Anzeige
7. Mai 2018, 10:34
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schicht im Schacht: Allianz verzichtet auf Kohle

Ende diesen Jahres schließt mit der Zeche Prosper-Haniel in nordrhein-westfälischen Bottrop das letzte Kohlebergwerk des Ruhrgebiets. Das „schwarze Gold“ hat keine Zukunft mehr. Nun hat auch Europas größter Versicherungskonzern Allianz den Ausstieg aus der Kohle angekündigt.

 

Kohle Energie in Schicht im Schacht: Allianz verzichtet auf Kohle

Für die Allianz hat das Ende des Kohlezeitalters begonnen. Der Konzern steigt unter anderem aus der Versicherung von Kohlekraftwerken aus.

Keine Einzelversicherung von Kohlekraftwerken bis 2040

Ab sofort verzichtet der Münchner-Konzern auf die Einzelversicherung von Kohlekraftwerken und Kohleabbau. Das sagte Vorstandschef Oliver Bäte der Deutschen Presse-Agentur in München. Und bei ihren Kapitalanlagen will die Allianz ebenfalls ab sofort nicht mehr in Unternehmen investieren, die durch umfangreichen Zubau von Kohlekraftwerken das Ziel des Pariser Klimaabkommens gefährden, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen.

Bereits seit 2015 legt die Allianz kein Geld mehr in Unternehmen an, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit dem Abbau von Kohle oder der Produktion von Kohlestrom verdienen. Nun verschärft Bäte diese Richtlinie. „Wir haben uns entschieden, den nächsten Schritt zu gehen.“ Der Sofortausstieg aus der Versicherung einzelner Kohlekraftwerke und des Abbaus wird das Unternehmen nach Bätes Angaben einen größeren zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Abgesehen von den Sofortmaßnahmen will die Allianz bis 2040 schrittweise – in Absprache mit den betroffenen Kunden – ganz aus dem Kohlegeschäft aussteigen: Energieversorger, die neben Kohle auch andere fossile Brennstoffe oder erneuerbare Energien zur Stromproduktion verwenden, sollen zunächst weiter versichert werden. Aber in den kommenden zwei Jahrzehnten will die Allianz auch dies vollständig auslaufen lassen. Bis 2040 solle es “keine Art von Kohlerisiko” mehr geben, sagte Bäte. Der Konzern sehe sich als verantwortungsvoller Partner, der die Neugestaltung der Wirtschaft unterstützen wolle.

Auch die Allianz selbst soll bis dahin klimaneutral wirtschaften – etwa was den CO2-Ausstoß bei Dienstreisen der Mitarbeiter oder die Gebäudeheizung betrifft. Bei den Kapitalanlagen will die Allianz bis 2040 keine Gelder mehr in Unternehmen investieren, die ihre Treibhausgasemissionen nicht an das zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens anpassen. Ausnahmen bilde die reine Vermögensverwaltung. Mit insgesamt fast zwei Billionen Euro Kapitalanlagen ist die Allianz einer der weltgrößten Investoren.

Greenpeace fordert von Versicherern schnelleren Ausstieg

Umweltinitiativen setzen Versicherungen unter Druck, aus dem Geschäft mit der Kohle auszusteigen. Mit der Kampagne “Unfriend Coal” (Kohle entfreunden) haben Greenpeace und andere Umweltorganisationen speziell die Versicherungsbranche aufs Korn genommen. Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid lobte Bätes Ankündigung zwar als „wichtigen und überfälligen Schritt” – forderte aber gleichzeitig schnelleres Tempo des Münchner Branchenprimus wie der Branche insgesamt. „Die Allianz und andere große Versicherer wie die Münchner RE sind jetzt gefordert, den Kohleausstieg bis spätestens 2030 einzuleiten, wenn sie den Klimavertrag von Paris ernst nehmen wollen“, sagte Smid. Er forderte die Allianz auf, den Kohleausstieg auf die Vermögensverwaltung auszudehnen: Schlupflöcher wie die Verwaltung von Geldern der Kohleindustrie müsse die Allianz schneller als geplant schließen. (dpa-AFX/dr)

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

ERGO forciert Lebensversicherung

ERGO holt Markus Krawczak zum Januar 2019 als Vorstand für den Maklervertrieb Leben. Zusätzlich hat ERGO zum 1. November 2018 das neue Ressort betriebliche Altersversorgung gegründet. Dieses wird von Jan Niebuhr geleitet.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung: So hoch sind die durchschnittlichen Kreditsummen

Dr. Klein hat bundesweit Alter und Kredithöhe von Immobilienkäufern untersucht. Während Eigenheimerwerber in Sachsen-Anhalt besonders jung sind, kaufen Hamburger und Berliner später eigene vier Wände. Auch bei der Kreditsumme gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

mehr ...

Investmentfonds

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...