Munich Re will trotz Gewinneinbruch mehr Dividende zahlen

Teuer kam die Munich Re die Sanierung ihrer Tochter Ergo zu stehen. Der Erstversicherer aus Düsseldorf steckte im vergangen Jahr wegen Umbaukosten mit rund 40 Millionen Euro in den roten Zahlen. Damit fiel der Verlust rund doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Der 2015 angetretene Ergo-Chef Markus Rieß will den Versicherer für das digitale Zeitalter rüsten, baut Stellen ab und gliedert die klassische Lebensversicherung in eine eigene Einheit aus. Der Umbau soll eine Milliarde Euro kosten – und sich erst Anfang des nächsten Jahrzehnts auszahlen. Zuletzt sanken die Prämieneinnahmen.

Auch der anhaltende Preiskampf in der Rückversicherung schlug sich in den Konzernzahlen nieder. So nahm die Munich Re 2016 konzernweit Bruttoprämien in Höhe von 48,9 Milliarden Euro ein, rund drei Prozent weniger als im Vorjahr. Dennoch reichten die Prämien aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Sowohl in der Rückversicherung, als auch im Inlands- und Auslandsgeschäft von Ergo lag die Schaden-Kosten-Quote unterhalb der kritischen 100-Prozent-Marke.

Preisschlacht geht weiter

Der 60-jährige Munich-Re-Chef von Bomhard übergibt seinen Posten Ende April an seinen Vorstandskollegen Joachim Wenning. Dieser steht vor der Aufgabe, den Rückversicherer in Zeiten der Niedrigzinsen und eines niedrigen Prämienniveaus wieder auf mehr Gewinn zu trimmen und die Suche nach lukrativen Geschäftsfeldern weiter voranzutreiben. Die Munich Re versucht dabei, ihr Spezialwissen rund um Risikomanagement zu Geld zu machen – also in Bereichen, in denen sie nicht nur als Kapitalgeber gebraucht wird.

Die seit Jahren grassierende Preisschlacht im Schaden- und Unfallgeschäft geht unterdessen weiter. Bei der wichtigen Vertragserneuerung zum Jahreswechsel konnte die Munich Re die Preisabschläge nach eigenen Angaben auf ein halbes Prozent eindämmen. Dabei verzichtete der Konzern auf unrentable Verträge. Das zum 1. Januar gezeichnete Geschäftsvolumen ging dadurch um 4,9 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro zurück. (dpa-AFX)

Foto: Munich Re

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