Anzeige
10. Dezember 2015, 12:18
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

EU-Vermittlerrichtlinie IDD: Handlungsbedarf bei der Assekuranz

Über die Hälfte der deutschen Versicherer hat sich noch nicht mit der neuen EU-Vermittlerrichtlinie IDD (Insurance Distribution Directive) beschäftigt. Laut den Ergebnissen einer aktuellen Studie der Hamburger Unternehmensberatung PPI AG herrscht dringender Handlungsbedarf bei den Assekuranzen.

EU-Vermittlerrichtlinie IDD

Das EU-Parlament stimmte am 24. November mit deutlicher Mehrheit für eine neue Richtlinie über die Vermittlung von Versicherungen, die Ende 2017 in Kraft treten soll.

54 Prozent der Gesellschaften habe demnach angegeben, noch gar nicht mit der notwendigen Informationssammlung zur Vorbereitung der IDD-Umsetzung begonnen zu haben.

Lediglich elf Prozent der Versicherer seien bestenfalls die Hälfte der anstehenden Themen hausintern angegangen.

Hohe Anforderungen

Dies könne die rechtzeitige Umsetzung in 2018 gefährden, denn den Studienautoren zufolge komme auf die Gesellschaften einiges zu: Höhere Anforderungen an Vergütungssysteme, an die Aus- und Weiterbildung sowie an die Produkt- und Kundenberatung.

Sascha Däsler, Experte für den Versicherungsvertrieb bei PPI, empfiehlt den Unternehmen, die IDD frühzeitig in ihre Projektplanung für 2016 einzubeziehen und zu prüfen, inwieweit sich die neuen Anforderungen in bereits laufende Digitalisierungsprojekte von Vertriebs- und Kommunikationswegen integrieren lassen.

Auskünfte zu Provisionen

Als Beispiel nennt der Versicherungsexperte Auskünfte zu Provisionen, die die Versicherer bald auf “Knopfdruck offenlegen” müssten. Hier sollten IT-Anwendungen und Vertriebsprozesse auf den Prüfstand.

Im Rahmen der Studie wurden die IDD-Verantwortlichen von 46 Versicherungen befragt. (nl)

Foto: Shutterstock

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. IDD erfordert für „Vermittler“ auf jeden Fall eine Umstellung im Beratungsprozess für Altersvorsorgeprodukte und Geldanlagen. Nur wenn die NEUE „Geeignetheitsprüfung“ im Vorfeld der Vermittlung gerichtsfest dokumentiert wird, gibt es eine Beweislastumkehr. Wird dieser individuelle, auf Ziele & Wünsche und Risikoverträglichkeit abgestimmte mehrstufige Beratungsprozess, vergleichbar zur „ganzheitlichen Finanzberatung“ mit i.d.R. 3-4 Terminen nicht durchgeführt, ist das Storno bei ersten Wertschwankungen von Geldanlagen garantiert.

    Fazit: Wer sich diesen zeitaufwendigen Beratungsprozess nicht gegen eine Gebühr absichert, wird wesentlich häufiger „Umsonst-Beratungen“ durchführen. Oder er nutzt z.B. die Erfahrungen von Joachim König „Für Finanzplanung wird-gerne-Honorar-gezahlt“ s. auch mwsbraun.de.

    Kommentar von Frank L. Braun — 11. Dezember 2015 @ 08:55

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...