29. Juni 2019, 13:14
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Hoffnung, dass der Deckel nicht kommt

Theresa May hat als Premierministerin abgedankt. Der Brexit beschäftigt aber immer noch die britische Politik und die Unternehmen. Als Austrittstermin gilt nun der 31. Oktober. Cash. sprach mit Christian Nuschele, Leiter des Vertriebs von Standard Life Deutschland und Österreich, über die Auswirkungen, den Umzug nach Dublin, die Folgen des Provisionsdeckels und die Zukunft der Altersvorsorge in Deutschland.

Christian-Nuschele-Portrait-1 in Hoffnung, dass der Deckel nicht kommt

Die Politiker in Großbritannien und Europa ringen weiter mit dem Austrittsdatum. Die EU hat einen Aufschub gewährt und wartet nun auf den Brexit-Austritt. Sie stehen in den Blöcken und warten. Hat diese Hängepartie Folgen?

Nuschele: Wir von Standard Life haben geliefert und die Brexit-Lösung pünktlich bereits zum 29. März 2019 umgesetzt. Es war uns aber schon recht früh klar, dass es auf politischer Ebene zu einer Hängepartie oder auch zu einem harten Brexit kommen könnte.

Natürlich haben wir uns im Sinne unserer Kunden auch auf diese Szenarien vorbereitet. Mit dem Umzug nach Dublin haben wir eine Lösung geschaffen, die uns unabhängig von den weiteren politischen Ereignissen macht und für Kunden und Vertriebspartner ein Maximum an Planungssicherheit bringt.

Wie anspruchsvoll war der Weg nach Dublin und wo lagen die größten Hürden?

Nuschele: Es waren sehr intensive, arbeitsreiche Monate. Die Übertragung erfolgte nach einem streng regulierten, langwierigen Prozess. Über fast 36 Monate hinweg das Vertrauen unserer Partner und Kunden aufrecht zu erhalten, war die größte Herausforderung. Und was man nicht vergessen darf:

Wir haben natürlich unsere Vertriebspartner und Kunden intensiv über unsere Pläne informiert und viele, viele Fragen beantwortet. Aber all das liegt hinter uns. Wir haben das Projekt abgeschlossen und die Basis geschaffen, unsere Erfolgsgeschichte in Deutschland und Österreich weiterschreiben zu können. Alles in allem wurden über 600.000 Verträge und rund 26 Milliarden Euro nach Dublin übertragen.

Warum haben Sie sich für die Republik Irland als neuer Standort und nicht für Deutschland und Frankfurt entschieden und gab es Kritik?

Nuschele: Wir haben geprüft, eine eigenständige BaFin-regulierte Deutschlandtochter zu gründen. Zwei Gründe haben aber dagegen gesprochen: With-Profit-Produkte sind im deutschen Versicherungsaufsichtsgesetz nicht geregelt. Anders sieht es dagegen in Irland aus, wo die irische Aufsicht der britischen in vielen Punkten sehr ähnlich ist.

Und wir konnten in Irland auf ein bereits bestehendes Versicherungsunternehmen zurückgreifen, dessen Geschäftszweck wir erweitern konnten – wir mussten nicht neu gründen. Aus beiden Gründen war die Entscheidung für Irland sehr naheliegend.

Welche rechtlichen Konsequenzen hat der Wechsel von Edinburgh nach Dublin? Was ändert sich für die Kunden aus Deutschland und Österreich? Schließlich sind Deutschland die Versicherungskunden durch Protektor geschützt und in GB durch den FSCS.

Nuschele: Zunächst einmal war es besonders wichtig, dass die Lösung für unsere Kunden und Vertriebspartner maximale Rechtssicherheit, gleichzeitig aber möglichst wenige Änderungen bringt. Dies ist definitiv der Fall. Die vertraglichen Rechte des Kunden bleiben unverändert erhalten und unterliegen deutschem Vertrags- und Steuerrecht. Die Rechtsaufsicht der BaFin bleibt ebenfalls bestehen. Auch bei den garantierten Leistungen gab es keine Änderung.

Die Kunden erhalten den gleichen Service, Rückfragen werden von den bekannten Ansprechpartnern beantwortet. Eine Veränderung gibt es lediglich beim Insolvenzschutz. Hier werden die Kunden nun durch die irischen aufsichtsrechtlichen Vorschriften geschützt, die auf einer EU-Richtlinie beruhen.

 

Seite 2: Über die Zukunft der Altersvorsorge 

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