13. Mai 2019, 11:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Pflege: Steigen die Beitragssätze auf acht Prozent?

Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat seine aktuellen Studien zur Pflegefinanzierung vorgestellt. Die Analysen verdeutlichen, dass steigende Beitragssätze und eine hohe implizite Verschuldung der Sozialen Pflegepflichtversicherung eine zunehmende Belastung der jüngeren Generation darstellen.

Pflegefinanzierung belastet zunehmende jüngere Generation

Die Ausgaben des Bundes werden immer weiter steigen. Droht 2040 ein Beitragssatz von acht Prozent?

Mögliche Reformen der Pflegefinanzierung müssten zwingend auch auf ihre Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit hin überprüft werden, so die Forderung der Wissenschaftler.

Allein durch die demografische Alterung der Gesellschaft wird der Pflege-Beitragssatz auf mindestens 4,1 Prozent im Jahr 2040 steigen.

Bereits in diesem Szenario muss ein im Jahre 1989 Geborener mit durchschnittlichen beitragspflichtigen Einkommen über seine gesamte Lebenszeit mehr als 38.000 Euro (real) Beitrag zur Pflegeversicherung bezahlen. Das sind 50 Prozent mehr als bei 1966 geborenen Versicherten.

Versteckte Schuld über 400 Milliarden Euro

Sollten dagegen Ausgaben- und Einnahmenentwicklung – wie bereits in der Vergangenheit – weiter auseinanderdriften, könnten die SPV-Beitragssätze sogar zwischen fünf und knapp acht Prozent in 2040 liegen und damit in einer Größenordnung, die nicht mehr tragbar erscheint. Damit wächst das politische Risiko, dass Leistungen gekürzt werden müssen.

Selbst bei optimistischen Szenarien ergeben sich Beitragssteigerungen und es droht damit ein Überschreiten der politisch konsentierten 40-Prozent-Grenze bei der Abgabenbelastung. Dabei weist Deutschland bereits heute die zweithöchste Steuer- und Abgabenquote innerhalb der OECD-Länder auf.

Aktuell beträgt die versteckte Schuld in der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) 435 Milliarden Euro. Bei diesem Betrag handelt es sich um die zukünftigen Leistungsversprechen, die durch heutige Beitragszahlungen nicht gedeckt sind.

Um die nachfolgenden Generationen nicht noch weiter zu belasten, sollten zusätzliche Pflegeleistungen daher nicht dem Umlageverfahren der SPV auferlegt werden, sondern durch kapitalgedeckte Vorsorge abgesichert werden. (dr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Digitalisierung in der bAV: Abwarten ist der schlechteste Ausweg

Die Verwaltung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) wird aktuell auf breiter Fläche modernisiert. So verwendet ein Drittel der Unternehmen bis zu 30 Prozent seiner Administrationsbudgets für Digitalisierungsprojekte. Im Vorjahr investierte erst ein Fünftel eine vergleichbare Summe. Dies ergab eine Befragung von 54 Unternehmen durch den bAV-Dienstleister Willis Towers Watson.

mehr ...

Immobilien

Berlin: Zahl der Baugenehmigungen geht drastisch zurück

Die Anzahl der Baugenehmigungen für Eigentumswohnungen in der Hauptstadt ist im direkten Vergleich vom ersten Halbjahr 2018 zum ersten Halbjahr 2019 um 50% gesunken. Das geht aus dem Bautätigkeitsreport Q2-2019 der Ziegert Bank- und Immobilienconsulting GmbH hervor.

mehr ...

Investmentfonds

Impulse mindern Risiken für Japans Wirtschaft

Um einen Konjunktureinbruch nach der Mehrwertsteuererhöhung vom 1. Oktober zu verhindern, hat Japans Regierung bereits eine Reihe von Impulsen gesetzt. Jetzt könnten zusätzliche wirtschaftliche Stimuli folgen. John Vail, Chief Global Strategist bei Nikko AM, beurteilt deren mögliche Wirkung.

mehr ...

Berater

Defino-Chef kritisiert “in sich verkehrten Beratungsansatz”

Defino-Vorstand Dr. Klaus Möller ist in einer Feierstunde des Deutschen Instituts für Normung in Berlin mit dem “Anwenderpreis 2019” ausgezeichnet worden. In seiner Dankesrede kritisierte er die in der Finanzbranche immer noch weit verbreitete, wenig kundenorientierte Definition des Begriffs “Individualität”.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Bestes Platzierungsergebnis der Unternehmensgeschichte”

Der Fonds Nr. 42 des Asset Managers ILG ist vollständig platziert. In elf Wochen wurden demnach rund 42,4 Millionen Euro Eigenkapital von privaten und semiprofessionellen Anlegern für den alternativen Investmentfonds (AIF) eingeworben.

mehr ...