BU-Policen: Aushöhlung der Versicherungsidee bietet neue Chancen

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist derzeit das meist diskutierte Versicherungsprodukt. Kaum ein Tag vergeht, an dem es keine Meldungen gibt, dass sich die Bedingungswerke verbessern, sich die Prämien und Berufsgruppen differenzieren. „Die BU“ wird als alternativloses „Absicherungs-Muss“ dargestellt.

Die Haff-Kolumne

Tobias Haff, Procheck24

Dieser Wettkampf um immer bessere Tarifbedingungen und niedrigere Prämien führte dazu, dass der Versicherungsgedanke über die Jahre massiv ausgehöhlt wurde.

Das unglückliche Ergebnis: Diejenigen, die den Versicherungsschutz wirklich – und zu „leistbaren“ Beiträgen – benötigen, erhalten ihn nur noch eingeschränkt oder gar nicht. Innovation bedeutete hauptsächlich ausgefeilte Tarifstrukturen zu entwickeln.

Um das Produkt „BU-Versicherung“ vermeintlich marktgerechter zu gestalten, haben die Versicherer es auf einzelne Kunden zugeschnitten statt im Versichertenkollektiv einen Ausgleich der Risiken zu ermöglichen (der eigentliche Ansatz einer Versicherung!). Am Ende blieben dabei nicht einmal tragfähige BU-Renten übrig.

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Wo bleibt der Mehrwert für den Kunden?

Zwar haben viele Verbraucher die BU abgeschlossen, herausgekommen ist dabei im Schnitt ein Versorgungsniveau in Höhe der Alg-II-Versorgung. Das hat zuletzt Franke und Bornberg im Juli letzten Jahres bestätigt. Laut deren Untersuchung beträgt die versicherte BU-Rente im Schnitt nur rund 770 Euro.

Statt sich zu fragen, ob sich Haftungsrisiken bei der Vermittlung von Alternativprodukten ergeben, wäre die Diskussion wichtiger, ob es für den Kunden sinnvoll ist eine Versicherungsleistung zu bezahlen, die er auch aus der Grundsicherung heraus beziehen kann.

Seite zwei: Neue Chancen für Berater

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