Allianz-Vertreterin verklagt ihren Arbeitgeber

Eine Allianz-Vertreterin hat beim Landgericht München Klage eingereicht, weil ihre Rentenansprüche von der Versicherung wiederholt falsch berechnet worden seien. Dies berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ am Freitag.

Spekulationen über die Höhe der Nachforderungen haben laut Allianz "keine Substanz".
Spekulationen über die Höhe der Nachforderungen haben laut Allianz „keine Substanz“.

Demnach sollen mehr als 1.000 ihrer Verträge im Lebensversicherungs- und im Sachbereich falsch oder gar nicht verbucht und so auch nicht korrekt für die Altersversorgung herangezogen worden sein.

Die Klägerin stellte laut „SZ“ 2008 erstmals Unregelmäßigkeiten bei der Berechnung ihrer Rente fest. Erst nachdem die Frau wiederholt auf Fehler hingewiesen hatte, habe die Allianz ihre Ansprüche nachträglich korrigiert. Dadurch habe sich der Rentenanspruch um mehrere hundert Euro monatlich erhöht. Wenige Monate später seien aber wieder neue Fehler aufgefallen.

Die Klägerin geht von einem Systemfehler aus, der auch viele ihrer Kollegen betreffe. Sollte sie mit ihrer Klage Erfolg haben, könnte eine Klagewelle der Allianz-Vertreter gegen die Versicherung folgen. Die „SZ“ geht mit Bezug auf mit dem Fall vertraute Kreise von Nachforderungen in dreistelliger Millionenhöhe aus.

Allianz spricht von Einzelfall

Die Allianz spricht allerdings von einem Einzelfall, bei dem Fehler gemacht und korrigiert worden seien. „Wir haben auch geprüft, ob es allgemeine Fehler gab, also solche im System. Dafür gab es keine Anhaltspunkte“, teilte die Versicherung mit. Spekulationen über die Höhe der Nachforderungen hätten daher „keine Substanz“. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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