9. September 2019, 12:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Klimawandel treibt Rückversicherer um

Rückversicherer weltweit sorgen sich zunehmend über die Auswirkungen des Klimawandels auf die eigenen Geschäftsmodelle. Rückversicherer nennen häufiger auftretende Wetterextreme und teurer werdende Katastrophenschäden erstmals als wesentliche Risiken für das operative Geschäft.

Shutterstock 494490568 in Klimawandel treibt Rückversicherer um

Als weitere Top-Risiken werten Rückversicherer neue Technologien, Gefahren aus dem Cyber-Raum, die eigene strukturelle Wandlungsfähigkeit mit Blick auf neue Technologien und Kundenwünsche sowie steigende regulatorische Anforderungen an die Branche wie die EU-Datenschutz-Grundverordnung und den Bilanzierungsstandard IFRS 17.

Deckung von Naturkatastrophen wird schwieriger

Für die Studie wurden die 320 Branchenvertreter und –experten aus 42 Ländern befragt, 35 Prozent davon mit Sitz in Europa. Verglichen zur Vorgänger-Studie von 2017 fühlt sich die Branche international mittlerweile besser für ihre Herausforderungen gewappnet.

Der Klimawandel sorgt nach Einschätzung der Befragten für Veränderungen in allen Geschäftsbereichen – von der mittel- bis langfristigen Risikobewertung bis hin zur Preisgestaltung. Gleichzeitig wächst die Sorge unter den Studien-Teilnehmern, dass bestimmte Naturkatastrophen langfristig kaum noch versicherbar sein werden.

„Nicht nur die Häufigkeit und Heftigkeit der Wetterextreme nimmt zu, auch die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen im Kampf gegen die Erderwärmung verändern sich. Dadurch entstehen neue Risiken, aber auch Chancen für die Rückversicherer“, sagt Julia Unkel, Leiterin des Bereichs Insurance bei PwC Deutschland.

Digitalisierung steht erst am Anfang

Veraltete IT-Systeme, hohe IT-Modernisierungskosten und Unsicherheiten, in welche digitalen Innovationen investiert werden soll, bereiten vielen Branchenvertretern ebenfalls Sorgen. „Neue Technologien ermöglichen die Auswertung enormer Datenmengen und können die Risikobewertung revolutionieren. Zudem schaffen sie vor allem auch neue Möglichkeiten in der Interaktion mit den Kunden“, erläutert PwC-Partnerin Julia Unkel. „Der Druck, veraltete Technologie schneller als bisher abzuschalten, wächst“.

Bei der Bewertung und Abdeckung von Cyber-Risiken bestehen nach Angaben der Befragten nach wie vor Unsicherheiten hinsichtlich der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten.

Cyber-Policen Rückversicherer  schützen nicht vor Rückkoppelungen

Zudem schützen Cyber-Policen Rückversicherer nicht vor möglichen Rückkoppelungen auf das eigene Geschäft etwa bei Hacker-Angriffen auf Kunden. Einige Befragte mahnen, die Versicherungsbranche nehme Risiken von Cyber-Kriminalität wie den unbefugten Zugriff auf Kundendaten noch nicht ernst genug.

Der wachsende Kostendruck und Wettbewerb unter den Anbietern dürfte nach Einschätzung der Rückversicherer die Konsolidierungswelle der Branche weiter anschieben. InsurTechs machen den Rückversicherern laut Analyse dabei weniger zu schaffen als den Erstversicherern. Als weitere Herausforderungen für das operative Wachstum nennen die Befragten Überkapazitäten und Niedrigzinsen.

„Reinsurers´ Banana Skins 2019“ – Top-Risiken für Rückversicherer

  1. Technologien (2*)
  2. Cyber-Risiken (3)
  3. Klimawandel (-**)
  4. Wandlungsfähigkeit (1)
  5. Regulierung (8)
  6. Investment Performance (5)
  7. Fachkräfte (9)
  8. Wettbewerb (4)
  9. Politische Einflüsse (10)
  10. Einsparungen (12)

*Rang 2017

**neu in Rangliste

Foto: Shutterstock

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Welt-Alzheimertag: Welcher Versicherungsschutz ist für Demenzkranke wichtig?

Am kommenden Samstag ist Welt-Alzheimertag. An diesem Tag wird jährlich auf das Thema Demenz und die Situation Demenzkranker aufmerksam gemacht. 1,7 Millionen Menschen sind laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft in Deutschland von dieser Krankheit betroffen. 2060 sollen es nach dem Statistikportal Statista bereits 2,88 Millionen sein.

mehr ...

Immobilien

Weshalb der Staat das denkbar schlechteste Wohnungsunternehmen ist

Ob BMW, Lufthansa oder Deutsche Wohnen – niemand ist mehr sicher vor einer Verstaatlichung oder euphemistisch: „Rekommunalisierung“. Gemeinsam propagieren sie den falschen Glauben daran, dass der Staat der bessere Unternehmer sei. Wenn Wohnungen in der Hand des Staates sind, so die Annahme der Berliner Initiative „Deutsche Wohnen Enteignen“, wird alles besser. Ein Kommentar von Daniel Föst, bau- und wohnungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Vorsitzender der FDP Bayern.

mehr ...

Investmentfonds

Wir gehen auf die Straße!

Am 20. September findet der dritte globale Klimastreik statt – weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Parisabkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden. Seit 1995 tritt ÖKOWORLD für den Klimaschutz und für die Ökologisierung der Wirtschaft ein.

mehr ...

Berater

Allianz Global Wealth Report: Es gibt keine Gewinner

Der zehnte „Global Wealth Reports“ der Allianz zeigt, dass 2018 erstmals die Geldvermögen in Industrie- und Schwellenländern gleichzeitig zurückgegangen sind. Selbst 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, war dies nicht der Fall. Ein Kommentar von Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

Sicherheit auf der Baustelle: Das Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ reicht nicht aus

Wer baut, haftet für mögliche Personen- oder Sachschäden auf der Baustelle. Bauherren und Grundstückseigentümer tragen eine Mitverantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie für die Absicherung der Baustelle. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds.

mehr ...