5. Februar 2020, 10:45
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Die Wettbewerber in der Gewerbeversicherung

Rund dreiviertel aller Versicherer sehen Insurtechs als die kommenden Wettbewerber im strategischen Wachstumsgeschäft Gewerbeversicherung. Insbesondere weil Sie die Kundenschnittstelle deutlich besser besetzen können. Das sind Ergebnisse einer Umfrage unter rund 80 Versicherungsvorständen und Führungskräften im Rahmen des EY Innovalue Versicherungs-Roundtables Ende 2019.

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In der Gewerbeversicherung werden sie wohl zu Konkurrenten der etablierten Versicherer – weil sie die Kundenschnittstellen deutlich besser besetzen

 

Der Versicherungsmarkt ist im Umbruch: Wettbewerber transformieren ihre Geschäftsmodelle, weitere Akteure treten in den Markt, neue Technologien entstehen und Ökosystemansätze stellen die Versicherungsbranche vor Herausforderungen.

Häufig werden Ableitungen vor allem auf das Privatkundengeschäft bezogen, doch auch das Gewerbeversicherungsgeschäft steht vor veränderten Rahmenbedingungen. Mehr als 71 Prozent der Versicherer halten InsurTechs in diesem Geschäft mittelfristig für Wettbewerber

Sie sehen InsurTechs bis Ende 2021 entweder vor allem in der Rolle als Wettbewerber mit Maklermandat (rund 40 Prozet), als Wettbewerber in Form eines Assekuradeurs (23 Prozent) oder sogar als Wettbewerber mit Zulassung als Versicherer (rund neun Prozent).

Das sind Ergebnisse einer Umfrage unter rund 80 Vorständen und Führungskräften der Versicherungsindustrie im Rahmen des EY Innovalue Versicherungs-Roundtables Ende 2019. Somit werden die im Gewerbeversicherungsgeschäft tätigen InsurTechs insbesondere an der Kundenschnittstelle vermutet.

Strategisches Potenzial im Gewerbegeschäft

Rund 89 Prozent der Versicherer halten das Gewerbegeschäft für ein strategisches Wachstumsfeld, sowohl analog als auch digital. 57,7 Prozent sind der Meinung, das Gewerbegeschäft sei eindeutig oder eher ja (30,8 Prozent) ein strategisches Wachstumsfeld.

Und nur eine kleine Minderheit sagt, das sehe sie nicht (5,8 Prozent) oder eher nicht (ca. 1,9 Prozent). Auch mit Blick auf den digitalen Abschluss im standardisierten Gewerbeversicherungsgeschäft sehen rund 82 Prozent der Versicherer sehr hohes oder hohes Wachstumspotenzial. Nur rund 15 Prozent halten es für gering und knapp vier Prozent für sehr gering.

„Aufgrund verschiedener Einflussfaktoren, wie beispielsweise des anhaltenden Drucks auf die Lebensversicherung, ist das Kompositgeschäft insgesamt hart umkämpft. Neben den Standard-Privatkundenprodukten haben die meisten Versicherer zumindest das standardisierbare Gewerbegeschäft auf ihrer Wachstums-Agenda”, sagt Julia Palte, Partner bei EY Innovalue.

Hier würden sich diejenigen durchsetzen, die neben dem Vertriebszugang und wettbewerbsfähigen Konzepten vor allem über effiziente und digitale Prozesse verfügen. Da effiziente Prozesse und die zu Grunde liegenden Technologien und erforderlichen Schnittstellen aktuell oft einer großen Baustelle gleichen, werden die Unternehmen gerade in diesem Bereich Kooperationsansätze mit potenzialstarken InsurTechs prüfen.

„Aus unserer Gewerbe-Studie von 2019 wissen wir, dass auch die digitale Beratung bei Gewerbeversicherungen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die auf Basis bzw. unter Zuhilfenahme digitaler Medien durchgeführten Beratungen haben sich innerhalb eines Jahres auf 28 Prozent mehr als verdoppelt. Die Marktveränderungen betreffen die gesamte Customer Journey von der Information bis zum Abschluss“, sagt Palte. EY Innovalue hatte für die Studie „Digitalisierung Gewerbe“ 2019 rund 500 Gewerbekunden unterschiedlicher Branchen befragt. (dr)

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