeit der Versicherer.

    Wann begreift die Branche endlich, was Verbraucherfreundlichkeit und Transparenz bedeuten? Lieber sägt man an dem Ast auf dem man(n) sitzt…

    Kommentar von Marcus Dippold — 18. Mai 2015 @ 14:03

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