4. Mai 2016, 12:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Risikomanagementsysteme am Limit: Warum auch der Mittelstand mehr tun muss

So mancher Mittelständler wird womöglich zum ersten Mal gezwungen sein, sich systematisch mit den Risiken seines Geschäftsmodells auseinander zu setzen. Grund hierfür ist, dass die EU-Mitgliedstaaten die so genannte CSR-Richtlinie umsetzen müssen.

Gastbeitrag von Nicolas Kemper, LKC Kemper Czarske v. Gronau Berz

Risikomanagementsysteme am Limit: Warum auch der Mittelstand mehr tun muss

“Das Risikomanagement muss zur Chefsache im Tagesgeschäft erklärt werden.”

Die Wahrscheinlichkeitsverteilung, mit der sich die Risikoforschung befasst, sieht seit Längerem das Ende der Gaußschen Normalverteilung. Deutlich mehr Risiken als angenommen weisen demnach eine höhere Wahrscheinlichkeit auf. Die letzten Monate scheinen diese statistische Berechnung zu bekräftigen.

EU: Unternehmen sollen ihre Risiken in Zukunft besser beherrschen können

Nach Griechenland-Krise, Konjunktureinbruch in China, Embargo gegen Russland, Terror in Paris, Syrienkrieg, Flüchtlingschaos und EU-Streit kommt nun mit einer neuen drohenden Bankenkrise die nächste Hiobsbotschaft für Märkte und Unternehmen.

Und so ist vielleicht gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, dass die EU-Mitgliedstaaten die so genannte CSR-Richtlinie umsetzen müssen. Ab 2017 sind insbesondere börsennotierte Unternehmen, Banken und Versicherungsunternehmen verpflichtet, in ihren Rechenschaftsberichten nichtfinanzielle Informationen über Strategien und Risiken offen zu legen. Die neue Richtlinie will explizit erreichen, dass Unternehmen ihre Risiken in Zukunft besser erkennen und beherrschen können.

Die Risiken, über die es zu berichten gilt, sind deshalb breit gefächert. Sie sollen zugleich nach Ausmaß und Intensität beurteilt werden. Risiken können unmittelbar aus den eigenen Tätigkeiten des Unternehmens herrühren oder mit der Geschäftstätigkeit, den Erzeugnissen, Dienstleistungen und Geschäftsbeziehungen, einschließlich der Lieferkette und der Kette von Subunternehmern, in welcher Form auch immer, verknüpft sein.

Mit den Risiken auseinandersetzen – nicht nur pro forma abarbeiten

Insbesondere international tätige Unternehmen sollten diese neue Berichtspflicht nicht nur pro forma abarbeiten. Sie sollten sie zum Anlass nehmen, das eigene Risikomanagement grundlegend zu überprüfen und einem Stresstest zu unterziehen. Dabei zeigt der Hinweis auf die Lieferkette, dass auch kleine und mittlere Unternehmen zumindest indirekt betroffen sein werden. Natürlich sollte sich, wie immer bei zusätzlichen Berichtspflichten, der Aufwand in Grenzen halten, aber in diesem Fall ist es der richtige Impuls zum richtigen Zeitpunkt. So mancher Mittelständler wird womöglich zum ersten Mal gezwungen sein, sich systematisch mit den Risiken seines Geschäftsmodells auseinander zu setzen.

Seite zwei: Die operativen Risiken werden unübersichtlicher

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GLS lässt Daten künftig von Blau Direkt pflegen

Der Hamburger Gewerbeversicherungsmakler Gossler, Lübbers & Stahl (GLS) nutzt künftig Datenpflegedienste des Lübecker Maklerpools Blau Direkt.

mehr ...

Immobilien

Megatrend Smart Cities: Wie Anleger davon profitieren können

Unsere Städte befinden sich im Wandel. Der Megatrend der Zukunft, die Urbanisierung, hat schon längst eingesetzt. Das stellt uns vor immer mehr neue Herausforderungen, die einen Wandlungsprozess in Richtung intelligenter Städte (Smart Cities) anstoßen. Für Anleger bieten Smart Cities aber auch interessante Chancen – wenn sie auf Unternehmen setzen, die ihre Aktivitäten auf diese Wandlungsprozesse ausgerichtet haben. Die Fürpaß-Peter-Kolumne

mehr ...

Investmentfonds

Amundi bringt drei neue Klima-ETFs

Der Vermögensverwalter Amundi hat sein Angebot nachhaltiger Investments mit der Lancierung drei neuer ETFs weiter ausgebaut, die die Paris-abgestimmten EU-Benchmarks (EU Paris-Aligned Benchmarks – PAB) abbilden. Die Benchmarks sollen helfen, das Ziel des Pariser Klimaabkommens – die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau – zu erreichen. Die ETFs werden zu sehr wettbewerbsfähigen laufenden Kosten ab 0,18 Prozent p.a. angeboten.

mehr ...

Berater

Hypoport legt im ersten Halbjahr kräftig zu

Der Finanzdienstleister Hypoport hat im ersten Halbjahr von einer hohen Nachfrage nach Krediten profitiert. So zog das Transaktionsvolumen auf der Plattform Europace, einem Kreditmarktplatz für Immobilienfinanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkredite, um 31 Prozent auf fast 42 Milliarden Euro an.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance konzentriert institutionellen Vertrieb in der Schweiz

Die DF Deutsche Finance Capital Markets GmbH mit Sitz in Zürich verantwortet zukünftig das Capital Raising bei institutionellen Investoren. Kernaufgabe ist die Koordination und Durchführung der internationalen Distribution aller institutionellen Investitionsstrategien der Deutsche Finance Group.

mehr ...

Recht

Insolvenzen: Die Oktober-Welle abschwächen

Die Insolvenz-Zahlen für den April 2020 sagen nichts aus über die tatsächliche Zahlungsfähigkeit der Unternehmen in der Corona-Krise. Im Herbst steigt die Zahl der Insolvenzen voraussichtlich sprunghaft. Sicher kann der Staat nicht alle Firmen retten – und künstlich am Leben gehaltene Zombie-Firmen will niemand. Eine Insolvenzwelle würde aber auch den Bankensektor bedrohen. Anstelle von noch größeren Not-Krediten sollten die rückzahlbaren Liquiditätshilfen unter bestimmten Bedingungen in Zuschüsse umgewandelt werden.

mehr ...