5. Dezember 2017, 06:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Digitalisierung: “Agile Arbeitsweisen etablieren”

Eine Schlüsselrolle für den digitalen Wandel eines Versicherungsunternehmens haben die IT-Abteilunen inne. Ihnen obliegt es, sich weg vom internen Dienstleister hin zum Treiber der Digitalisierung im eigenen Hause zu entwickeln. Gastbeitrag von René Schoenauer, Guidewire

Rene-Schoenauer-Product-Marketing-Manager-EMEA-Kopie in Digitalisierung: Agile Arbeitsweisen etablieren

René Schoenauer: “Durch das Auslagern der IT-Infrastruktur an externe Dienstleister mit Cloud-Services werden für die hausinterne IT-Abteilung Kapazitäten frei, welche für zukunftsweisende Projekte eingesetzt werden können.”

Das Versicherungsunternehmen der Zukunft muss vor allem zwei Bereiche seiner Geschäftsabläufe optimieren:

1. Modernisierung des Angebots: Bisher verfügbare Versicherungsprodukte müssen um eine Smart-User-Experience erweitert werden. Dieses intelligente Nutzererlebnis wird durch innovative digitale Ansätze und der umfangreichen Nutzung der gespeicherten Daten gestützt. Das Repertoire sollte in jedem Fall personalisierte Angebote, den Zugriff auf Produkte über eine Vielzahl an unterschiedlichen Kanälen sowie Self-Services anbieten. Außerdem sollten dem Vertrieb und Maklern moderne Mittel der Zusammenarbeit zur Verfügung stehen.

2. Digitale Technologien für Innovation nutzen: Unbefriedigten Kundenbedürfnissen können Versicherer mit neuen Angeboten entgegentreten, die erst durch den Einsatz digitaler Technologien möglich gemacht werden. Risikotransferlösungen können beispielsweise um Vorsorgedienste sowie Dienste zur Risiko-Prävention erweitert werden, Versicherungsprodukte können durch neue Vertriebskanäle und Partnerschaften einem größeren Kundenkreis zugänglich gemacht werden und so einen größeren Mehrwert erzielen.

Eine Schlüsselrolle für den digitalen Wandel eines Versicherungsunternehmens hat somit die IT inne. Anstatt sich ausschließlich um Hardware-Infrastruktur, Regularien, Compliance und Governance zu kümmern, obliegt es IT-Abteilungen, sich weg vom internen Dienstleister hin zum Treiber der Digitalisierung im eigenen Hause zu entwickeln. Es sollte nicht mehr darum gehen, IT-Infrastrukturen am Laufen zu halten. Das können externe Dienstleister oft viel besser. Der IT-Experte im Haus muss zum Partner der Fachabteilungen werden und den Wandel aktiv vorantreiben und implementieren.

Elementare Weiterbildungsthemen

Aktuell zeigt sich häufig noch das Bild, dass IT-Fachkräfte mit dem Erhalt veralteter Systeme voll ausgelastet sind und keine Zusatzaufgaben mehr übernehmen können. Durch das Auslagern der IT-Infrastruktur an externe Dienstleister mit Cloud-Services werden für die hausinterne IT-Abteilung Ressourcen und Kapazitäten frei, welche zur Unterstützung der strategischen Positionierung des Unternehmens und somit für zukunftsweisende Projekte eingesetzt werden können.

Ziel muss es sein, agile Arbeitsweisen zu etablieren und über alle Fachbereiche hinweg zu entfalten. Der Fokus liegt nun nicht mehr auf dem Betrieb und der Bereitstellung der Infrastruktur eines Unternehmens, sondern vielmehr im Bereich Software und Technologie. Digitalisierungsthemen sowie die Vermittlung von technischem Wissen und Verständnis innerhalb der Belegschaft sind elementare Weiterbildungsthemen. Zusätzlich können neu rekrutierte Fachkräfte mit entsprechender Expertise dazu beitragen, den Wandel möglichst rasch und nachhaltig über alle Unternehmensbereiche hinweg zu vollziehen.

Autor René Schoenauer ist Product Marketing Manager EMEA bei Guidewire.

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Krankenversicherung: Aktuare halten Beiträge bis zu 25 Prozent für möglich

Arbeitnehmer wie Arbeitgeber müssen künftig mit deutlich steigenden Sozialversicherungsbeiträgen rechnen. Davon ist neben der Rentenversicherung insbesondere die gesetzliche Kranken- (GKV) und soziale Pflegeversicherung (SPV) betroffen. Aber auch die private Kranken- und Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Darauf weist der Past President der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV), Roland Weber, heute in Köln hin.

mehr ...

Immobilien

Wie die Online- und Offlinewelten in der Maklerbranche immer mehr zusammenwachsen

Digitalisierung und Disruption sind zwei der zentralen Themen in der Immobilienbranche. Was einst in Stein gemeißelt war, erfährt aktuell mitunter durch Proptechs einen sukzessiven Wandel. Während etablierte Maklerhäuser zunehmend digitale Prozesse in ihr Tagesgeschäft integrieren, müssen sich die Proptechs darüber Gedanken machen, was sie noch analog respektive menschlich bedienen müssen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden.

mehr ...

Investmentfonds

Genug vom Brexit-Chaos: Brokerhaus GKFX zieht Retail-Geschäft aus London ab

Der Online-Broker GKFX, führender Anbieter von Online-Trading in den Bereichen Forex und CFDs, verlegt den Standort für sein Privatkundengeschäft. Grund dafür ist die unübersichtliche politische Lage in Großbritannien rund um den bevorstehenden Brexit. Sämtliche bisherige Finanzprodukte und sonstige Services wie die beliebten Webinar-Reihen bleiben bestehen und werden den Kunden künftig unter der Handelsmarke GKFX Europe angeboten. Kunden aus dem deutschsprachigen Raum werden nach wie vor vom Team der Niederlassung in Frankfurt betreut.

mehr ...

Berater

Ruhestandsplanung: Was bringen steuerliche Anreize?

Auf politischer Ebene werden zur Zeit verschiedene Ansätze diskutiert, wie die Deutschen zu einer besseren Ruhestandsplanung bewegt werden können. Cash. Online fragte die MLP-Expertinnen Miriam Michelsen und Ursula Blümer, was sie von den Vorschlägen halten.

mehr ...

Sachwertanlagen

„INP Deutsche Pflege Invest“: Offener Spezial-AIF erwirbt drei weitere Pflegeimmobilien

Das Immobilienportfolio des für institutionelle Investoren konzipierten offenen Spezial-AIF „INP Deutsche Pflege Invest“ ist um drei weitere Pflegeimmobilien ergänzt worden. Die INP-Gruppe, Asset Manager des Fonds, hat die Pflegeeinrichtung „Seniorensitz am Hegen“ in Hamburg-Rahlstedt, das „Haus St. Antonius“ in Kemnath (Bayern) und die „Altstadtresidenz Wernigerode“ in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) für den Fonds erworben.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...