2. Mai 2019, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Gefahr E-Scooter: Gesetzliche Unfallversicherung meldet sich zu Wort

Nach vielen Wortmeldungen zum Thema E-Scooter nimmt nun auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Stellung. Hauptgeschäftsführer Professor Dr. Joachim Breuer warnt vor den Gefahren für Kinder und Senioren. Warum die Regelung noch offen ist.

Shutterstock E-Scooter in Gefahr E-Scooter: Gesetzliche Unfallversicherung meldet sich zu Wort

Der Hauptgeschäftsführer der DGUV wünscht sich Sicherheit auf Gehwegen.

 

“Die Nutzung von Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Scootern muss so geregelt werden, dass sie weder für die Nutzerinnen und Nutzer noch für andere Verkehrsteilnehmende zu einer zusätzlichen Gefahr im Straßenverkehr werden.

Angesichts der Erfahrungen, die im Ausland bereits vorliegen, halten die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung daher einige der Regelungen im aktuellen Verordnungsentwurf des Bundesverkehrsministeriums für sehr problematisch.” so Professor Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV.

Insbesondere die Unterscheidung der Fahrzeuge mit Berechtigung zur Benutzung des Gehwegs bereitet ihm Sorgen.  Der Kompromiss, dass die Höchstgeschwindigkeit auf Gehwegen künftig 12 km/h betrage, komme einer Verdoppelung der geltenden Geschwindigkeit gleich, so Professor Breuer weiter.

Für die Nutzer von E-Scootern bedeutet dies, dass die eigene Reaktionszeit in Gefahrensituationen sinkt und dadurch das Risiko eines Unfalls ansteigt.

Der Fußweg muss sicher bleiben

Insbesondere für schwächere Verkehrsteilnehmer, also Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, sind Gehwege ein geschützter, sicherer Raum – und das müssen sie auch bleiben, fordert der Hauptgeschäftsführer der DGUV von der Politik:

“Vor diesem Hintergrund bitten wir die Verkehrsminister von Bund und Ländern darum, die bestehenden Regelungen nur zu lockern, wenn belastbare Erfahrungen und Daten eindeutig dafür sprechen. So lange dies nicht der Fall ist, muss die Schrittgeschwindigkeit die Höchstgeschwindigkeit auf Gehwegen bleiben.”

Ein weiteres Risiko ergibt sich aus Sicht der Gesetzlichen Unfallversicherung auch bei der Frage ab welchem Alter E-Scooter genutzt werden dürfen: “Auf dem Schulweg ereignen sich bereits rund 100.000 Unfälle jährlich, deren Kosten die Unfallkassen tragen. Viele davon gehen glimpflich aus, aber die Statistik zeigt, dass sich das mit zunehmender Motorisierung ändert.”

Sachkenntnis nachweisen

Aus diesem Grund sei, so Breuer, eine Nutzung ohne Altersbegrenzung nicht tragbar. Er schlägt vor, Elektrokleinstfahrzeuge bis 20 km/h nicht für Fahrerinnen und Fahrern unter 15 Jahren freizugeben. Dieses Alter verhält sich vergleichbar zum Mofa. Auch hier liegt das Mindestalter bei 16 Jahren.

Wer ein Mofa nutzen möchte, der muss seine Sachkunde mit einer Führerscheinprüfung nachweisen. Ähnlich könnte es aus Sicht von Breuer auch für die E-Scooter geregelt werden.

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Diese Lebensversicherer punkten bei den Kunden

Die Versicherungsbranche steckt im digitalen Wandel. Gleichwohl sind nicht alle Versicherungssparten gleich gut für die digitale Kundennähe gerüstet. Insbesondere in der Lebensversicherung fällt es noch schwer, die passenden Antworten auf die Kundenwünsche zu finden. Die neue Service Value-Vergleichsstudie zeigt, welche Lebensversicherer bei den Kunden überzeugen.

mehr ...

Immobilien

Erhaltungssatzung: Münchner Immobilienbesitzer sollten Status ihrer Immobilie prüfen

Experten der Hausbank München eG, von Rohrer Immobilien und der Anwaltskanzlei Wagensonner empfehlen aktuell oder zukünftig von der Erhaltungssatzung der bayerischen Landeshauptstadt betroffenen Immobilienbesitzern ihr Objekt einem Statuscheck zu unterziehen.

mehr ...

Investmentfonds

“Ein gesetzlicher Schildbürgerstreich”

Mit drastischen Worten fordert der Vertriebsverband Votum ein Umdenken bei der BaFin-Aufsicht über Finanzanlagenvermittler und Stärkung des digitalen Verbraucherschutzes. Das Bundesfinanzministerium plane Millioneninvestition ohne verbraucherschützende Wirkung. Notwendige Handlungsfelder würden hingegen vernachlässigt. Die Votum-Erklärung im Wortlaut:

mehr ...

Berater

Aus für Thomas Cook in Deutschland

Vor knapp zwei Monaten stellte die deutsche Thomas Cook Insolvenzantrag. Jetzt herrscht Gewissheit. Für das Unternehmen als Ganzes gibt es keine Zukunft mehr.

mehr ...

Sachwertanlagen

Voigt & Coll. bringt Multi-Asset-Dachfonds mit Quadoro

Die V&C Portfolio Management GmbH & Co. KG, eine Beteiligung der Voigt & Coll. GmbH, hat die Vertriebszulassung der BaFin für ihren neuen Multi-Asset-AIF für Privatanleger erhalten.

mehr ...

Recht

Zwei Prozent sind genug

Die Bundesagentur für Arbeit wird in diesem Jahr voraussichtlich einen Überschuss von zwei Milliarden Euro verzeichnen. Der Bund der Steuerzahler fordert nun eine stärkere Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung und fordert zudem eine gesetzliche Kopplung von Beitragshöhe und Rücklage der Arbeitsagentur.

mehr ...