BdV bemängelt Qualität von Solvenzberichten

Der Bund der Versicherten (BdV) hat eine Untersuchung zur Lage der deutschen Lebensversicherer vorgestellt. Grundlage sind die Solvenzberichte, die in diesem Jahr erstmals europaweit von den Versicherern vorgelegt werden müssen. Die Ergebnisse sind laut BdV durchwachsen.

Axel Kleinlein, BdV: "Bei fast allen Unternehmen sehen wir dringenden Handlungsbedarf."
Axel Kleinlein, BdV: „Bei fast allen Unternehmen sehen wir dringenden Handlungsbedarf.“

„Erschreckend ist die zuweilen schlechte Qualität und Intransparenz der Solvenzberichte“, sagte Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV. „Bei fast allen Unternehmen sehen wir dringenden Handlungsbedarf.“

Vorwürfe, die Solvenzberichte würden keinen Vergleich der Unternehmen zulassen, wies Kleinlein zurück: „Anders als von Teilen der Branche und der deutschen Finanzaufsicht befürchtet, erlauben die neuen Solvenzberichte eine Analyse der Situation der einzelnen Lebensversicherer.“

Zentral sei bei den Solvenzberichten die Untersuchung, ob die Unternehmen über genügend Solvenzmittel verfügen, also finanziell gut genug ausgestattet sind. „Es ist besorgniserregend, dass 23 Unternehmen auf die Übergangsregeln angewiesen sind, um überhaupt die Solvenzanforderungen zu bewältigen“, sagte Kleinlein zu diesem Untersuchungspunkt.

Unterschiedliche Profile bei Kapitalanlagen

Aber auch die analysierten Gewinnerwartungen eröffneten Raum für Sorgen. „Bei 13 Lebensversicherern muss das Geschäftsmodell hinterfragt werden, da diese Unternehmen zukünftig mit Verlusten rechnen“, so Kleinlein.

Bei den Kapitalanlagen zeigen sich laut Kleinlein je nach Unternehmen sehr unterschiedliche Profile: „Zumindest in Teilaspekten der Kapitalanlagen, wie etwa bei Staatsanleihen, scheint die Branche aus der Vergangenheit gelernt zu haben.“ (kb)

Foto: BdV

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