12. Februar 2018, 10:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Länder investieren zu wenig in Krankenhäuser

Die Bundesländer vernachlässigen nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums Investitionen in die Krankenhäuser. Das meldet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf eine Antwort des Ministeriums auf eine FDP-Anfrage. Demnach wurden im vergangenen Jahr 2,98 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, 2016 seien es 2,74 Milliarden gewesen.

Shutterstock 1021726921 in Länder investieren zu wenig in Krankenhäuser

In Deutschland sind die Länder für die Krankenhaus-Investitionen zuständig. Die Betriebskosten werden von den Krankenkassen finanziert.

“Schätzungen aus Wissenschaft und Praxis gehen von einem jährlichen Investitionsbedarf von circa fünf Milliarden Euro bis circa 6,6 Milliarden Euro aus”, heißt es dem Bericht zufolge in der Antwort weiter.

In Deutschland sind die Länder für die Krankenhaus-Investitionen zuständig. Die Betriebskosten werden von den Krankenkassen finanziert. “Die künftige Koalition muss sich dringend für eine bessere finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser einsetzen”, sagte der FDP-Gesundheitspolitiker Wieland Schinnenburg dem Redaktionsnetzwerk.

Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz sagte der Deutschen Presse-Agentur: “Wer Verantwortung übernehmen will, muss auch zahlen.” Für eine älter werdende Bevölkerung müsse eine gut erreichbare Grundversorgung ebenso wie Hochleistungsmedizin sichergestellt werden. “Der Strukturwandel muss aber geplant werden. Dafür braucht es Investitionen. Genau hier versagen viele Bundesländer und schlittern in den Behandlungsnotstand.”

Widerspruch aus München und Stuttgart

Die bayerische Landesregierung wehrte sich gegen die Kritik aus Berlin: “Der Freistaat ist ein verlässlicher Partner für die bayerischen Kliniken”, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). 2017 standen demnach 503 Millionen Euro für die Finanzierung der Krankenhäuser zur Verfügung, in diesem Jahr sollen es 643 Millionen Euro werden.

Im Stuttgarter Sozialministerium hieß es, Baden-Württemberg habe im vergangenen Jahr so viel Geld in die Krankenhäuser gesteckt wie noch nie. Der Sprecher betonte, sein Land komme mit gut 525 Millionen Ausgaben für die Kliniken den Anforderungen schon recht nahe, wenn man diese auf die einzelnen Länder herunterbreche. “Es wäre natürlich immer schön, mehr zu haben.” (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GroKo verpasst echte Chance auf “Meilenstein”

Als „sozialpolitischen Meilenstein“ hatten die Spitzen der Großen Koalition am Sonntag die Ergebnisse des Koalitionsausschusses bezeichnet und ihre Einigung, etwa zur Grundrente und einem weitergehenden Sozial-und Leistungspaket vorgestellt. Für den DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte eine vertane Chance.

mehr ...

Immobilien

Reform des Mietspiegels: BFW warnt vor Schönfärberei

Die schwarz-rote Bundesregierung plant den Mietspiegel anders als bislang berechnen zu lassen. Heute findet zu den geplanten neuen Regelungen eine Anhörung im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags statt. Der BFW bemängelt unter anderem fehlende Realitätsnähe.

mehr ...

Investmentfonds

Impulse mindern Risiken für Japans Wirtschaft

Um einen Konjunktureinbruch nach der Mehrwertsteuererhöhung vom 1. Oktober zu verhindern, hat Japans Regierung bereits eine Reihe von Impulsen gesetzt. Jetzt könnten zusätzliche wirtschaftliche Stimuli folgen. John Vail, Chief Global Strategist bei Nikko AM, beurteilt deren mögliche Wirkung.

mehr ...

Berater

Defino-Chef kritisiert “in sich verkehrten Beratungsansatz”

Defino-Vorstand Dr. Klaus Möller ist in einer Feierstunde des Deutschen Instituts für Normung in Berlin mit dem “Anwenderpreis 2019” ausgezeichnet worden. In seiner Dankesrede kritisierte er die in der Finanzbranche immer noch weit verbreitete, wenig kundenorientierte Definition des Begriffs “Individualität”.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Bestes Platzierungsergebnis der Unternehmensgeschichte”

Der Fonds Nr. 42 des Asset Managers ILG ist vollständig platziert. In elf Wochen wurden demnach rund 42,4 Millionen Euro Eigenkapital von privaten und semiprofessionellen Anlegern für den alternativen Investmentfonds (AIF) eingeworben.

mehr ...

Recht

Reform des Mietspiegels: Ein weiteres Mal am Ziel vorbei

Die schwarz-rote Bundesregierung plant den Mietspiegel anders als bislang berechnen zu lassen. Morgen findet zu den geplanten neuen Regelungen eine Anhörung im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags statt. Der GdW bezieht im Vorfeld schon einmal eindeutig Stellung.

mehr ...