26. Juli 2018, 15:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Altersarmut: Immer mehr Rentner müssen arbeiten

Traurige Entwicklung: Immer mehr Rentner in Deutschland verdienen sich durch einen Minijob etwas dazu. Die Zahl der Menschen, die 65 Jahre und älter sind und einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, hat sich zwischen 2003 und 2017 auf über eine Million verdoppelt, wie aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Damit stellt die Altersgruppe 65 Jahre und älter mittlerweile den größten Anteil an den geringfügig Beschäftigten.

Altersarmut in Altersarmut: Immer mehr Rentner müssen arbeiten

Nicht genug für den Ruhestand: Immer mehr Rentner in Deutschland müssen arbeiten gehen, da die Rente allein nicht mehr reicht.

Im Dezember 2017 gab es genau 1 074 689 Minijobber, die 65 Jahre und älter waren. Ende 2003 waren es dagegen nur 587 046 gewesen. Damals bildeten mit 687 565 noch die 35 bis unter 40-Jährigen die größte Altersgruppe bei den Minijobbern. Auf die Daten machte die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann aufmerksam. Die “Passauer Neue Presse” berichtete zuerst darüber.

Zimmermann sagte der Zeitung, die meisten älteren Menschen dürften aus finanzieller Not weiter arbeiten. “Anstatt ihren Ruhestand zu genießen, arbeiten ältere Menschen zunehmend über die gesetzliche Altersgrenze hinaus, um der Armut zu entfliehen.” Dieser Entwicklung müsse Einhalt geboten werden. Zimmermann erneuerte die Linken-Forderung, das Rentenniveau “auf mindestens 53 Prozent” anzuheben und eine solidarische Mindestrente in Höhe von 1050 Euro einzuführen. Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis der Rente zum Durchschnittslohn.

Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, wertete die Zahlen ebenfalls als Beleg dafür, dass viele Menschen im Alter mit ihre Rente nicht mehr über die Runden kämen. “Es kann in einem so reichen Land wie Deutschland nicht sein, dass immer mehr Rentner nach einem langen Leben voller Arbeit auch im Alter noch nebenbei arbeiten müssen.” Bentele forderte unter anderem ein Rentenniveau von 50 Prozent und eine ausreichende rentenrechtliche Anerkennung von Zeiten der Kindererziehung, Pflege und Arbeitslosigkeit. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Bin mir sicher das dies noch deutlich zunehmen wird. Die Rente mag sicher sein aber eben zu niedrig für viele Menschen.

    Kommentar von Jan Lanc, Neu-Isenburg — 27. Juli 2018 @ 09:51

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Munich Re fürchtet starke Hurrikan-Saison im Atlantik

Die bevorstehende Hurrikansaison im Nordatlantik wird in diesem Jahr nach Einschätzung von Geowissenschaftlern vermutlich heftiger als üblich ausfallen. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wären schwere Sturmtreffer auf Land besonders problematisch, warnte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Freitag.

mehr ...

Immobilien

Nach Neuregelung der Maklercourtage: Forderung nach Sachkundeprüfung für Makler

Durch die Neuregelung der Maklerprovision ist eine Steigerung der Qualität und Professionalisierung der Maklerbranche zu erwarten. Dazu gehört nach Meinung von Re/Max Germany auch ein Examen noch Meisterbrief die für den Maklerberuf bislang nicht nötig seien.

mehr ...

Investmentfonds

Wie wahrscheinlich sind negative Zinssätze?

Negative Zinssätze sind wieder in den Schlagzeilen. Die Märkte haben begonnen, die Chance einzupreisen, dass sowohl die US-Notenbank als auch die Bank of England gezwungen sein werden, die Zinsen zu senken und die Nullgrenze zu durchbrechen, um ihre Wirtschaft zu stützen und den wachsenden disinflationären Druck auszugleichen. Aber wie wahrscheinlich ist dies und warum wird jetzt darüber gesprochen? Ein Kommentar von Colin Finlayson, Co-Manager des Kames Strategic Global Bond Fund

mehr ...

Berater

Corona: KI als Sofortsicherheit für Soforthilfe

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sorgen dafür, dass die digitale Transformation an Fahrt aufnimmt. Daraus ergeben sich aber auch neuartige Problemstellungen. Die Betrugsversuche bei den online zu beantragenden Corona-Hilfen zeigen in beispielhafter Weise, welche das sind und wie sie zu lösen wären. Gastbeitrag von Frank S. Jorga, WebID Solutions

mehr ...

Sachwertanlagen

Bisher kaum Corona-Prospektnachträge bei Publikums-AIFs

Nur drei Prospekte von geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger, die vor der Corona-Krise aufgelegt wurden und sich noch in der Platzierung befinden, wurden bislang durch spezielle Risikohinweise zu den möglichen Folgen der Pandemie ergänzt.

mehr ...

Recht

BVDW sieht Gefahr eines „Digitalen Lockdown“

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sein Urteil im Fall Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen die Planet49 GmbH gesprochen. Demnach reicht eine bereits vorangekreuzte Checkbox nicht aus, um den Anforderungen an eine Einwilligung beim Setzen von Cookies zu entsprechen. Dies war zu erwarten. Der BGH hat aber nicht eindeutig darüber entschieden, ob prinzipiell eine Einwilligung des Nutzers für den Einsatz von Cookies zur Erstellung von Nutzerprofilen für Zwecke der Werbung oder Marktforschung  erforderlich ist.

mehr ...