11. Juli 2016, 16:35
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Flexi-Rente: Kritik von allen Seiten

Der Entwurf sieht auch vor, dass man höhere Rentenanwartschaften erwirtschaften kann, wenn man trotz Vollrente noch beschäftigt ist. Früher als heute soll man künftig auch die Möglichkeit bekommen, Abschläge bei vorgezogenen Altersrenten durch frühere Zahlungen auszugleichen. Heute müssen Arbeitgeber zudem weiter Beiträge an die Bundesagentur für Arbeit zahlen, wenn sie Arbeitnehmer nach der Regelaltersgrenze beschäftigen – das soll für fünf Jahre entfallen.

Auch Prävention und Reha sollen gestärkt werden

Die Bundesagentur soll Beitragsausfälle von 79 bis 87 Millionen Euro pro Jahr zu verkraften haben. Für die Rentenkasse rechnet die Regierung zunächst mit Mehreinnahmen von 66 Millionen Euro, die dann sinken. 2020 werde die Rentenkasse dann mit 30 Millionen belastet.

Auch Prävention und Reha sollen gestärkt werden, so dass mehr Ältere fit für die Arbeitswelt bleiben. Dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) reicht das nicht. “Es ist nicht allein der vielzitierte Dachdecker, sondern auch die Altenpflegerin oder der Schichtarbeiter, die es einfach nicht bis zur Rente schaffen”, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Es sei falsch, wenn es für Arbeitgeber billiger werde, Menschen jenseits der 65 zu beschäftigen.

Der Arbeitgeberverband BDA kritisiert: “Leider hat der Mut zu spürbaren Erleichterungen für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer gefehlt.” Die geplanten Detailänderungen wirkten nur sehr begrenzt auf die Beschäftigung Älterer. Erfreulich sei aber, dass die Koalition überhaupt wieder versuche, für mehr Beschäftigung Älterer zu sorgen. Der Grünen-Rentenexperte Markus Kurth sagte: “Die Flexi-Rente ist nicht viel mehr als eine Beruhigungspille für den Wirtschaftsflügel der Union.” Beschäftigte mit belastenden Berufen müssten schon vor 63. Lebensjahr flexibler aussteigen können. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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