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17. November 2015, 08:02
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Sind Sie auch schon ein Fintech?

Der Begriff “Fintech” ist inzwischen mein Kandidat für das Unwort des Jahres. Die täglich eintrudelnden Meldungen erinnern an die Zeit kurz vor der Jahrtausendwende. Damals war jedes Unternehmen mit Online-Shop der nächste große Internetplayer. Heute wird jeder Finanzdienstleister mit App gleich zum Fintech-Unternehmen.

Die Haff-Kolumne

Versicherungsordner

Tobias Haff, Procheck24: “Der Erfolgsfaktor wird sein, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Kommunikation und Beratung sind hierfür gefragt.”

Die Auswirkungen auf das Maklergeschäft und die Veränderungen für die Finanzdienstleistungslandschaft werden heiß diskutiert.

Der digitale Wandel und der Siegeszug elektronischer Prozesse stehen zweifelsfrei vor der Tür. Ich bezweifle allerdings stark, dass man als Makler sein Geschäftsmodell im Sinne eines Micro-Fintech-Unternehmens betreiben muss.

Elektronischer Versicherungsordner chancenlos

Welche realistische Chance hat der elektronische Versicherungsordner gegen Whatsapp, Fitnesstracker und Facebook? Das Teilen der eigenen Urlaubsbilder wird dem Kunden auch in fünf Jahren noch deutlich mehr Spaß machen als ein Optimierungsvorschlag zur Hausratversicherung.

Schon heute kämpft jede App gegen das Deinstallieren. Wie sieht es da mit einer Anwendung aus, die sich mit Produkten ganz weit unten auf der Kundenbeliebtheitsskala beschäftigt?

Grenzen des Machbaren

Auch wenn es um den notwendigen elektronischen Datenaustausch geht, sind die Grenzen des Machbaren in der Praxis schnell erkennbar. Gerade die vorgeblich technikgetriebenen Fintechs suchen auf breiter Ebene Praktikanten und Hilfskräfte für die Dateneingabe und -verarbeitung.

Das deutet darauf hin, dass es hinter der schön designten, elektronischen Fassade deutlich weniger technisch zugeht, als man von außen wahrnehmen mag.

Seite zwei: Echtes “Fintech” selten

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