„An neue Produkte muss sich der Markt noch gewöhnen“

Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg, erläutert im Interview die aktuellen Strategien der Versicherer im Bereich der Arbeitskraftabsicherung, die Gefahr einer Schieflage im BU-Markt und erklärt, warum eine Loslösung von der BU so schwer fällt.

Michael Franke: „Es macht wenig Sinn, alle Produkte zur Arbeitskraftsicherung nur an der BU zu messen.“

Cash.: Die Absicherung biometrischer Risiken, wie Arbeitskraftverlust, Pflegebedürftigkeit, Tod und Langlebigkeit, gehören zu den Kernkompetenzen, auf die sich die Versicherer verstärkt zurückbesinnen. Welchen Stellenwert hat dabei die Arbeitskraftsabsicherung in den Biometriestrategien der Versicherer?

Franke: Ganz unterschiedlich. Einen wesentlichen Einfluss hat das LVRG, denn Risikogewinne müssen jetzt zu 90 Prozent an Kunden ausgeschüttet werden. Die Marge für Versicherer ist somit gesunken. Einige Anbieter haben deshalb ihr Engagement bereits zurückgefahren, während andere sogar verstärkt investieren.

Eine erweiterte Strategie zur Arbeitskraftsicherung dürfte zu einer Imagefrage werden, denn bei rund 75 Prozent Nichtversicherten unter den Erwerbstätigen macht die Branche – auch politisch – keine gute Figur. Immer mehr Anbieter erkennen das und erweitern das Produktsortiment.

Im Februar erklärten Sie, dass die Versicherer den Ausbau von Modellen zur aktiven Begleitung des Kunden zu Beginn und während des Leistungsfalles forcierten. Was sind die Gründe für diese Entwicklung?

Es geht auch hier zum Teil um Imagefragen. Durch stärkere Unterstützung der Kunden im Leistungsfall wird der Versicherer positiv wahrgenommen. Der Bedarf ist offensichtlich, denn die Kunden sind bei Stellung des Leistungsantrags oft gesundheitlich schwer angeschlagen und werden dann mit umfangreichen Fragebögen zu Themen konfrontiert, über die sie sich vorher nie Gedanken gemacht haben.

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Es gibt aber auch ganz pragmatische Gründe. Die Regulierungsdauer verkürzt sich und selbst Ablehnungen werden eher akzeptiert, da der Versicherer nicht mehr anonym bleibt und die Vorgehensweise nachvollziehbarer wird.

Seite zwei: „Man darf keine unrealistischen Erwartungen hegen

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