Weltgrößter Rückversicherer trotzt sinkendem Gewinn

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re setzt ungeachtet sinkender Gewinnerwartungen unverändert auf Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe. Das gilt trotz rückläufiger Prämien und schwächerer Investmenteinnahmen.

Munich Re-Konzernchef Nikolaus von Bomhard.

Bis zur Hauptversammlung 2016 sollen weitere eigene Aktien im Volumen von einer Milliarde Euro zurückgekauft werden, wie vom Versicherer am Mittwoch in München mitgeteilt wurde.

Das Programm ergänze Rückkäufe im Volumen von einer Milliarde Euro, die im April abgeschlossen sein sollen.

Der Nettogewinn wird den Angaben zufolge im laufenden Jahr auf 2,5 Milliarden Euro bis drei Milliarden Euro sinken, nach 3,2 Milliarden Euro im Jahr 2014.

Druck auf Investmentrendite wächst

Das von Konzernchef Nikolaus von Bomhard geleitete Unternehmen greift damit zu Aktienrückkäufen und erhöht die Dividende, obgleich die Prämien für Rückversicherungen in sieben der vergangenen zehn Jahre gefallen sind.

Druck auf die Zinsen von Festverzinslichen und auf die Investmentrenditen der Versicherer wächst. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ein Bond-Kaufprogramm im Volumen von 1,14 Billionen Euro gestartet.

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Rendite von “mindestens drei Prozent” erwartet

“Die vergleichsweise große Spanne der Ergebniserwartung ist der unverändert sehr großen Unsicherheit – politisch wie wirtschaftlich – geschuldet”, hieß es in der Mitteilung. “Für Munich Re bedeutet reichlich vorhandene Liquidität, dass auch 2015 mit einer rückläufigen Verzinsung der Kapitalanlagen gerechnet werden muss.”

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Munich Re eine Rendite auf Kapitalanlagen von “mindestens drei Prozent” – nach 3,6 Prozent 2014. Die Schaden-Kosten-Quote werde sich 2015 erwartungsgemäß von 92,7 Prozent im Vorjahr auf 98 Prozent eintrüben.

Quelle: Bloomberg

Foto: Munich Re

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