15. September 2017, 09:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

bKV: “Der Verwaltungsaufwand für einen Dienstwagen ist viel größer”

Viele Firmen nehmen ganz bewusst Abstand von der Einführung der betrieblichen Krankenversicherung (bKV), weil sie eine hohe finanzielle und organisatorische Belastung befürchten. Zu Unrecht, sagen die Versicherer. Doch es gibt Grund zur Hoffnung.

Schmalley-Kopie in bKV: Der Verwaltungsaufwand für einen Dienstwagen ist viel größer

Daniel Schmalley, Barmenia: “Kleinere und mittlere Betriebe – also den klassischen deutschen Mittelstand – haben wir als unsere Zielgruppe definiert.”

“Der Verwaltungsaufwand für einen Dienstwagen ist viel größer als für eine bKV“, erklärt Daniel Schmalley, Leiter des Kompetenzcenters Firmengeschäft bei der Barmenia. “An der Leistungsabrechnung ist der Arbeitgeber überhaupt nicht beteiligt – wir regeln das direkt mit dem Arzt und stellen generell sicher, dass Arbeitgeber nur mit einem absoluten Minimum an Verwaltungsaufgaben in Berührung kommen. So unterstützen wir etwa mit individuellen, modularen Konzepten, konkreter Hilfe bei Prozessen oder begleitenden Kommunikationsprogrammen – und nicht zuletzt durch die Kosten-Nutzen-Rechnung.” Richtig verstanden sei die bKV ein innovatives personalpolitisches Instrument.

Dennoch bleibt die bKV trotz großer Potenziale noch eine Entwicklungsbaustelle. Das hat auch Tanja Höllger festgestellt, Geschäftsführerin des Analysehauses Heute und Morgen: “Im Vergleich zur betrieblichen Altersversorgung (bAV), die sich mittlerweile in breiter Form etabliert hat, bleibt die bKV noch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.” Ein großer und breitenwirksamer Vertriebssprung sei bisher nicht gelungen. Insbesondere bei kleinen und mittleren Betrieben (KMU) sei der Kenntnisstand noch immer sehr gering.

“Immer offenere Ohren”

Doch es gibt Grund zur Hoffnung: “Kleinere und mittlere Betriebe – also den klassischen deutschen Mittelstand – haben wir als unsere Zielgruppe definiert”, sagt Schmalley. “In unseren Gesprächen stellen wir immer wieder fest: Diese Arbeitgeber beschäftigen sich zunehmend mit ‘Employer Branding’ und der Frage, wie sie Mitarbeiter künftig gewinnen und binden können – jenseits von Dienstwagen oder Gehaltserhöhung. Und sie fragen sich: Wie stelle ich mich darauf ein, dass unsere Gesellschaft und damit auch unsere Belegschaft altert?“

An all diesen Punkten setze die bKV an. “Wir stoßen daher in den Unternehmen auf immer offenere Ohren”, so Schmalley. Für Unternehmen sei die bKV ein hervorragendes Instrument, gute Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und sich von anderen Unternehmen zu differenzieren. (kb)

Foto: Barmenia

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Provinzial NordWest: Kerngesund und kraftvoll trotz Orkanschäden

Die Provinzial NordWest hat sich im vergangenen Geschäftsjahr 2018 erneut sehr erfolgreich als wachstums- und ertragsstarker Versicherungskonzern im Markt positioniert. Mit einem Anstieg der gebuchten Beitragseinnahmen um 3,4 % auf 3,46 Mrd. Euro wuchs der zweitgrößte öffentliche Versicherer deutlich über dem Marktdurchschnitt. Der Markt ist in der Schaden-, Unfall- und Lebensversicherung (inkl. Pensionskassen und Pensionsfonds) um 2,3 % gewachsen.

mehr ...

Immobilien

Immobilien: Wann der Käufer Schadensersatz fordern kann

Der vertragliche Haftungsausschluss ist kein Tor zur Narrenfreiheit: In seinem Urteil vom 9. Februar 2018 hat der Bundesgerichtshof geklärt, wann trotz eines vertraglich zugesicherten Haftungsausschlusses des Verkäufers ein Schadenersatzanspruch aufgrund von Sachmängeln bestehen kann (Az.: V ZR 274/16). Ein Beitrag von Philipp Takjas, McMakler

mehr ...

Investmentfonds

“Hoher Investitionsbedarf treibt die Kurse”

Aktien von Infrastrukturunternehmen gelten in Krisenzeiten als deutlich stabiler als der breite Markt. Warum das so ist und welche weitere Vorteile Investments in das Segment Infrastruktur bieten, erklärt Susanne Linhardt, Senior Portfolio Managerin Aktien bei Bantleon, im Gespräch mit Cash.

mehr ...

Berater

Erneut Kritik an der Grundrente durch die Union

Nach Überzeugung von CDU/CSU führt die Grundrente nach dem Konzept der SPD zu einer überproportionalen Besserstellung von Teilzeitbeschäftigten, bevorzugt Partnerschaften nach traditionellem Rollenmodell und sorgt für deutlich höhere Aufwertungen von Renten als im Koalitionsvertrag vorgesehen. Dies geht aus Berechnungen im Auftrag der Union hervor, die der Düsseldorfer “Rheinischen Post” vorliegen.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Insolvenzverwalter holt Immobilien vom Gründer zurück

Im Insolvenzverfahren über das Privatvermögen des Gründers des Container-Anbieters P&R wurde die erste Gläubigerversammlung abgehalten. Der Insolvenzverwalter konnte demnach Vermögenswerte sichern – wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

mehr ...

Recht

BVK: Provisionsdeckel frühestens ab März 2020

Der von der Großen Koalition geplante Provisionsdeckel in der Lebensversicherung wird in diesem Jahr nicht mehr in Gesetzesform gegossen. Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands deutscher Versicherungskaufleute (BVK), geht davon aus, dass das Gesetzesvorhaben nicht vor März 2020 umgesetzt wird. Das teilte er in einer Pressekonferenz des BVK in Kassel mit.

mehr ...