3. August 2018, 16:43
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Moody’s sieht Lebensversicherer unter Druck

Die niedrigen Zinsen machen den Solvenzquoten der Lebensversicherern immer mehr zu schaffen. Das zeigte sich bei der Präsentation des aktuellen Marktausblicks zur Lebensversicherungsbranche durch die Ratingagentur Moody’s.

 

Shutterstock 536211958 in Moodys sieht Lebensversicherer unter Druck

Einst lag der Garantiezins bei vier Prozent. Seit dem Jahrtausendwechsel gibt nur einen Trend. Und der geht nach unten. Die Niedrigzinspolitik der EZB macht den Versicherern immer mehr zu schaffen.

 

Demnach sieht die Ratingagentur auf die 84 deutschen Lebensversicherer immer größere Risiken zukommen – wenn sich am Zinsniveau nichts verändert. “Für die Bonität der deutschen Lebensversicherer bleiben die niedrigen Zinsen eine zentrale Herausforderung, da ihre Anlageportfolios größtenteils aus Rentenpapieren bestehen“, sagt Studienleiter Dominic Simpson, gegenüber dem „Handelsblatt (HB)“. Lange Zeit hätten die Versicherer die Probleme umgehen können, da sie sich in früheren Jahren mit höher verzinsten Staatspapieren eingedeckt hätten.

Diese würden nun zunehmend auslaufen. Problem ist, dass neue Staatsanleihen längst nicht mehr das Zinsniveau früherer Papiere erreichen. Selbst ein Zinsanstieg würde die Differenz nicht auffangen können. Zwar steigen immer mehr Versicherer auf klassischen Lebensversicherungsgeschäft auf und bieten Index- beziehungsweise Fondspolicen an. Aber: nach wie vor sind 80 Prozent der Lebensversicherungen Garantieprodukte – mit Garantien zwischen 2,5 und 3,5 Prozent.

Solvenzquoten nur dank Übergangsmaßnahmen hoch

Auch der Chef der Europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa, Gabriel Bernadino, will laut HB nicht mehr ausschließen, dass Versicherer in Schwierigkeiten geraten könnte. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft verweist in der Diskussion auf die hohen Solvenzquoten von 382 Prozent und betont, dass die Branche besser dastünde, als 2016. Für die Ratingagentur liegt das Problem aber darin, dass viele Versicherer für die Darstellung dieser Solvenzquoten Übergangsmaßnahmen heranziehen.

Würden diese herausgerechnet, läge die Branche nämlich nur noch bei einer Solvenzquote von rund 250 Prozent – mit fallender Tendenz. Derzeit prüft die BaFin laut dem Bericht bei rund einem Drittel der Lebensversicherer Pläne zur Aufstockung des Solvenzkapitals. (dr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Krankenstandanalyse: Die fünf häufigsten Krankheitsgründe

Wenn sich Mitarbeiter krankmelden, dann bleibt der Grund für den Ausfall häufig unklar. Die Krankenkasse DAK hat nun untersucht, welche Erkrankungen die Arbeitnehmer im vergangenen Jahr am häufigsten außer Gefecht gesetzt haben.

mehr ...

Immobilien

Patrizia: Deutliches Gewinnplus für Immobilieninvestor

Der Immobilieninvestor Patrizia hat im vergangenen Jahr von seinen jüngsten Zukäufen profitiert. Dabei stiegen die Gebühreneinnahmen vor allem für die Verwaltung viel kräftiger als die Kosten.

mehr ...

Investmentfonds

Bullenmarkt bei Kryptowährungen in Sicht?

Die Performance der vergangenen Woche zeichnete Kryptoinvestoren ein Lächeln ins Gesicht: Fast alle Währungen im grünen Bereich, der Rückgang gestoppt.

mehr ...

Berater

Airline-Pleite: Flybmi ist nicht Flybe

Vor allem wegen des Brexits hat die britische Regional-Fluggesellschaft Flybmi am Wochenende Insolvenz angemeldet. Mit einer ähnlich klingenden Airline, die Mieterin mehrerer deutscher Fonds-Flugzeuge ist, hat sie jedoch nichts zu tun.

mehr ...

Sachwertanlagen

A380-Aus: Hochkonjunktur für Besserwisser

Das Ende der Produktion neuer Flugzeuge des Typs Airbus A380 bedeutet nicht automatisch Verluste für Fonds, die solche Maschinen finanziert haben. Eine schlechte Nachricht ist es trotzdem. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

OLG Celle: Reiseantritt muss zumutbar sein

In der Reiserücktrittsversicherung liegt ein Versicherungsfall vor, wenn die versicherte Person von einer unerwarteten schweren Erkrankung betroffen wird. Um dies festzustellen, kommt es laut Urteil des 8. Zivilsenats des OLG Celle nicht auf eine konkrete ärztliche Diagnose der Erkrankung an. Entscheidend sei vielmehr das Vorliegen einer krankheitsbedingten Symptomatik, die den Antritt einer Flugreise unzumutbar erscheinen lasse. 

mehr ...