Anzeige
17. August 2017, 09:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Streit zwischen Versicherern und Autoindustrie

Das Geschäft mit Autodaten wird zum Streitfall zwischen Autoindustrie und Versicherungen. Deutschlands größter Autoversicherer Huk Coburg verlangt vom Bund, den Wettbewerb sicherzustellen und Standards für die Datenschnittstellen zu setzen.

Shutterstock 157986236 in Streit zwischen Versicherern und Autoindustrie

Vernetzte Autos sollen künftig in der Lage sein, Hilfe zu holen, wenn ein Unfallopfer es selber nicht mehr kann.

“Es darf kein Monopol der Autohersteller geben, Monopole sind immer schlecht und teuer”, sagte der neue Vorstandschef Klaus-Jürgen Heitmann der Deutschen Presse-Agentur. Sowohl Autohersteller als auch Versicherer wollen mit digitalen Dienstleistungen Kunden binden und neue Geschäftsfelder erschließen. “Die Verbraucher müssen die Wahlmöglichkeit haben”, sagte Heitmann. Der Gesetzgeber solle darauf achten, dass “idealerweise so viel Wettbewerb wie möglich” bestehen bleibe. Die Huk Coburg ist mit rund elf Millionen versicherten Autos Marktführer vor der Allianz.

“Wenn Sie künftig in einem vernetzten Auto eine Panne haben, dann müssen nicht mehr Sie den Abschleppdienst anrufen, Sie werden angerufen, ob Sie Hilfe brauchen”, sagte Heitmann. “Und der Anrufer weiß dann, wo Sie stehen, was an Ihrem Auto kaputt ist und ob sofort geholfen werden kann.” Es seien extrem sinnvolle Dinge dabei – ein Beispiel: “Das Auto holt Hilfe, wenn ein Unfallopfer es selber nicht mehr kann.” Der Gesetzgeber müsse aber sicherstellen, dass es einheitliche Standards für die Datenschnittstellen gebe und nicht alle Hersteller das unterschiedlich handhabten.

Offene Schnittstelle als Ideallösung

“Wir verstehen, dass die Autohersteller sagen, bitte lasst nicht jeden auf die Elektronik im Auto zugreifen.” Es wäre eine beängstigende Vorstellung, wenn zukünftig Cyber-Kriminelle Autos fernsteuern könnten. “Das heißt, man muss daran arbeiten, Datenzugriffe sicher zu ermöglichen.” Das sei schwierig, aber technisch sicher lösbar. “Ich glaube nur, dass die Autoindustrie gut beraten wäre, hier sehr offen mit dem Wunsch der Verbraucher nach Dispositionsfreiheit über ihre Daten umzugehen.”

Idealerweise werde eine offene Schnittstelle im Auto etabliert. “Und der Zugang muss diskriminierungsfrei sein – das heißt, es darf nicht zu viel kosten, wenn überhaupt”, sagte Heitmann. “Im Moment wird ein Konzept favorisiert, bei dem die Autohersteller die Daten auf ihre Server schaufeln und der Inhalt dieser Server wird gedoppelt, damit andere zugreifen können.”

Seite zwei: Kundenbindung steht im Vordergrund

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

ERGO forciert Lebensversicherung

ERGO holt Markus Krawczak zum Januar 2019 als Vorstand für den Maklervertrieb Leben. Zusätzlich hat ERGO zum 1. November 2018 das neue Ressort betriebliche Altersversorgung gegründet. Dieses wird von Jan Niebuhr geleitet.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung: So hoch sind die durchschnittlichen Kreditsummen

Dr. Klein hat bundesweit Alter und Kredithöhe von Immobilienkäufern untersucht. Während Eigenheimerwerber in Sachsen-Anhalt besonders jung sind, kaufen Hamburger und Berliner später eigene vier Wände. Auch bei der Kreditsumme gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

mehr ...

Investmentfonds

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...