bKV: „Der Verwaltungsaufwand für einen Dienstwagen ist viel größer“

Viele Firmen nehmen ganz bewusst Abstand von der Einführung der betrieblichen Krankenversicherung (bKV), weil sie eine hohe finanzielle und organisatorische Belastung befürchten. Zu Unrecht, sagen die Versicherer. Doch es gibt Grund zur Hoffnung.

Daniel Schmalley, Leiter des Kompetenzcenters Firmengeschäft bei der Barmenia
Daniel Schmalley, Barmenia: „Kleinere und mittlere Betriebe – also den klassischen deutschen Mittelstand – haben wir als unsere Zielgruppe definiert.“

„Der Verwaltungsaufwand für einen Dienstwagen ist viel größer als für eine bKV„, erklärt Daniel Schmalley, Leiter des Kompetenzcenters Firmengeschäft bei der Barmenia. „An der Leistungsabrechnung ist der Arbeitgeber überhaupt nicht beteiligt – wir regeln das direkt mit dem Arzt und stellen generell sicher, dass Arbeitgeber nur mit einem absoluten Minimum an Verwaltungsaufgaben in Berührung kommen. So unterstützen wir etwa mit individuellen, modularen Konzepten, konkreter Hilfe bei Prozessen oder begleitenden Kommunikationsprogrammen – und nicht zuletzt durch die Kosten-Nutzen-Rechnung.“ Richtig verstanden sei die bKV ein innovatives personalpolitisches Instrument.

Dennoch bleibt die bKV trotz großer Potenziale noch eine Entwicklungsbaustelle. Das hat auch Tanja Höllger festgestellt, Geschäftsführerin des Analysehauses Heute und Morgen: „Im Vergleich zur betrieblichen Altersversorgung (bAV), die sich mittlerweile in breiter Form etabliert hat, bleibt die bKV noch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.“ Ein großer und breitenwirksamer Vertriebssprung sei bisher nicht gelungen. Insbesondere bei kleinen und mittleren Betrieben (KMU) sei der Kenntnisstand noch immer sehr gering.

„Immer offenere Ohren“

Doch es gibt Grund zur Hoffnung: „Kleinere und mittlere Betriebe – also den klassischen deutschen Mittelstand – haben wir als unsere Zielgruppe definiert“, sagt Schmalley. „In unseren Gesprächen stellen wir immer wieder fest: Diese Arbeitgeber beschäftigen sich zunehmend mit ‚Employer Branding‘ und der Frage, wie sie Mitarbeiter künftig gewinnen und binden können – jenseits von Dienstwagen oder Gehaltserhöhung. Und sie fragen sich: Wie stelle ich mich darauf ein, dass unsere Gesellschaft und damit auch unsere Belegschaft altert?“

An all diesen Punkten setze die bKV an. „Wir stoßen daher in den Unternehmen auf immer offenere Ohren“, so Schmalley. Für Unternehmen sei die bKV ein hervorragendes Instrument, gute Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und sich von anderen Unternehmen zu differenzieren. (kb)

Foto: Barmenia

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