31. Juli 2019, 08:30
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Studie: E-Scooter kaum als günstiges Verkehrsmittel geeignet

Sie heißen Circ, Hive, Lime, Tier oder Voi und sorgen aktuell für Gesprächsstoff in deutschen Großstädten: Vermieter von E-Rollern versprechen eine neue Art der Mobilität und polarisieren: Die einen fürchten um ihre Sicherheit auf Straßen und Gehwegen. Die anderen schätzen die Freiheit und den Spaß, die ihnen E-Scooter bieten. Aber sind Miet-Scooter wirklich eine ernsthafte Alternative zu Miet-Autos, -Rollern oder -Fahrrädern?

E-Scooter in Studie: E-Scooter kaum als günstiges Verkehrsmittel geeignet

“Nein”, meint das Verbraucherforum mydealz, das für sechs deutsche Großstädte untersucht hat, wie Bewohner und Touristen möglichst günstig von A nach B kommen. Nutzern von E-Scootern rät mydealz die Kosten genau unter die Lupe zu nehmen.

Je nach Tageszeit und Verkehrsmittel gibt es bessere Alternativen als E-Scooter

Wer in Berlin am Hackeschen Markt steht und möglichst schnell zum Checkpoint Charlie kommen möchte, hat viele Möglichkeiten: Neben den eigenen Füßen, der BVG, Taxen und Fahrdiensten wie Berlkönig, Clever Shuttle und Uber bieten sich auch jeweils fünf Carsharing-Anbieter und Leih-Fahrrad-Anbieter, vier verschiedene Dienste für E-Scooter und zwei Dienste für Elektro-Roller an, die 2,8 Kilometer lange Strecke durch Berlin-Mitte zurückzulegen.

Dauer, je nach Tageszeit und Verkehrsmittel: zwischen sechs und dreißig Minuten. Kosten, je nach Fortbewegungsmittel: zwischen null und 7,48 Euro. Wer zu Fuß geht, spart naturgemäß am meisten, braucht mit dreißig Minuten aber auch am längsten.

Wer mit einem BMW i3, X1, X2 oder Mini Countryman des Carsharing-Anbieters Drivenow fährt, benötigt nur sechs Minuten, zahlt für den Komfort aber mit 7,48 Euro am meisten.

Leihfahrräder sind sicherer – und günstiger

Anbieter von E-Scootern sind vergleichsweise teuer. Zum Marktstatt Mitte Juni verlangten die Anbieter zusätzlich zu einem Euro Startgebühr noch unisono 15 Cent pro Minute. Keine sechs Wochen später haben Circ, Lime und Tier Mobility ihre Preise jedoch jeweils in einigen Städten erhöht.

Vergleichsweise humane 19 statt 15 Cent berechnet Tier Mobility nun in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München. Zwanzig Cent kassiert Circ in Frankfurt, Hamburg und München.

Und Lime geht sogar noch einen Schritt weiter: Wer einen “Lime-Roller” mietet, zahlt in Berlin, Köln und Frankfurt nun 20 Cent pro Minute, in Hamburg und München sogar 25 Cent.

Für die neun Minuten lange Fahrt vom Hackeschen Markt zum Checkpoint Charlie müssen E-Scooter-Fahrer mit Circ, Tier Mobility und Voi Scooter so 2,35 Euro und mit Lime sogar 2,80 Euro zahlen – Preise, die angesichts des Spaßfaktors vielleicht vertretbar sind, verglichen aber mit anderen Verkehrsmitteln wie den Leihfahrrädern von Next Bike recht hoch ausfallen, mit denen die Fahrt nur einen Euro kostet.

Aufpreise bis zu 150 Prozent möglich

Dass die Strecke Checkpoint Charlie-Hackescher Markt kein Einzelfall ist, zeigt ein Blick auf die übrigen dreißig Strecken in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München, für die mydealz jeweils die Fahrpreise morgens um acht Uhr, mittags um 14 Uhr und abends um sieben Uhr ermittelt hat:

In keinem dieser insgesamt neunzig Fälle wären E-Scooter das günstigste Verkehrsmittel gewesen. Mit den E-Scootern von Hive und Voi Scooter hätten Fahrer im Mittel einen Aufpreis von 150,4 Prozent gegenüber dem günstigsten Verkehrsmittel gezahlt, mit denen von Circ einen Aufpreis von 166,3 Prozent. Und bei Tier sowie Lime beliefen sich die durchschnittlichen Mehrkosten sogar auf 167,1 Prozent beziehungsweise 227,3 Prozent.

Beim günstigsten Verkehrsmittel handelte es sich ganz mehrheitlich um Leih-Fahrräder. In Berlin punktete der Bikesharing-Anbieter Nextbike in allen 15 Fällen mit den besten Preisen: Für jeweils einen Euro hätten die Tester von mydealz die 2,3 bis 6,8 Kilometer langen Strecken zurücklegen können.

Insgesamt hob sich Lidl Bike beim Test von der Konkurrenz ab. Dreißig Minuten kosteten bei Lidl Bike statt einem Euro zwar 1,50 Euro. Damit waren die Leihfahrräder des Discounters in 63 von neunzig Fällen aber noch immer das preiswerteste Verkehrsmittel.

Startgebühren machen Fahrt mit E-Scootern teuer

Dass die Top-5 der preiswertesten Anbieter von den Fahrrad-Verleihern, Nextbike (15 Bestpreise), Mobike (12 Bestpreise) sowie Donkey Republic (9 Bestpreise) und dem Carsharing-Unternehmen Sixt Share (9 Bestpreise) komplettiert wurden, ist bezeichnend:

Sie alle zeichneten sich bei der Analyse durch transparente Konditionen ohne Zusatzgebühren aus. Sixt Share und Donkey Republic berechneten ihren Kunden keine pauschale Gebühr pro Miete.

 

Seite 2: Lohnt es sich für Touristen?

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