19. November 2019, 10:07
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“Nicht einmal halbherzig”: Kabinettsbeschluss zur bAV unter Beschuss

Der Bundesverband pauschaldotierter Unterstützungskassen (BV-pdUK) hat den Kabinettsbeschluss zur Betriebsrente kritisiert. Demnach soll die Belastung durch die vollen Kranken- und Pflegekassenbeiträge auf ausgezahlte Betriebsrenten mit einem Freibetrag von 159,25 Euro monatlich belegt werden. 

Manfred-Baier-Authent-sitzt in Nicht einmal halbherzig: Kabinettsbeschluss zur bAV unter Beschuss

Manfred Baier, Vorstandsvorsitzender des BV-pdUK

Manfred Baier, Vorstandsvorsitzender des BV-pdUK sagte: “Diese Regelung ist nicht einmal halbherzig und fördert nicht gerade das ohnehin erschütterte Vertrauen in die betriebliche Altersvorsorge.”

Die Gesetzesformulierung von Gesundheitsminister Jens Spahn würde nach Ministeriumsangaben bedeuten, dass sich für rund 60 Prozent der Betroffenen, deren Einnahmen aus Betriebsrenten höchstens 320 Euro im Monat betragen, die Beiträge mindestens halbieren würden. Für Baier sieht das nur auf den ersten Blick gut aus, würde aber bei genauem Hinsehen Millionen von Betriebsrentnern weiterhin nicht helfen.

Bei einem Rentenfaktor von 16 beziehungsweise einer Lebenserwartung von 84 bis 85 Jahren, so die Berechnungen des BV-pdUK, würde eine Betriebsrente von 320 Euro einem angespartem Kapital von lediglich rund 61.400 Euro entsprechen. Der bei Betriebsrentnern durchschnittlich aufgebaute Kapitalstock läge aber bei rund 100.000 Euro. Das bedeute, dass die große Mehrheit der Betriebsrentner weiterhin doppelt zur Kasse gebeten werde. Selbst bei einer Betriebsrente von 1.000 Euro wären die Ersparnisse aus der Reform nur “marginal”.

“Das Vertrauen sinkt”

Als mindestens ebenso schwerwiegend sieht Baier die Tatsache an, dass mit dem Entwurf erneut die Chance verpasst werde, auf Unternehmerseite weitere Anreize zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) zu setzen. Auch bei den Arbeitgebern sinke das Vertrauen in die bAV zusehends. Sie würden längst erkennen, dass ihre Zuschüsse bei der faktischen Beibehaltung der Doppelverbeitragung für die allermeisten Betriebsrentner wenig effektiv eingesetzt wären. Bei versicherungsbasierten bAV-Modellen täten Null- und Minuszinsen ihr Übriges. (kb)

Foto: BV-pdUK

4 Kommentare

  1. bAV über Versicherungsprodukte müssen weg. Alle Probleme für AG und AN sind durch Versicherungsprodukte verursacht.
    In die bAV gehört mehr betriebswirtschaftlicher Sachverstand. Das kann niemand vom Versicherungs-vertreter nicht erwarten. Mehr Mut zur Aufklärung und Transparenz!

    Kommentar von Heinz Weber — 26. November 2019 @ 16:35

  2. Aber Herr Baier, wo soll denn da ein Vertrauen sinken – das ist doch schon lange bei Null.
    Die Direktversicherten mit Verträgen von vor 2004 wurden im November 2003 enteignet.
    Das war problemlos rückwirkend möglich und jetzt ist eine rückwirkende Entschädigung dieser Menschen völlig unmöglich.
    Die verantwortlichen Parteien CDU/CSU, SPD und Grüne werden sich noch wundern.

    Kommentar von Eugen Dinkel — 21. November 2019 @ 17:22

  3. Wie recht Herr Baier hat!!!
    Ein Hohn diese Regelung! Eine komplette Lachnummer dieser GroKo-Kompromis!!😂😂😂
    Die Doppelverbeitragung von Direktversicherungen +BAV muß weg- sofort !
    Alternativlos- Frau Merkel.

    Kommentar von Kölbl — 19. November 2019 @ 17:27

  4. Gabriele Berr
    Also bleibt nur noch der kostenlose Klageweg vor den Arbeitsgerichten!
    https://www.lbav.de/arbeitgeber-muss-fuer-beitragspflicht-haften/

    https://www.zdf.de/nachrichten/heute-in-deutschland/regierung-macht-betriebsrenten-attraktiver-100.html

    Kommentar von Norbert Wichmann — 19. November 2019 @ 13:19

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