3. Juli 2019, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Beschimpft und beleidigt: Jeder dritte Mensch unter 30 wird zum Opfer

Dass im Internet mitunter ein rauer Umgangston herrscht, ist keine Neuheit und immer häufiger beobachten Nutzer Hasskommentare und Hassreden im Netz. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Generali Rechtsschutzversicherers Advocard bestätigt die Wahrnehmung zunehmender Respektlosigkeit in der digitalen Welt, die vor allem in der Anonymität und dem fehlenden persönlichen Kontakt begründet liegt. 

Digitaler Streit Infografik in Beschimpft und beleidigt: Jeder dritte Mensch unter 30 wird zum Opfer

Jeder dritte junge Mensch unter 30 wird im Netz beschimpft.

Zwei Drittel aller Befragten (65 Prozent) haben bereits wahrgenommen, dass eine andere Person im Internet beschimpft oder beleidigt wurde. Die überwiegende Mehrheit (57 Prozent) hat dies sogar schon mehrfach beobachtet. Besonders häufig werden solche Kommentare von den 18- bis 29-Jährigen (83 Prozent) und den männlichen Internetnutzern (72 Prozent vs. 58 Prozent Frauen) wahrgenommen.

Pöbelkommentare sind keine Seltenheit

Selbst im Internet beleidigt oder beschimpft wurden in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen 36 Prozent und bei den 30- bis 44-Jährigen ist fast ein Viertel betroffen. Peter Stahl, Vorstandssprecher bei Advocard, dem Rechtsschutzversicherer der Generali in Deutschland:

“Beschimpfungen im Netz scheinen inzwischen zum Alltag zu gehören. Die hohe Anonymität, die räumliche Distanz und geringe Hemmschwellen tragen wahrscheinlich dazu bei, dass dieser Kanal immer öfter zum Frustabbau genutzt wird und die Grenze zwischen einer kritischen Meinungsäußerung und einer tatsächlichen Beleidigung häufiger überschritten wird.”

Die Psychologin Dr. Eva Wlodarek bestätigt diese Aussage und ergänzt: “Die normalerweise vorhandene Empathie ist im Netz geringer, da wir die direkte Reaktion des Gegenübers nicht sehen. Richtig gefährlich wird es, wenn der Streit eskaliert und es zu Verleumdungen, Hetze und Drohungen kommt. Dabei handelt es sich um Taten, die durchaus zur Anzeige gebracht und juristisch verfolgt werden können.”

Falsches Verhalten passiert schneller als gedacht

Die Mehrheit der Internetnutzer weiß zwar generell, was im Netz rechtens ist – aber viele Akteure sind dann doch auf dem Holzweg. So sind durchschnittlich 33 Prozent der Internetuser fälschlicherweise der Meinung, dass sie im Netz einfach ungestraft ihre Zustimmung zu einer beleidigenden Äußerung ausdrücken dürfen.

Die 30- bis 44-Jährigen liegen hier mit 39 Prozent sogar deutlich über dem Durchschnitt. “Dass diese Menschen sich damit auf rechtliches Glatteis begeben, ist ihnen dabei offenbar nicht bewusst. Hier bedarf es Aufklärung über die Rechte, die jeder auch im Internet hat”, macht Peter Stahl deutlich.

Beleidigungen sind nirgendwo erlaubt – auch online nicht

Dass sie selbst sogar schon eine Person im Internet beleidigt haben, geben lediglich vier Prozent der befragten Internetuser zu. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es immerhin doppelt so viele (acht Prozent) und bei den Männern immerhin noch sieben Prozent.

“Problematisch bei Beleidigungen im Netz ist, dass sie in der Regel öffentlich für alle sichtbar sind und dauerhaft festgehalten werden. Das bedeutet eine andauernde Belastung für die Opfer”, erklärt Wlodarek. Leider glauben heute immerhin noch acht Prozent aller Internetuser, dass Beschimpfungen im Netz erlaubt sind und fünf Prozent der User sind sich diesbezüglich nicht sicher.

“Die schriftlich oder auf Video festgehaltenen Straftaten bieten den Opfern allerdings auch die Chance, das Unrecht nachzuweisen. Denn genau wie im ‘realen Leben’ sind auch im Netz Beleidigungen nicht erlaubt und die Verfasser können strafrechtlich belangt werden”, stellt Anja-Mareen Decker, Juristin bei Advocard, dem Rechtsschutzversicherer der Generali in Deutschland, klar.

 

Foto: obs/ADVOCARD

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Günstiger Schutz ab dem 10. Lebensjahr – Allianz präsentiert Schüler-BU

Die Allianz Lebensversicherung komplettiert ihr BU-Portfolio und hat eine BU-Versicherung für Schüler vorgestellt. Schüler können bereits ab dem zehnten Lebensjahr einen BU-Schutz erhalten. Zudem lässt sich der Vorsorge-Schutz in späteren Jahren flexibel auf das Berufsleben anpassen.

mehr ...

Immobilien

Maklerkosten: ZIA fordert deklaratorische Maklerklausel

Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, begrüßt den aktuellen Gesetzentwurf über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser. Gleichzeizig kritisiert er jedoch ein entscheidendes Detail.

mehr ...

Investmentfonds

Neuer Rekord bei ETF in Europa

Lyxor ETF Research veröffentlicht heute seinen Bericht “Money Monitor 2019”, eine eingehende Analyse der Zuflüsse in ETFs von Anbietern mit Sitz in Europa. Der Bericht berücksichtigt erstmals auch die Zuflüsse in aktive Fonds. Die neue Publikation basiert auf der Untersuchung von 47.000 Fonds und ETFs und bietet damit einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Trends und Treiber in der europäischen Vermögensverwaltungsbranche.

mehr ...

Berater

Erbrecht: Fünf Irrtümer und wie Sie diese vermeiden

Rund um den Tod und das Erbe treten Fragen auf. Dazu gehören vermeintliche Sätze wie etwa: „Für die Beerdigung meines Vaters zahle ich keinen Cent“ oder „Meine enterbten Kinder bekommen nichts vom Nachlass“. Aufgrund dieser Irrtümer schließen viele Menschen gar keinen Erbvertrag ab und lassen die Planung nach dem eigenen Tod außen vor. Wie man besser vorgehen sollte.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT baut Geschäft mit Privatanlegern aus

Die BVT Unternehmensgruppe, München, konnte im vergangenen Jahr bei professionellen, semiprofessionellen und Privatanlegern insgesamt 146 Millionen Euro Eigenkapital platzieren. Einen Schwerpunkt bildete die Anlageklasse US-Immobilien, in der 2019 erstmals seit 10 Jahren auch wieder eine Beteiligungsmöglichkeit für Privatanleger angeboten wurde.

mehr ...

Recht

Immobilienkauf: Muss geschenktes Geld zurückgezahlt werden?

In den eigenen vier Wänden zu leben, ist der Wohntraum vieler, den sich dank historisch niedriger Zinsen auch etliche Menschen in Deutschland erfüllen können. Trotz der guten Zinslage gibt es aber eine Hürde, die besonders junge Immobilienkäufer nur mit der Unterstützung ihrer Eltern überwinden können: das benötigte Eigenkapital. Doch was geschieht, wenn Eltern dem eigenen Kind und dessen Partner Geld für den Immobilienkauf schenken, sich das Paar aber später trennt? Ein Beitrag von Rechtsanwalt Philipp Takjas, McMakler.

mehr ...