Talanx erzielt Rekordgewinn, bleibt aber vorsichtig

Der Rekordgewinn des Rückversicherers Hannover Rück hat auch seinen Mehrheitseigner Talanx 2014 vorangebracht. Trotz Problemen in Deutschland verdiente der Versicherungskonzern mit Marken wie HDI und HDI-Gerling unter dem Strich 769 Millionen Euro – fünf Prozent mehr als im Vorjahr und so viel wie nie zuvor.

Die Prämieneinnahmen will Talanx-Vorstandschef Herbert Haas im laufenden Jahr vor allem im Ausland weiter steigern. Hingegen sind in Deutschland die Probleme aus Haas‘ Sicht noch nicht beendet. 2015 werde eines der herausforderndsten Jahre seit langem, betonte der Manager.

Die Aktionäre sollen eine von 1,20 auf 1,25 Euro erhöhte Dividende erhalten, wie Talanx am Montag in Hannover mitteilte.

Für 2015 peilt Vorstandschef Herbert Haas allerdings weiterhin nur einen Überschuss von 700 Millionen Euro aufwärts an. Im Schnitt soll der Gewinn in den Jahren bis 2019 jedoch jeweils um einen mittleren einstelligen Prozentwert steigen.

Gewinn über den Erwartungen – Analysten trotzdem enttäuscht

Die Talanx-Aktie reagierte am Morgen mit Verlusten. Zu Handelsbeginn rutschte das Papier ans MDax-Ende und verlor zuletzt 5,45 Prozent auf 29,42 Euro. Zwar lag der Gewinn über den Erwartungen der meisten Analysten. Die Experten zeigten sich dennoch enttäuscht. Die Dividende entspreche lediglich den Markterwartungen, bemängelte die Commerzbank.

Von der knappen Milliarde Gewinn der Hannover Rück, die ihren Profit 2014 um zehn Prozent gesteigert hatte, kam bei Talanx unter dem Strich gut die Hälfte an. Dass der Mutterkonzern nicht so stark zulegte wie seine Rückversicherungstochter, liegt auch an einem Sondereffekt. 2013 hatte Talanx einen Teil seiner Beteiligung am Schweizer Versicherer Swiss Life abgestoßen und dafür einen Sondergewinn von rund 100 Millionen Euro eingestrichen.

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Dieser Effekt fiel nun weg. Zwar verkaufte das Unternehmen 2014 den Rest seiner Swiss-Life-Aktien mit mehr als 200 Millionen Euro Gewinn. Das Geld kam aber nicht dem Konzernergebnis, sondern den Reserven der Lebensversicherungssparte zugute, die mit dem anhaltenden Zinstief zu kämpfen hat.

Im Auslandsgeschäft verdiente Talanx besser als im Vorjahr

In Deutschland zogen Vorkehrungen gegen die Niedrigzinsen den Rivalen von Allianz und Munich Re im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden sogar in die roten Zahlen. Auch in der Schaden- und Unfallversicherung musste Talanx auf dem Heimatmarkt Geld nachschießen. Im Auslandsgeschäft, bei dem die polnischen Töchter Warta und TU-Europa eine starke Rolle spielen, verdiente Talanx hingegen besser als im Vorjahr.

Seite zwei: Probleme in Deutschland nicht beendet

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