17. November 2017, 10:10
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Ertragspuffer der Lebensversicherer halbiert

Die Rating-Agentur Assekurata hat die deutschen Lebensversicherer zum zweiten Mal einem “EKG-Check” (Ertragskraft-Garantie-Check) unterzogen. Unter den anhaltend niedrigen Zinsen fällt die Ertragskraft der 75 analysierten Anbieter demnach sehr unterschiedlich aus.

Foto-Lars-Heermann4 300dpi CMYK 1 in Ertragspuffer der Lebensversicherer halbiert

Lars Heermann ist Bereichsleiter Analyse bei Assekurata und Autor der Untersuchung.

Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Studie um neue Aspekte erweitert. Beispielsweise wurden die EKG-Quoten der Anbieter mit ihren Solvenzquoten unter “Solvency II” abgeglichen, die seit der Veröffentlichung der Solvenzberichte im Mai erstmals auf Einzelunternehmensebene verfügbar sind.

Die Break-Even-Nettoverzinsung, die die Mindestanforderungen an den Kapitalanlageertrag beziffert, lag 2016 laut “EKG-Check” mit durchschnittlich 3,15 Prozent erneut oberhalb der Drei-Prozent-Marke. “Dies bedeutet, dass eine Nettoverzinsung unter 3,15 Prozent rechnerisch zu einem negativen Branchen-Rohüberschuss geführt hätte”, erläutert Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse bei Assekurata und Autor der Untersuchung.

Große Unterschiede bei der Nettoverzinsungsmarge

Faktisch wurde diese Hürde mit 4,34 Prozent um 1,19 Prozentpunkte überschritten. Diese Differenz spiegelt sich in der so genannten Nettoverzinsungsmarge wider, die den Saldo zwischen der tatsächlichen Nettoverzinsung und der Break-Even-Nettoverzinsung abbildet. “Bei den einzelnen Versicherern konnten wir große Unterschiede bei der Höhe der Nettoverzinsungsmarge feststellen, die sich zwischen null und vereinzelt weit über zehn Prozent einordnen”, so Heermann. Die Abweichungen seien dabei nicht nur auf den Grad der Bewertungsreserveauflösungen, sondern auch auf die Profitabilität des individuell vorhandenen Versicherungsbestandes zurückzuführen.

“Insbesondere Lebensversicherer mit hohen garantiefordernden Altbeständen im Altersvorsorgebereich spüren die Auswirkungen des Niedrigzinsumfeldes“, sagt Assekurata-Geschäftsführer Dr. Reiner Will. Dagegen hätten Gesellschaften mit hohen Anteilen im Bereich der Biometrie oder der nicht-traditionellen Altersvorsorge weniger Zinslast zu tragen.

Querverrechnungsgefahr steigt

Zieht man von den kundenbezogenen Kapitalanlageerträgen die Rechnungszinsanforderungen zur Bedienung von Garantien und Zinszusatzreserve (ZZR) ab, so wies die Branche im Schnitt lediglich noch einen Ertragspuffer von 0,22 Prozent der Deckungsrückstellung auf. 2015 hatte der Wert noch bei 0,44 Prozent und 2014 bei 0,70 Prozent gelegen. Damit ist der Puffer pro Geschäftsjahr um mehr als 20 Basispunkte abgeschmolzen, was laut Assekurata neben den rückläufigen Kapitalanlageerträgen maßgeblich auf die gestiegenen ZZR-Anforderungen zurückzuführen ist. “Dies erhöht den Druck auf alternative Ertragsquellen und lässt die Querverrechnungsgefahr zwischen den Ergebnistöpfen steigen”, so Heermann. (kb)

Foto: Assekurata

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Hanse Merkur: “Herausragendes Neugeschäftswachstum in allen Vertriebswegen”

Die Hanse Merkur hat 2019 mit einem herausragenden Neugeschäftswachstum in allen Vertriebswegen abgeschlossen. Insbesondere die Geschäftsfelder Gesundheit und Pflege (plus 10,4 Prozent) sowie Risiko- und Altersvorsorge (plus 62,5 Prozent) hatten einen großen Anteil an diesem Ergebnis. Die Brutto-Beitragseinnahme  stieg um 11,7 Prozent beziehungsweise 238,8 Millionen Euro auf 2.288 Milliarden Euro.

mehr ...

Immobilien

Online-Portale von Immobilienmaklern im Test

Besonders in den Großstädten gilt: Wohnraum ist knapp und die Suche nach einer neuen Immobilie – sei es zur Miete oder zum Kauf – zerrt an den Nerven. Wer dabei auf professionelle Hilfe setzt, kann sich neben überregionalen Makler-Ketten auch an einen der zahlreichen Anbieter vor Ort wenden, die mit der regionalen Situation und den Marktpreisen bestens vertraut sein sollten. Ob die Websites der Makler vor Ort eine Verbraucherempfehlung sind, zeigt ein Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität.

mehr ...

Investmentfonds

EY-Prüfberichte zu Wirecard könnten bald eingesehen werden

Gläubiger und Aktionäre haben unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, die normalerweise streng geheimen Abschlussberichte von Wirtschaftsprüfern einzusehen. Das könnte im Fall Wirecard große Bedeutung haben, sagt Wirtschaftsprofessor Kai-Uwe Marten von der Universität Ulm.

mehr ...

Berater

Investieren Sie in Ihr persönliches Wachstum

Wissen Sie, welche Investition sich tausendfach auszahlt? Der Selbstinvest. Das beschrieb schon Warren Buffet. Auch meine Erfahrung ist, dass persönliches Wachstum der elementare Strategiebaustein für ein erfolgreiches Geschäft als Finanzberater ist. Wer heute einen kleinen Schritt in Richtung individuelle Weiterentwicklung geht, kann in Zukunft Großes bewegen. Dabei gibt es konkrete Stellschrauben, die Erfolgshungrige wirklich pushen und sich gleichzeitig optimal in den Arbeitsalltag eines Finanzprofis integrieren lassen. Die Renziehausen-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt: Umsatz gestiegen, Kurse gefallen

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG verzeichnet im Juni bezüglich der Anzahl der Transaktionen und des Nominalumsatzes eine leichte Belebung des Zweitmarkts für geschlossene Fonds. Der Durchschnittskurs sank hingegen zum dritten Mal in Folge.

mehr ...

Recht

Urteil: Haushaltsführungsschaden kennt keine Altersgrenze

Nach einem Verkehrsunfall kann man Anspruch auf eine vierteljährlich zu zahlende Rente haben – der sogenannte Haushaltsführungsschaden. Diese Zahlung ist nicht auf ein Höchstalter begrenzt. Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt hervor (Aktenzeichen: 22 U 82/18), von der die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet.

mehr ...