Anzeige
23. Oktober 2017, 10:04
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Patientenschützer mahnen dringend neuen Pflege-TÜV an

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat von der neuen Bundesregierung rasch eine Reform des sogenannten Pflege-TÜVs angemahnt. “Der neue Pflege-TÜV sollte 2018 an den Start gehen. Fest steht aber heute schon, dass er nicht termingerecht kommen wird”, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

Shutterstock 258221702 in Patientenschützer mahnen dringend neuen Pflege-TÜV an

Der neue Pflege-TÜV für Pflegeheime kommt voraussichtlich 2019 und für ambulante Dienste 2020 – jeweils ein Jahr später als geplant.

Das bisherige Bewertungssystem von Pflegeeinrichtungen wurde 2015 ausgesetzt, weil es nur Top-Noten vergab und damit wenig aussagekräftige war. Zudem war er für Pflegebedürftige und deren Angehörigen nur schwer verständlich.

Der neue Pflege-TÜV für Pflegeheime kommt voraussichtlich 2019 und für ambulante Dienste 2020 – jeweils ein Jahr später als geplant. Die bisherigen Pflegenoten waren auch deswegen unbrauchbar, weil sich Missstände damit kaum erkennen lassen. Beim Pflege-TÜV werden Heime und Pflegedienste vom Medizinischen Dienst der Kassen geprüft und benotet.

Der neue Pflege-TÜV gehöre in die Koalitionsvereinbarung, sagte Brysch. Er nannte die bisherige Vergabe einer Gesamtnote “ein Instrument der Volksverdummung”. Dabei sei für 2017 von einer Million Pflegebedürftigen und Angehörigen auszugehen, die einen ambulanten Pflegedienst oder ein Pflegeheim suchen müssten – so viel wie noch nie. Diese bräuchten dringend aussagekräftige Informationen und Beratung durch einen Pflege-TÜV.

Gesamtnote auf zentrale Indikatoren beschränken

Nach den Vorstellungen der Patientenschützer muss die Gesamtnote auf zentrale Indikatoren beschränkt werden. Dazu gehörten die Behandlungspflege, die fachärztliche Versorgung, die Gabe von Medikamenten, der Einsatz von freiheitsentziehenden Maßnahmen und die Verhinderung von Wundgeschwüren. Auch besondere Hilfen für Demenzkranke und Sterbende haben eine herausragende Bedeutung.

Brysch befürchtet, dass das neue Bewertungssystem nicht benutzerfreundlich werde. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) überlasse es Pflegeanbietern und -kassen, ein neues Bewertungssystem zu entwickeln. Das seien aber genau die Akteure, die mit dem ersten Pflege-TÜV gescheitert seien.

“Gut verständliche und belastbare Informationen”

Nach den Worten Bryschs reicht es nicht aus, alte Bewertungskriterien neu zu gewichten. “Pflegebedürftige und ihre Angehörigen brauchen gut verständliche und belastbare Informationen, an denen sie die Qualität von Pflege und Betreuung festmachen und vergleichen können.”

Kritisiert wurde unter anderem die medizinische Versorgung in Pflegeheimen oder dass Qualität und Preise für die Pflege nicht immer in Einklang standen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Zinszusatzreserve: “Korridormethode bringt zehn Milliarden Euro Entlastung – allein 2018“

Die Kölner Rating-Agentur Assekurata kritisiert in ihrem diesjährigen Marktausblick zur Lebensversicherung 2018 erneut die gegenwärtige Berechnungsmethodik zum Aufbau der Zinszusatzreserve (ZZR) und mahnt eine Umstellung auf die Korridormethode an. Diese war von der deutschen Aktuarvereinigung (DAV) in Abstimmung mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erarbeitet worden.

mehr ...

Immobilien

USA: Baubeginne fallen deutlich stärker als erwartet

Die US-Bauwirtschaft hat sich im Juni enttäuschend entwickelt. Die Wohnungsbaubeginne sanken so stark wie seit November 2016 nicht mehr. Das geht aus Zahlen des Handelsministeriums vom Mittwoch hervor.

mehr ...

Investmentfonds

Größtes Freihandelsabkommen der EU

Während Donald Trump sämtliche Handelsvereinbarungen platzen lässt und zusätzlich Strafzölle verhängt, hat die Europäische Union hat mit Japan ihr bislang größtes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Ökonomen freuen sich über die Rückkehr der Vernunft, aber Verbraucherschützer sind alarmiert.

mehr ...

Berater

Scout24 kauft Finanzcheck.de

Strategische Übernahme: Scout24, Betreiber bekannter digitaler Marktplätze wie Financescout24 oder Autoscout24 übernimmt eines der relevantesten deutschen Online-Vergleichsportale für Verbraucherkredite, Finanzcheck.de. Verkäufer sind eine Investorengruppe um Acton Capital Partners, Btov Partners, Highland Europe, Harbourvest Partners sowie die Gründer von Finanzcheck. Den Kaufpreis liegt bei 285 Millionen Euro und wird bar gezahlt.

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB-Tochter gewinnt Großanleger aus Belgien

Die MPEP Management Luxembourg S.à r.l. (MPEP), ein Tochterunternehmen des Private Equity Spezialisten RWB Group, hat die Zusage über ein Investment in zweistelliger Millionenhöhe von einem alternativen Investmentfonds erhalten, der von Degroof Petercam verwaltet wird.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...