23. Februar 2015, 12:09
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“Der Einzelmakler ist schon jetzt tot”

Oliver Pradetto, Geschäftsführer des Lübecker Maklerpools Blau direkt, hat mit Cash. über die Folgen des LVRG, die künftige Rolle der Honorarberatung und die Bedeutung von Pools gesprochen.

Oliver Pradetto: Der Einzelmakler ist schon jetzt tot

Oliver Pradetto: “Der eigentliche Gegner kommt, wenn die US-Internetkonzerne in den Versicherungsmarkt einsteigen.”

Cash.: Blau direkt hat unlängst eine Anpassung der Vergütung angekündigt. Wie sieht diese genau aus?

Pradetto: Es ist uns bisher gelungen, die Abschlussprovisionen in keiner Position zu senken. Einige Versicherer, die nicht schon zum Januar ihre Vergütungen angepasst haben, haben uns informiert, welche Anpassungen sie zum April beziehungsweise Juli planen.

Ich kann bereits jetzt sagen, dass wir bei allen relevanten Positionen die Abschlussprovisionen auf voller Höhe werden halten können. Wir haben uns entschieden, gleichzeitig die Bestandsprovisionen deutlich zu erhöhen, indem wir diese in voller Höhe an die Makler durchleiten. Langfristig erwarten wir dennoch, dass die Abschlussprovisionen am Markt sinken werden und auch wir werden dann das jetzige Niveau nicht halten können.

Welchem Zweck soll die Anpassung dienen?

Unser Ziel ist es, unsere Maklerpartner bei der Umstellung zu unterstützen. Denn sie müssen ihre Geschäftspolitik den neuen Rahmenbedingungen anpassen. Und das bezieht sich nicht nur auf das LVRG, das nicht das Problem ist, sondern vielmehr ein Symptom. Wir werden in den nächsten Jahren insgesamt einen Niedergang der Provision erleben. Ich rede nicht von einer Abschaffung, aber von einer deutlichen Senkung. Das bedeutet für Makler, dass sie effizienter werden und wesentlich mehr Kunden gewinnen müssen. Aber der eigentliche Gegner kommt erst noch.

Wen oder was meinen Sie, wenn Sie vom eigentlichen Gegner sprechen?

Der eigentliche Gegner kommt, wenn die amerikanischen Internetkonzerne in den deutschen Versicherungsmarkt einsteigen. Ich rede hier nicht nur von Google Compare, sondern auch von Amazon. Dieser Markteintritt wird in nie dagewesenem Ausmaß Makler, Vertriebe und auch Versicherer von der Landkarte fegen. Das wird zwar erst in ein paar Jahren passieren, aber wer jetzt nicht anfängt, Kunden an sich persönlich zu binden, der wird weggefegt werden.

 

Seite zwei: “Honorarberatung nicht die Lösung für alle Probleme”

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1 Kommentar

  1. Der beste Übergang zur Honorarberatung ist ein Mischmodell, bei dem jede Beratung ins Verdienen gebracht wird.

    Wird diese Vorgehensweise mit der DIN ISO 22222 aufgezeigt, versteht die Zielkundschaft das auf Anhieb.

    Praktisch ein „Segen für ihn“, denn er wird als Berater und nicht als Produkt-Verkäufer angesehen, wie unser Softwareanwender schreibt s. mwsbraun.de und in den eBooks.

    Kommentar von Frank L. Braun — 25. Februar 2015 @ 08:13

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