6. September 2018, 10:44
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BRSG: Arbeitgebern droht Doppelbelastung durch Pflichtzuschüsse

Die meisten Arbeitgeber in Deutschland müssen mit unnötigen Mehrbelastungen durch die Reform der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) rechnen. Grund ist eine gesetzliche Unschärfe im Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG). Das zeigt eine aktuelle Markteinschätzung von Sopra Steria Consulting.

BRSG: Arbeitgebern droht Doppelbelastung durch Pflichtzuschüsse

Durch das BRSG drohen Arbeitgebern Mehrbelastungen. Grund ist eine gesetzliche Unschärfte. Und auf Versicherer kommen plötzlich Haftungsrisiken zu.

Demnach fallen künftige Pflichtzuschüsse durch das Unternehmen ohne Anpassung der aktuellen Entgeltumwandlungsvereinbarungen zusätzlich zu bereits freiwillig gezahlten Förderungen an. Eine Möglichkeit zur Anrechnung ist bislang im Gesetz nicht erkennbar. Versicherer können dagegen mit signifikanten Haftungsproblemen gemäß Paragraph 6 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) rechnen, wenn sie ihrer gesetzlichen Pflicht zur Nachberatung nicht nachkommen.

Versicherern drohen Haftungsprobleme

Der Bestand an Verträgen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) in Deutschland umfasste 2017 laut des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mehr 15 Millionen Policen. Viele Arbeitgeber fördern die Entgeltumwandlungen ihrer Mitarbeiter bereits jetzt freiwillig mit einem Zuschuss. Diese Zusagen hat jeder Arbeitgeber individuell vertraglich in Betriebsvereinbarungen oder Entgeltumwandlungsvereinbarungen festgelegt.

Mit dem seit 1. Januar 2018 gültigen Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) ist eine umfassende bAV-Reform in Kraft getreten. Künftig werden unter anderem 15 Prozent Arbeitgeberzuschuss zur bAV verpflichtend – ab 2019 für neue Verträge, ab 2022 auch für bestehende Policen, sofern sie nach Paragraph 63 Abs. 3 EStG gefördert werden. Dieser BRSG-Pflichtzuschuss kann in der Höhe reduziert werden auf die tatsächliche Sozialversicherungsersparnis durch die Entgeltumwandlung des Mitarbeiters.

Seite 2: Gesetz mit Tücken

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5 Kommentare

  1. Den AG zwingen, in ein “schwarzes, durch die Politik demontiertes Loch”,genannt bAV, vor allem bei Versicherungsprodukten, Geld einzuzahlen, ist ein starkes Stück! Nutzniesser sind später nur Finanzamt (Steuer), Sozialversicherung GKV_Beiträge und GRV_Rentenkasse. Inzwischen ist für AG und AN, bis auf wenige Ausnahmen, abraten der richtige Rat, wenn diese ungerechte bAV_Rentnerbelastung für Pflichtversicherte so bleibt.

    Kommentar von B. Steiner — 7. September 2018 @ 08:17

  2. Betriebsrentenstärkungsgesetz – BRSG –
    Clevere Arbeitgeber sind jetzt schon aktiv.
    Von Doppelbelastung muss man nicht unbedingt sprechen, wenn man Arbeitgeber nicht vergraulen will.
    Richtig installiert ist die bAV ein Gewinn für jeden Arbeitgeber bei der Personalbindung und Personalgewinnung.
    Nur wenn der Arbeitgeber nichts tut, ist es kein Gewinn.

    Kommentar von Werner Hoffmann bAV-Experte.de — 6. September 2018 @ 22:16

  3. Der bAV-Leitfaden.de (275 Seiten Loseblattsammlung DinA4) befasst sich sehr ausführlich mit der bAV inkl. Betriebsrentenstärkubgsgesetz.
    Neben den Neuregelungen (inkl. BMF-Schreiben 6.12.2017) werden hier auch betriebswirtschaftliche Lösungen erläutert und „was der Arbeitgeber „wann“ beachten muss.
    Hierbei geht es nicht nur um den Arbeitgeberzuschuss der Höhe nach, sondern auch um viele Einzelheiten auch arbeitsrechtlicher Natur.

    Auch betriebswirtschaftliche Betrachtungen aller Workflow-Prozesse werden erläutert.

    http://www.bav-Experte.de

    Kommentar von Werner Hoffmann Autor bAV-Leitfaden — 6. September 2018 @ 22:09

  4. Auf der Internetseite http://www.bav-Experte.de sind derzeit 2 Berechnungstools:
    – 15% gem. §1a Abs.1a BetrAVG im Vergleich zu 15% pauschal
    – sowie Berechnung Arbeitgeberlohnkosten zu Arbeitgeber-Abgaben
    Zusätzlich sind dort auch ergänzende Erklärungen, die zubrachten sind.

    Kommentar von Werner Hoffmann — 6. September 2018 @ 21:57

  5. Guten Tag,

    ich habe zu dieser „Problematik“ bzw. Thematik einen Beitrag verfasst, der in der Zeitschrift für Versicherungswesen Jahrgang 69 August 2018, 15-16/18, Seite 484-485 veröffentlicht ist und zur Klärung in der Praxis dienlich ist.

    Kommentar von Klaus Dahlke — 6. September 2018 @ 12:58

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