Deutsche Akturarvereinigung warnt vor Blasenbildung bei Green Investments

Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) warnt vor den Schattenseiten ungebremster Investitionen in Green Investments. Einer immer größer werdenden Nachfrage stehe ein bisher sehr beschränktes Angebot an nachhaltigen Anlageformen gegenüber, was deren Chancen-Risiko-Profil zusehends verschlechtere. „Die Aufsicht wie die politischen Entscheidungsträger dürfen nicht zulassen, dass es zur Blasenbildung bei den Green Investments kommt“, skizziert Dr. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung, das Problem.

Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) warnt vor den Schattenseiten ungebremster Investitionen in Green Investments. Einer immer größer werdenden Nachfrage stehe ein bisher sehr beschränktes Angebot an nachhaltigen Anlageformen gegenüber, was deren Chancen-Risiko-Profil zusehends verschlechtere. „Die Aufsicht wie die politischen Entscheidungsträger dürfen nicht zulassen, dass es zur Blasenbildung bei den Green Investments kommt“, skizziert Dr. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung, das Problem.

Nach DAV-Analysen würde die Gefahr der Blasenbildung sogar noch verstärkt, wenn bei nachhaltigen Kapitalanlagen grundsätzlich geringere Risiken als bei konventionellen Investments unterstellt würden und daher für sie weniger Risikokapital vorzuhalten wäre. „Diese vielfach geäußerte politische Forderung widerspricht dem Solvency-II-Prinzip ‚same risk, same capital‘, das sich in den vergangenen Jahren bewährt hat“, erläutert Bader.

Er sieht die Gefahr, dass aus einer Blasenbildung bei den green investments neue systemische Risiken erwachsen könnten. „Welche Ansteckungsgefahr systematische Risiken für die gesamte Finanzwirtschaft haben, erleben wir seit fast zehn Jahren hautnah durch die andauernde Tiefzinssituation.“ Diese habe als weltweite Staatsschuldenkrise begonnen und sei durch die Markteingriffe der EZB zu einer Belastung für das gesamte Finanz- und Versicherungswesen herangewachsen.

Gleichwohl unterstützt die DAV ausdrücklich die Pläne der Bundesregierung, das deutsche Finanzwesen zum weltweiten Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit (ESG) auszubauen. „Wichtig ist dabei, diese zukunftsrelevante Thematik nicht nur auf Klimaschutzgesichtspunkte zu verengen, sondern auch soziale Aspekte sowie Fragen guter Governance in den Unternehmen in den Fokus zu rücken. Denn erst im Dreiklang dieser Faktoren kann nachhaltiges Handeln gelingen“, unterstreicht der DAV-Vorstandsvorsitzende Bader anlässlich der heutigen Sitzung des Sustainable-Finance-Beirats der Bundesregierung, dessen Mitglied Bader auch ist.

Um das angestrebte Ziel zu erreichen, hält der DAV eine deutliche Verbesserung der bisherigen Datenbasis notwendig. Dies betreffe vor allem Informationen über die Folgen des Klimawandels auf die Realwirtschaft und damit auf die Kapitalanlagen der Versicherer. „Durch die zusätzlichen Informationen können wir unsere Risikomodelle verbessern. Dies hat auch der Sustainable-Finance-Beirat erkannt und regt neue, einheitliche Berichtspflichten der Unternehmen sowie tiefgründige wissenschaftliche Studien an“, so Dr. Bader. (dr)

Foto: Die Stuttgarter

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