3. Mai 2017, 09:41
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Allianz startet besser ins Jahr als gedacht

Europas größter Versicherer Allianz ist trotz höherer Katastrophenschäden besser ins Jahr gestartet als gedacht. Der operative Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als neun Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern vor seiner Hauptsammlung am Mittwoch in München mitteilte.

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Im Vorjahreszeitraum hatte die Allianz von einer niedrigen Steuerquote und Aktienverkäufen profitiert.

Das war deutlich mehr als von Analysten erwartet. Der Überschuss sackte hingegen um 15 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro nach unten, übertraf aber ebenfalls die Analystenerwartungen. Im Vorjahreszeitraum hatte die Allianz von einer niedrigen Steuerquote und Aktienverkäufen profitiert.

Für das laufende Jahr geht Vorstandschef Oliver Bäte weiterhin von einem operativen Gewinn von 10,3 bis 11,3 Milliarden Euro aus.

Die Allianz-Aktie reagierte positiv auf die Nachrichten und gehörte mit einem leichten Anstieg in einem eher schwachen Gesamtmarkt zu den besten Standardwerten. Kurz nach Handelsbeginn in Frankfurt gewann sie bis zu 0,45 Prozent an Wert auf 176,90 Euro und erreichte damit den höchsten Stand seit fast zehn Jahren.

Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 2,5 Prozent auf 36,2 Milliarden Euro. Die Gewinne der einzelnen Sparten will die Allianz erst bei der Vorlage des vollständigen Quartalsberichts am 12. Mai veröffentlichen. Während der Konzern in der Lebens- und Krankenversicherung eine höhere Marge im Neugeschäft meldete und in der Vermögensverwaltung das Geld der Anleger zunahm, hatte die Allianz im Schaden- und Unfallgeschäft höhere Belastungen zu schultern.

Keine Details zu Katastrophenschäden

So blieben von den Prämieneinnahmen im ersten Quartal nach Abzug der Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb weniger übrig als im Vorjahreszeitraum. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich von 93,3 auf 95,6 Prozent und rückte damit näher an die kritische 100-Prozent-Marke. Als Ursache führte die Allianz höhere Großschäden und Schäden durch Naturkatastrophen an.

Details zu den Katastrophenschäden nannte der Konzern nicht. Allerdings hatte etwa Zyklon “Debbie” Ende März in Australien hohe Schäden angerichtet. Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re schätzte die versicherten Schäden infolge von Wind, Sturm und Fluten zuletzt auf insgesamt 1,3 Milliarden US-Dollar (1,2 Milliarden Euro).

Teuere Neureglung in Großbritannien

Analyst Philipp Häßler von der Investmentbank Equinet ging zudem davon aus, dass die Allianz eine Neuregelung für Unfallopfer in Großbritannien teuer zu stehen kam. Durch die neuen Vorgaben stehen Verletzten nach einem Unfall künftig deutlich höhere Summen zu. Diese waren in den bisherigen Kalkulationen der Versicherer nicht berücksichtigt. Häßler erwartete, dass die Allianz wie auch schon andere Versicherer in ihrem britischen Kfz-Geschäft dafür eine Sonderbelastung verbuchen wird.

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