19. Dezember 2017, 10:21
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Digitalisierung: Schere geht auseinander

Die deutschen Versicherer haben in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge in ihre Digitalisierungsprojekte investiert. Dennoch klafft bei den Gesellschaften eine erhebliche Lücke zwischen dem digitalen Anspruch und der Praxis, wie eine neue Studie von EY zeigt.

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Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass fast ein Viertel der Anbieter neue Versicherungsprodukte plant, die auf Data Analytics basieren.

Anders als die klassische Datenverarbeitung ermöglicht Data Analytics einen Erkenntnisgewinn aus einem Vielfachen an Informationen. Von einer entsprechenden Verwertung dieser Daten erhofft sich die Mehrheit (73 Prozent) der befragten Studienteilnehmer Vorteile durch Effizienzsteigerungen, etwa durch Automatisierung. Drei Viertel der Versicherer (74 Prozent) versprechen sich höhere Einnahmen sowie eine Differenzierung und Innovationsführerschaft gegenüber dem Wettbewerb.

Allerdings befindet sich die Umsetzung in der Praxis noch in einem Frühstadium. Lediglich jedes vierte Unternehmen (22 Prozent) verfügt über eine aus der Gesamtstrategie abgeleitete Datenstrategie. 26 Prozent der Versicherungshäuser verfügen über kein Data Analytics-Budget. 39 Prozent haben in den vergangenen zwölf Monaten kein Personal im Bereich Data Analytics aufgebaut und planen dies auch in den kommenden zwölf Monaten nicht zu tun.

“Die Schere zwischen den eher passiven Marktteilnehmern und denjenigen, die neben Technologien auch in neue Mitarbeiter und Ausbildung investieren, geht auseinander”, so Andrei Todea, Senior Manager bei EY Financial Services und Mitautor der Studie.

Künftig mehr individualisierte Policen

Der Bedarf nach einer Konkretisierung der Anwendungsszenarien wird von jedem zweiten Unternehmen (52 Prozent) als Priorität für das kommende Jahr genannt. Die Ergebnisse der Studie legen nach Angaben von EY ebenfalls nahe, dass fast ein Viertel der Anbieter (22 Prozent) neue Versicherungsprodukte plant, die auf Data Analytics basieren. “Es ist gut vorstellbar, dass wir künftig zum Beispiel mehr kurzlaufende oder stark individualisierte Policen, etwa im Gesundheitsbereich oder in der Freizeitindustrie, sehen werden”, so Rainer Dunkerbeck, Partner bei EY Financial Services und Mitautor der Studie.

Befragt wurden 25 Versicherungsunternehmen, die am deutschen Markt zusammen für 44 Prozent der Bruttobeiträge in der Sparte Leben sowie für 48 Prozent in der Sparte Komposit stehen. (kb)

Foto: Shutterstock

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