23. November 2016, 10:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Generali dreht an der Kostenschraube

Europas drittgrößter Versicherer Generali reagiert mit neuen Einsparungen auf die schwierige Lage der Branche. Die Italiener wollen sich aus dem Geschäft in weniger rentablen Märkten zurückziehen und die Strukturen in anderen Ländern straffen, wie sie vor einer Investorenveranstaltung in London mitteilten.

Generali dreht an der Kostenschraube

Generali will sich aus einigen Märkten zurückziehen.

Schlankere Strukturen sollen die jährlichen Kosten des Konzerns in den entwickelten Märkten senken helfen. Einen Bericht über den Abbau mehrerer Tausend Arbeitsplätze wies Vorstandschef Philippe Donnet aber zurück. An der Börse wurden die Nachrichten mit Enttäuschung aufgenommen. Zum Handelsstart in Mailand verlor die Generali-Aktie am Morgen 3,43 Prozent an Wert und büßte damit ihren Kursgewinn vom Vortag praktisch wieder ein.

Der italienische Versicherer, der in Deutschland und anderen Ländern etwa mit der Allianz, der Munich-Re-Tochter Ergo und Talanx konkurriert, will seine je Mitarbeiter erzielten Prämieneinnahmen bis zum Jahr 2019 um 15 Prozent steigern. Zudem sollen die Kosten in entwickelten Märkten um 200 Millionen Euro sinken. Der Verkauf von Unternehmensteilen in unattraktiven Märkten soll schon bis 2018 eine Milliarde Euro einbringen. Bisher ist Generali in mehr als 60 Ländern vertreten.

Stellenabbau nicht ausgeschlossen

Einen Stellenabbau schloss Donnet nicht aus, wollte aber auch keine Größenordnung nennen. “In stärker entwickelten Ländern mit sehr langsamem Wachstum bedeutet eine höhere Produktivität, dass wir in bestimmten Fällen möglicherweise die Belegschaft verkleinern”, sagte der Manager dem Sender “Bloomberg TV”. Dies könne der Konzern aber durch natürliche Fluktuation und weniger Einstellungen erreichen.

Donnet widersprach einem Medienbericht, in dem am Dienstag von gefährdeten 8.000 Jobs in der Lebensversicherung die Rede gewesen war. Der Konzern hat insgesamt mehr als 76.000 Mitarbeiter, davon rund 13.000 in Deutschland.

13 Prozent durchschnittliche Rendite bis 2018

Generali steigt wie andere Versicherer etwa in Deutschland aus der klassischen Lebensversicherung mit Garantiezins aus und setzt auf Vertragsmodelle, für die das Unternehmen weniger Kapital vorhalten muss. Versicherer in Europa kämpfen mit den anhaltenden Niedrigzinsen, die die Gewinne aus Kapitalanlagen schrumpfen lassen. Zudem drückt ein harter Konkurrenzkampf auf die Prämieneinnahmen.

Die neuen Pläne sollen helfen, die 2015 ausgerufenen Finanzziele des Konzerns zu erreichen. Demnach soll bis 2018 im Durchschnitt eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von jährlich 13 Prozent erzielt werden. Zudem will der Konzern bis 2018 einen Kapitalzufluss von mehr als sieben Milliarden Euro erwirtschaften und mehr als fünf Milliarden Euro als Dividende an die Aktionäre ausschütten. (dpa-AFX)

Foto: Generali

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Die Top 5 der Woche: Versicherungen

Was waren die interessantesten Versicherungs-Themen der Woche? Welche Beiträge klickten die Leser von Cash.Online besonders häufig? Unser wöchentliches Ranking zeigt es auf einen Blick.

mehr ...

Immobilien

Die Top 5 der Woche: Immobilien

Der Service zum Wochenende: Cash. hat die meistgeklickten Artikel im Ressort Immobilien für Sie zusammengefasst. Sehen sie auf einen Blick, welche Themen unsere Leser in dieser Woche besonders interessierten.

mehr ...

Investmentfonds

Die Top 5 der Woche: Investmentfonds

Was waren interessantesten Investment-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Berater

Die Top 5 der Woche: Berater

Welche Themen im Bereich Finanzberater interessierten die Leser von Cash.Online in der Woche vom ersten April ganz besonders? Die Antwort liefert unsere wöchentliche Liste.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Welche Sachwerte-News lagen im Interesse der Cash.Online-Leser diese Woche ganz vorn? Sehen Sie es auf einen Blick in unserem wöchentlichen Ranking:

mehr ...

Recht

WhatsApp-Party-Einladung kann teuer werden

Bereits zum zweiten Mal hatte ein Jugendlicher per WhatsApp zu einer großen Grillparty aufgerufen. Leider spielte die Polizei da nicht mit und unterband die Veranstaltung auf einem Grillplatz im Landkreis Heilbronn. Zudem kündigte die Beamten an, den finanziellen Aufwand für ihren aufwändigen Einsatz dieses Mal in Rechnung zu stellen. Für die Eltern dürfte der Spaß teuer werden, denn die Privathaftpflicht zahlt nicht.

mehr ...