15. März 2017, 09:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Munich Re erwartet 2017 weiteren Gewinnrückgang

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re kann seine Serie sinkender Gewinne wohl auch 2017 nicht stoppen. Der Überschuss dürfte in diesem Jahr von zuletzt 2,6 Milliarden auf zwei bis 2,4 Milliarden Euro zurückgehen, kündigte der scheidende Vorstandschef Nikolaus von Bomhard bei seiner letzten Bilanzvorlage am Mittwoch in München an.

Nikolaus-von-Bomhard in Munich Re erwartet 2017 weiteren Gewinnrückgang

Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard

Als Gründe gelten die Niedrigzinsen und der harte Wettbewerb in der Branche. Dennoch gibt der Dax-Konzern über Dividenden und den Rückkauf eigener Aktien Milliarden an seine Aktionäre zurück.

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten verhalten aufgenommen. Zum Handelsstart in Frankfurt verlor die Munich-Re-Aktie am Morgen 0,7 Prozent an Wert. Analysten hatten für 2017 zuletzt im Schnitt mit 2,4 Milliarden Euro Gewinn gerechnet. Der neuerliche Aktienrückkauf dürfte Experten kaum überrascht haben.

Mit dem Rückkaufprogramm reagiert die Munich Re auf ihr immer weiter anschwellendes Kapitalpolster. Im vergangenen Jahr wuchs das Eigenkapital des Konzerns trotz teurerer Katastrophenschäden um 2,6 Prozent auf 31,8 Milliarden Euro. Angesichts des Preiskampfs im Schaden- und Unfallgeschäft kann der Konzern das Geld immer schwieriger rentabel zur Abdeckung zusätzlicher Risiken einsetzen.

Hohe Kosten durch Großschäden

Auch deshalb will der Dax-Konzern bis April 2018 erneut eigene Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro vom Markt zurückkaufen und damit das laufende Rückkaufprogramm nahtlos fortsetzen. Für 2016 sollen die Anteilseigner – wie bereits bekannt – eine Dividende von 8,60 Euro erhalten, 35 Cent mehr als im Vorjahr.

Dabei hatte die Munich Re mit 2,6 Milliarden Euro rund eine halbe Milliarde Euro weniger verdient als 2015. Das lag etwa daran, dass Großschäden wie die verheerenden Waldbrände in Kanada, Hurrikan “Matthew” in den USA und das Erdbeben in Neuseeland das Unternehmen mit über 1,5 Milliarden Euro rund eine halbe Milliarde Euro mehr kosteten als ein Jahr zuvor.

Ergo schreibt rote Zahlen

Teuer schlug aber auch die Sanierung der Düsseldorfer Tochter Ergo zu Buche, die mit 40 Millionen Euro in die roten Zahlen rutschte. Ihr im vergangenen Jahr angeschobener Umbau soll noch bis Ende des Jahrzehnts dauern und unter dem Strich mehr als 1.800 Jobs kosten.

Ab dem Jahr 2021 soll Ergo nun statt mehr als 500 Millionen nun rund 600 Millionen Euro abwerfen. Das liegt allerdings vor allem daran, dass das Unternehmen Teile der Gesundheitssparte des Gesamtkonzerns übernimmt. Das Geschäftsfeld mit den Namen Munich Health wird als eigenständige Einheit aufgelöst. Für das laufende Jahr hat die Ergo-Führung für den Erstversicherer einen Gewinn von 150 bis 200 Millionen Euro im Auge. (dpa-AFX)

Foto: Munich Re

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Überlastet und ausgebrannt

Hoher Zeitdruck und zunehmende Arbeitsverdichtung, aber auch zu viel Arbeit für die eigentlich vereinbarte Arbeitszeit sind Faktoren, die bei vielen Beschäftigten hierzulande zu Überlastung führen. Das zeigt der aktuelle DGB-Report „Arbeiten am Limit“.

mehr ...

Immobilien

Tipps für Mieter: Betriebskostenabrechnung ohne böse Überraschungen

Zu hoher Warmwasserverbrauch, einmalige Reparaturen oder ein falscher Umlageschlüssel: Die jährliche Betriebskostenabrechnung sorgt bei Mietern und Vermietern immer wieder für Streit und Diskussionen. Dabei muss nicht immer ein zu hoher Wasser- und Heizungsverbrauch des Mieters die Ursache für eine falsche Betriebskostenabrechnung sein. Nicht selten sind Kosten aufgelistet, die gar nicht umlagefähig sind. Worauf Mieter daher achten sollten, erklären die Experten des Full-Service Immobiliendienstleiters McMakler.

mehr ...

Investmentfonds

Erster regulierter Handelsplatz für digitale Assets

Nach dem Start des Handels für ausgewählte Nutzer im September steht die Digital Exchange der Börse Stuttgart (BSDEX) nun allen Interessierten in Deutschland offen. An Deutschlands erstem regulierten Handelsplatz für digitale Vermögenswerte können die Nutzer aktuell Bitcoin gegen Euro handeln, weitere digitale Assets sollen hinzukommen.

mehr ...

Berater

Schweizer Verwahrer für “Kryptowerte” will nach Deutschland

Die Crypto Storage AG aus Zürich will eine eigene Präsenz in Deutschland aufbauen und kündigt an, eine Lizenz als “Kryptowerteverwahrer” für digitale Werte wie Bitcoin beantragen zu wollen. Hintergrund sind die neuen gesetzlichen Regelungen in Deutschland ab 2020.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia kauft Healthcare-Immobilie in Hamburg

Das Immobilienunternehmen Patrizia AG hat für seinen Fonds Pflege Invest Deutschland I eine gemischt genutzte Immobilie mit Schwerpunkt auf sozialer und medizinischer Versorgung in Hamburg erworben.

mehr ...

Recht

Neues Urteil: Vorsicht bei “Service Calls”

“Service Calls“ eines Versicherungsmaklers können unzulässige Werbung sein. Auf ein entsprechendes Urteil des OLG Düsseldorf vom 19. September 2019 (Az.: 15 U 37/19) hat nun die Rechtsanwaltskanzlei Wirth hingewiesen.

mehr ...