22. August 2019, 09:58
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Beginnt nun der gravierende Produktwandel in der Versicherungslandschaft?

Mehr als jeder dritte Versicherer (35 Prozent) will seine Produktlandschaft bis 2022 gravierend verändern. Die Branche reagiert damit unter anderem auf den geplanten Provisionsdeckel für bestimmte Lebensversicherungsprodukte und den harten Preiskampf in der Sachversicherungssparte. Vier von zehn Versicherern wollen das Geschäft mit Total-Care-Paketversicherungen und Anti-Hacking-Policen ankurbeln. Das ergibt die Studie “Branchenkompass Insurance 2019” von Sopra Steria Consulting.

Digitalisierung in Beginnt nun der gravierende Produktwandel in der Versicherungslandschaft?

Die Produktlandschaft der Assekuranz in Deutschland wird sich in den kommenden Jahren wandeln. Mit neuen Services, Angeboten, Apps und Multi-Kanal-Management wollen die Versicherer und Vermittler neue Kunden gewinnen und bestehende Beziehungen vertiefen. Vor allem neue Themenangebote wie Produktbündelungen und Cyber-Security-Policen werden in den kommenden fünf Jahren an Relevanz gewinnen.

Fast jeder Zweite will durch Kombiprodukte wachsen

So wollen 39 Prozent der befragten Versicherer durch Kombiprodukten wachsen. Die Themenpakete enthalten neben der Versicherungsleistung weitere Dienstleistungen, beispielsweise Bausteine anderer Versicherer sowie passende Produkte branchenfremder Unternehmen.

Die Assekuranz reagiert damit auf neue Kundenerwartungen: Zwei von drei Entscheidern stimmen der Aussage zu, dass Kunden zukünftig Versicherer bevorzugen werden, die ihnen Komplettlösungen über digitale Ökosysteme und Themenplattformen anbieten können.

Der Versicherer Gothaer arbeitet beispielsweise mit verschiedenen Partnern an einer Smart-Home-Plattform. 40 Prozent der befragten Versicherer planen ähnliche Kooperationen. Die Versicherungskammer Bayern bietet seit Anfang 2019 ein Care-Paket namens Holiday Care an, das auf der eigenen digitalen Plattform Uptodate basiert.

Cyber-Security-Versicherungen als Wachstumstreiber

Kunden, die eine längere Zeit nicht zuhause sind, können situative Versicherungen und versicherungsnahe Leistungen wie eine Schlüsselverwaltung oder einen Sicherheitsdienst buchen. Im Zusammenspiel mit Assistance-Leistungen wird das Angebot deutlich wachsen.

Insgesamt werden lebensbegleitende Services an Relevanz gewinnen, prognostizieren 37 Prozent der Versicherungsentscheider. Gleiches gilt für Produkte, die von der Beratung über den Abschluss bis zum Schadenmanagement komplett digital angeboten werden.

Über Themenpakete denken die Versicherer auch bei der Absicherung gegen Cyber-Risiken nach. 41 Prozent der Entscheider gehen davon aus, dass Policen gegen Schäden durch Hackerangriffe in den kommenden fünf Jahren an Relevanz gewinnen werden. Versicherer wollen Kunden bei ihren IT-Sicherheitsanforderungen unterstützen und entwickeln dafür spezielle Deckungskonzepte.

Zusatzleistungen stehen im Fokus

Für Unternehmen entstehen beispielsweise Zusatzleistungen wie eine IT-Sicherheitsberatung. Die Branche reagiert damit auf eine wachsende Bedrohung durch Cyber-Attacken und die damit verbundene steigende Nachfrage nach Cyber-Sicherheit. Im Zeitraum von 2010 bis 2017 sind die Fälle von Cyber-Crime um 44 Prozent gestiegen, so der Lagebericht des Bundeskriminalamtes.

Zudem werden Bedrohungen nicht nur häufiger, sondern auch raffinierter. Vorreiter bei der Produktentwicklung sind die Konzerne. Nur 27 Prozent der kleineren Versicherungsunternehmen setzen auf Wachstum durch Cyber-Security-Policen. Das ist auf die generell kleinere Produktauswahl zurückzuführen.

 

Seite 2: Nutzungsorientierte Tarifierung ist weiter auf dem Vormarsch

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1 Kommentar

  1. an der Leistungsverbesserung, also den Inhalten wird nicht weiter gearbeitet? Falsche Zielvorgabe.

    Kommentar von frank Dietrich — 22. August 2019 @ 13:08

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