1. Dezember 2015, 13:35
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Gesundheitssystem geht kaum auf Bedürfnisse Älterer ein

Das derzeitige Gesundheits- und Pflegesystem geht nach einer Studie nicht ausreichend auf die Bedürfnisse älterer Menschen ein. Eine integrierte Pflege, die mehr Hilfe im Alltag biete, könnte häufig teure stationäre Aufenthalte verhindern oder zumindest verkürzen.

Studie: Gesundheitssystem geht kaum auf Bedürfnisse Älterer ein

Um das Gesundheitssystem angesichts der alternden Gesellschaft dauerhaft zu finanzieren, empfehlen die PwC-Experten alternative Vergütungssysteme wie pauschale Vorauszahlungen pro Versichertem.

Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag verbreitete Studie im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Die Akteure im Gesundheitswesen seien sehr spezialisiert und arbeiteten getrennt von einander. Dies führe zu Doppel- und Dreifachbehandlungen und damit zu unnötigen Mehrkosten.

“Unser Gesundheitswesen fragt alte Menschen nicht nach ihren Bedürfnissen”

Michael Burkhart, Leiter des PwC-Bereichs Healthcare und Pharma, erläuterte, alte Menschen betrachteten Gesundheit ganz unterschiedlich. “Was die einen als Krankheit empfinden, die behandelt werden sollte, betrachten andere als altersbedingte Beschwerden, die sie für sich akzeptieren.” Letztere benötigten lediglich Hilfe für Dinge, die sie nicht mehr selbst schaffen. Ansonsten könnten sie ihr Potenzial voll ausschöpfen. “Unser Gesundheitswesen bietet da kaum Unterstützung und fragt alte Menschen nicht nach ihren Bedürfnissen”, kritisierte Burkhart.

Um das Gesundheitssystem angesichts der alternden Gesellschaft dauerhaft zu finanzieren, empfehlen die PwC-Experten alternative Vergütungssysteme wie pauschale Vorauszahlungen pro Versichertem. Netzwerke ambulanter Dienstleister könnten dann über mehrere Jahre hinweg die gesundheitliche Versorgung einer Gruppe von Menschen übernehmen, für die sie feste Sätze pro Person erhalten. Wie das Budget eingesetzt werden solle, entschieden die Pflegeteams vor Ort. “Je besser die Qualität der Betreuung, je besser die Prävention, desto weniger Kosten fallen langfristig an.”

Krankenhäuser, Pflegeheime, ambulante Dienste und niedergelassene Ärzte “agierten nebeneinander her”

Burkhart verwies auf erste Modelle, die in diese Richtung zielen. Das “Gesunde Kinzigtal” sei eine solche Einrichtung, die 31 000 Versicherte der AOK und LKK Baden-Württemberg betreut. Die Krankenkassen zahlen demnach für sie vorab einen Abschlag. Falls Qualität und Prävention zu geringeren Kosten für die Versicherten führten als im bundesweiten Schnitt, erhalte dieses Netzwerk aus Ärzten, Therapeuten und Kliniken einen Anteil der erreichten “Gesundheitsdividende”.

Seite zwei: “Weiterhin zahlen wir für schlechte Pflege gutes Geld”

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Trotz 2. Liga: Die Nürnberger bleibt der Sponsor des 1. FC Nürnberg

Auch wenn es sportlich derzeit beim 1. FC Nürnberg definitiv nicht rund läuft. Die Nürnberger Versicherung bleibt dem noch Mitglied der 1. Bundesliga auch künftig treu und verlängert sein Engagement als Haupt- und Trikotsponsor um weitere drei Jahre.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Brexit-Chaos hält die Zinsen niedrig

Eigentlich sollte Großbritannien am 29. März aus der EU austreten. Nun wird eine Fristverlängerung angestrebt, doch auch der an den Finanzmärkten gefürchtete harte Brexit ist noch möglich. Wie sich all das auf die Bauzinsen auswirkt, erklärt Michael Neumann von Dr. Klein.

mehr ...

Investmentfonds

Weltwassertag: Ohne Wasser ist alles nichts

Heute ist Weltwassertag – Bestandteil der Wasserdekade der Vereinten Nationen, die für den Zeitraum von März 2018 bis März 2028 ausgerufen wurde. Ein Kommentar von Nedim Kaplan, Ökoworld Lux S.A.

mehr ...

Berater

Deutsche Bank: Millionenabfindung für Ex-Chef Cryan

Der nicht einmal drei Jahre an der Spitze der Deutsche Bank stehende Brite John Cryan hat für seinen unfreiwilligen Abschied viel Geld bekommen. Die Abfindung beläuft sich auf knapp 8,7 Millionen Euro, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht der Deutschen Bank hervorgeht.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Welche Sachwert-Themen die Leser von Cash.Online in der Woche vom 18. März am meisten interessierten, sehen Sie in unserem wöchentlichen Ranking:

mehr ...

Recht

Widerrufs-Joker: Gericht weist Musterklage ab

Die bundesweit erste Musterfeststellungsklage von Verbrauchern gegen ein Unternehmen scheitert vor Gericht an einer formalen Hürde. In Deutschland gibt es die Musterklage erst seit vergangenem November.

mehr ...