1. Juli 2016, 12:36
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“BU-Bedingungen sind auf Weltmeisterniveau”

“Wenn der Handwerker bereits allein 200 Euro für die Berfufsunfähigkeitsversicherung auf den Tisch legen muss besteht die Gefahr, dass irgendwann gar nicht mehr abgeschlossen wird”, warnt Netfonds-Vorstand Oliver Kieper im Cash.-Roundtable zum Thema “Biometrie”. Lesen Sie im Folgenden die Diskussion zu den aktuellen Herausforderungen im Markt für Risikoversicherungen.

BU-Bedingungen sind auf Weltmeisterniveau

Maximilian Beck, Basler; Oliver Kieper, Netfonds; Dr. Jürgen Voß, Nürnberger (von links).

Cash.: Schaut man auf die drei Teildisziplinen der Biometrie, BU, Pflege, und Risikoleben, wo ist der Bedarf am stärksten?

Maximilian Beck, Bereichsleiter Vertriebsförderung Lebensversicherung, Basler Versicherungen: Für uns sind Risikoprodukte ein Zielsegment, in dem wir ertragreich wachsen wollen. Wenn man auf den Gesamtmarkt blickt, dann fließt nur ungefähr etwas jeder sechste Euro im Neugeschäft überhaupt in Risikoprodukte. Es existiert also per se ein enormes Aufholpotenzial. Setzt man dies ins Verhältnis zum unbestreitbaren Versorgungsbedarf und zur Versorgungslücke, dann wird klar, warum viele Versicherer jetzt ihre Anstrengungen in dem Bereich intensivieren. In der privaten Pflegerentenversicherung sind wir bekanntlich ein Pionier mit einem mittlerweile nennenswerten Marktanteil, den wir auch ausbauen wollen. In der Risikolebensversicherung wollen wir definitiv angreifen, allerdings erst ab 2017. Und aktuell intensivieren wir auch unsere Bemühungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). So haben wir gerade aktuell die neue Basler Berufsunfähigkeitsversicherung lanciert. Anders als bei Basler Beruf und Pflege haben wir dabei die beiden Risiken nicht gebündelt, sondern einen modularen Ansatz gewählt, der von den Vermittlern ausgesprochen gut angenommen wird.

Lässt sich die Quote beziffern, in wie vielen Fällen BU-Policen mit der Pflegeoption gezogen wurden?

Beck: Bezogen auf den Gesamtmarkt würde ich sagen, dass in den letzten zwei, drei Jahren vermutlich ein Drittel der Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem Pflegezusatzbaustein gebündelt wurde.

Seite zwei: Akzeptanz der Pflegeabsicherung in Kombination mit der BU deutlich höher

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1 Kommentar

  1. Hallo Herr Beck,

    weil Menschen, die keine BU-Versicherung haben, dies mit zu hohen Kosten begründen sagen Sie: „In den ersten fünf Jahren bieten wir jetzt die sogenannte Einsteigervariante an, bei der man einen 40-prozentigen Preisvorteil hat“.

    Also rechnen wir einfach mal nach und nehmen an, die Überschüsse zur Beitragsverrechnung würden stets konstant bleiben. Ein 20-jähriger Bäcker würde dann für 1.500 € monatliche BU-Rente bis zum 65. Lebensjahr bei Ihrem Normaltarif ohne irgendwelche Zusatzbausteine 45 Jahre lang einen Monatsbeitrag von 162,62 € bezahlen müssen – in den 45 Jahren zusammen also 87.814,80 €.

    Bei der von Ihnen erwähnten Einsteigervariante würde dieser Bäcker für den gleichen Versicherungsschutz 5 Jahre lang monatlich 104,71 € und die folgenden 40 Jahre monatlich 174,50 € bezahlen müssen – insgesamt also 90.042,60 €.

    Im Marktdurchschnitt sind dies zweifellos noch relativ gute Werte. Aber einen wirklichen Preisvorteil kann ich in solchen Einsteigertarifen nicht erkennen. Sie verlagern die Mehrbelastung nur in die Zukunft. Und reduzieren sich die Überschüsse während der Vertragsdauer, wirkt sich dies bei solchen Einsteigervarianten noch gravierender aus.

    Sollen solche Einsteiger- oder Startertarife wirklich ernsthafte Lösungsvorschläge der Assekuranz für einen dauerhaft bezahlbaren BU-Schutz für handwerklich und körperlich Tätige sein? Ich bin mir sicher, für dieses Problem sind ganz andere Lösungsansätze gefragt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Gerd Kemnitz

    Kommentar von Gerd Kemnitz — 2. Juli 2016 @ 00:53

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