8. Februar 2018, 10:11
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immer weniger Krankenhäuser bundesweit

Wegen der ständig sinkenden Zahl der Krankenhäuser in Deutschland fordert die Linke einen Kurswechsel auf dem Kliniksektor. Die Zahl der Krankenhäuser sank innerhalb von 20 Jahren um 318 auf nur noch 1.951 im Jahr 2016. Die Zahl der Krankenhausbetten nahm in diesem Zeitraum um 95.025 auf 498.718 ab. Das geht aus der aktuellen Gesundheitsberichterstattung des Bundes hervor.

Shutterstock 1019870206 in Immer weniger Krankenhäuser bundesweit

Während die Zahl der öffentlich und kirchlich betriebenen Kliniken weiter sank, nahm die Zahl der privat geführten Krankenhäuser zu.

Linken-Fraktionsvizechefin Sabine Zimmermann, die auf die Zahlen aufmerksam machte, sagte der Deutschen Presse-Agentur: “Krankenhausschließungen gefährden die medizinische Versorgung in der Fläche, gerade in ländlichen Regionen.” Lange Wege könnten im Notfall sogar lebensbedrohlich sein.

Während die Zahl der öffentlich und kirchlich betriebenen Kliniken immer weiter sank, nahm die Zahl der privat geführten Krankenhäuser auf zuletzt 707 zu. Auch diese Tendenz kritisierte die Linke. Zimmermann forderte eine bedarfsorientierte, demokratische Krankenhausplanung unter Beteiligung der Patienten.

Andere Beobachter kommen zu anderen Bewertungen. So stellte das Forschungsinstitut RWI bei der Vorstellung seines “Krankenhaus Rating Reports 2017” fest, es gebe zu viele kleine Einrichtungen, eine zu hohe Krankenhausdichte und zu wenig Spezialisierung. Weil viele Kliniken komplizierte Behandlungen durchführten, auch wenn sie keine breite Erfahrung damit hätten, würden die betroffenen Patienten unnötigen Risiken ausgesetzt, urteilen viele Experten und Krankenkassen.

Groko einigt sich auf mehr Geld für Kliniken

Derzeit ist eine Reform in dem Bereich im Gang. Angestoßen durch die Politik macht der zuständige Gemeinsame Bundesausschuss den Kliniken Vorgaben für einzelne Therapien. Wenn diese nicht eingehalten werden, sollen Abteilungen oder ganze Häuser schließen. Zuständig für die Krankenhausplanung sind im Wesentlichen die Länder.

Ferner haben sich Union und SPD in ihren Koalitionsverhandlungen auf mehr Geld für die Kliniken geeinigt. Die Arbeitsteilung zwischen Zentren für schwere und komplexe Erkrankungen, Kliniken für die Grundversorgung und ambulanten Schwerpunktpraxen soll gestärkt werden. Die Ausgaben der Kassen für Krankenhausbehandlungen waren 2016 um 2,6 auf 73,7 Milliarden Euro gestiegen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Pensionskassen: Mit Volldampf in den Untergang?

Der Niedrigzins beschäftigt Pensionskassen seit 10 Jahren. Diese Entwicklung nimmt durch die Corona-Krise weiter an Fahrt auf. Arbeitgeber sollten jetzt Risiken evaluieren und Handlungsoptionen prüfen, meint das Beratungshaus auxilion.

mehr ...

Immobilien

Miete oft höher als 30 Prozent des Einkommens

Zwei Drittel der Wohnungssuchenden bereit, mehr für Miete zu zahlen als empfohlen Eine Faustregel lautet: Die Kaltmiete einer Wohnung sollte nicht höher als 30 Prozent des Nettoeinkommens des Mieters sein.

mehr ...

Investmentfonds

Wasserstoff-Durchbruch in Sicht?

Wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, zeichneten sich im Bereich der Wasserstoff-Technologie zuletzt zahlreiche Fortschritte ab. Wird Wasserstoff jetzt auch für PKWs nutzbar?

mehr ...

Berater

Die unbequeme Wahrheit über Erfolg in der Selbstständigkeit

Wenn Sie als selbstständiger Finanzdienstleister sich wirklich von der Konkurrenz abheben und zu den besten gehören möchten, dann geht das nur außerhalb der Komfortzone. Gastbeitrag von Trainer und Berater Dieter Kiwus

mehr ...

Sachwertanlagen

Finexity bringt dritten digitalen “Club-Deal”

Das Fintech Finexity AG erweitert sein “Club-Deal”-Angebot um ein Neubauprojekt in Hamburg. Das Projekt ist mit einem Volumen von über acht Millionen Euro das bisher größte im Portfolio des Hamburger Unternehmens und steht Investoren mit Anlagesummen ab 100.000 Euro offen.

mehr ...

Recht

Hälfte der Steuerzahler will Soli-Ersparnis zurücklegen

Mehr als die Hälfte der Steuerzahler, die im kommenden Jahr durch den Wegfall des Solidaritätszuschlags mit einer Entlastung rechnen, will das zusätzliche Nettoeinkommen zurücklegen. Das ergab die jüngste Umfrage im Deutschland-Trend des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), die von INSA Consulere im Auftrag des DIA durchgeführt worden ist.

mehr ...