Strategiewechsel bei Prisma Life

Der Liechtensteiner Lebensversicherer Prisma Life hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem Jahresüberschuss von 5,3 Millionen Euro abgeschlossen. Gegenüber dem Vorjahr legte das Ergebnis um sieben Prozent zu. Dagegen gingen die verdienten Prämien um drei Millionen Euro auf 129 Millionen Euro zurück. Zugleich vollzieht das Unternehmen einen Markenrelaunch sowie einen Strategiewechsel im Neugeschäft.

Holger Beitz, CEO der Prisma Life, richtet den Versicherer nun internationaler aus.

 

Wesentliche Aspekte  seien die Umstellung der Kapitalanlage nach ESG-Kriterien, entsprechend angepasste Investmentstrategien und -fonds für die Kunden sowie Nachhaltigkeit in der internen Organisation, erklärt Prisma Life-Verwaltungsratspräsident Helmut Posch die Neuausrichtung.

Die PrismaLife nutzt ihren Standortvorteil in Liechtenstein künftig auch für eine stärkere Internationalisierung ihres Angebots. „Von Liechtenstein aus haben wir Zugriff auf die EU-Märkte, unter anderem mit unserer starken Position in Deutschland. Wir können aber auch in der Schweiz und den anderen EFTA-Staaten Produkte anbieten“, sagt Holger Beitz, CEO der Prisma Life.

Besondere Relevanz habe dies für international mobile Arbeitnehmer. Für diese Zielgruppen erweitert die Prisma Life auch vorrangig das Angebot. Im ersten Schritt startet der Versicherer ein neues Angebot in Österreich.

Die Schweiz und weitere Länder folgen in den kommenden Monaten. Aktuell erzielt der Versicherer noch rund 95 Prozent seines Umsatzes in Deutschland. Mittelfristig sei es Ziel, rund die Hälfte des Neugeschäfts in den neuen Ländern zu erzielen.

Deutliches Wachstum mit Nettotarifen

Der Erfolg des Geschäftsjahrs 2018 beruht laut Prisma Life vor allem auf striktem Kostenmanagement und einer Trendwende im Neugeschäft. Wachstumstreiber sind die Nettotarife. Deren Anteil am Neugeschäft ist 2018 auf 75 Prozent gestiegen (2017: 66 Prozent, 2016: 50 Prozent).

Bezogen auf laufende Prämien verzeichnete die PrismaLife ein leichtes Neugeschäftswachstum von 5,3 Prozent. Die Beitragssumme im Neugeschäft stieg gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent.

Die nachhaltige Ertragskraft und die stabilen Überschüsse verbesserten auch die Solvabilität des Versicherers: Das Eigenkapital stieg um 22 Prozent auf 29,4 Mio. Euro, die Solvabilitätsquote lag zum Jahresende 2018 bei 130 Prozent — ohne Übergangsmaßnahmen. Zum Ende des zweiten Quartals 2019 erwartet die Gesellschaft einen weiteren Anstieg auf mehr als 140 Prozent.

Kapitalanlagen unter Nachhaltigkeitsaspekten neu ausgerichtet

Im Zuge der nachhaltigen Ausrichtung hat PrismaLife die Kapitalanlagen im Deckungsstock nach ESG-Kriterien neu ausgerichtet. Zum Jahresende 2018 erreichte der Deckungsstock einen ESG-Score von 73.4 Prozent. Zum Ende des ersten Quartals 2019 stieg dieser auf 75.2 Prozent.

„Weitere Optimierungen nach ESG-Kriterien setzen wir im zweiten Quartal um“, sagt Prisma Life-CFO Dr. Marco Metzler. Die Fondspalette für die Kunden umfasst neben exklusiven Strategieportfolios, kostengünstigen ETFs und sicherheitsorientierten Renten-, Geldmarkt und Garantiefonds rund 50 ausgewählte Aktienfonds unterschiedlicher Ausrichtung und 11 explizite Nachhaltigkeitsfonds.

Das Team der PrismaLife hat die neue Unternehmenskultur intensiv mit erarbeitet und die Ausrichtung nach ökologischen und sozialen Kriterien sowie einer verantwortlichen Unternehmensführung auch intern umsetzt.

Dazu gehört insbesondere ein verstärktes Engagement am Standort Liechtenstein für das Thema Bildung. Der Lebensversicherer kooperiert dazu unter anderem mit der Universität Liechtenstein. (dr)

Foto: Prisma Life

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