11. Februar 2020, 10:25
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Geld ist im Beruf nicht immer die treibende Kraft

Selbstständige arbeiten primär nicht für Geld. Vielmehr ist die Lust auf Neues ist treibende Kraft. Zudem haben sie eine andere Lebenseinstellung. Auch beim Thema Digitalisierung zeigen sich Selbstständige entspannter. Eine Sonderauswertung der HDI Berufe-Studie offenbart spannende Ergebnisse.

Dr-Patrick-Dahmen in Geld ist im Beruf nicht immer die treibende Kraft

Patrick Dahmen ist als Vorstandsvorsitzender der HDI Lebensversicherung AG.

Nur 17 Prozent der Selbständigen in Deutschland gehen primär wegen des Geldverdienens zur Arbeit. Unter Angestellten sind es mit 37 Prozent dagegen mehr als doppelt so viele.

Etwa sechs von zehn Selbständigen (58 Prozent) wollen auch dann noch weiter arbeiten, wenn sie finanziell ausgesorgt haben, also zum Geldverdienen nicht mehr arbeiten müssten.

Bei Angestellten sagt das nur etwa jeder Dritte (36 Prozent). Schließlich erklären Selbständige fast drei Mal häufiger als Angestellte, dass sie ihren Beruf gewählt haben, um sich selbst zu verwirklichen (36 Prozent gegenüber 10 Prozent).

Dr. Patrick Dahmen, Vorstandsvorsitzender der HDI Lebensversicherung AG: “Die HDI Berufe-Studie zeigt eindeutige Unterschiede zwischen Selbständigen und Angestellten – Selbständige haben deutlich mehr Lust auf Neues und haben mehr Spaß an der Arbeit. Nicht zuletzt auf dieser besonderen Motivation bei Selbständigen fußt der Mittelstand und die Startup-Kultur in Deutschland.”

Lust auf Neues ist treibende Kraft für Selbständige

Deutlich häufiger als Angestellte wollen Freiberufler und Unternehmer bei ihrer Berufswahl vor allem anderen ihren Interessen und Neigungen nachgehen (49 Prozent / Angestellte 30 Prozent).

Interessant: Nur ein Drittel der Selbständigen (35 Prozent) arbeitet dazu heute noch im ursprünglich erlernten Beruf. Das sind viel weniger als unter Angestellten, wo es fast jeder Zweite (47 Prozent) ist.

Als wichtigstes Motiv für den Berufswechsel geben Selbständige an, dass sie “etwas Neues” machen wollten. Mehr als die Hälfte unter ihnen sagt das (52 Prozent). Diese Lust auf Veränderung durch einen Berufswechsel ist unter Nicht-Selbständigen deutlich weniger ausgeprägt (38 Prozent).

Große Zufriedenheit als Unternehmer

Mit der Wahl ihres Berufes sind Selbständige offenbar sehr zufrieden: 80 Prozent von ihnen würden ihren heutigen Beruf wieder wählen. Unter Angestellten sagen das 69 Prozent.

Fast jeder zweite Freiberufler oder Unternehmer kann sich sogar den Wechsel in einen anderen Beruf überhaupt nicht mehr vorstellen (48 Prozent, Angestellte 35 Prozent). Und schließlich berichten acht von zehn der Selbständigen (79 Prozent), dass der Beruf ihnen Spaß macht (Angestellte 65 Prozent).

Hohes Engagement durch “selbst” und “ständig”

In puncto Mobilität sind Freiberufler und Unternehmer agiler als Angestellte. Mehr als ein Drittel unter ihnen (37 Prozent) ist bereit, den Wohnsitz für den derzeitigen Beruf zu wechseln.

Unter Angestellten sind es nur 28 Prozent. Aber es scheint auch an dem Bonmot etwas dran zu sein, dass sich Selbständigkeit aus den Begriffen “selbst” und “ständig” herleitet: 69 Prozent der Unternehmer können demnach der Aussage nicht zustimmen, dass “mein derzeitiger Beruf für mein Leben keine zentrale Rolle spielt”. Unter Angestellten in Deutschland sind es 48 Prozent.

Bemerkenswert ist vor diesem Hintergrund die Einschätzung der Selbständigen zu den gesundheitlichen Risiken ihres Berufes. Mit 30 Prozent schätzen sie im Mittel die Wahrscheinlichkeit einer berufsbedingten Erkrankung geringer ein als Angestellte (37 Prozent).

Entspannter sind sie auch beim Thema Digitalisierung: Sorge davor, dass ihr eigener Arbeitsplatz durch neue digitale Technologien verloren gehen könnte, haben nur 16 Prozent der Selbständigen, unter Angestellten sind es 23 Prozent.

Allerdings korrespondiert diese Job-Sorge auch stark mit der Einkommenshöhe. So sehen bei den Beziehern eines monatlichen Nettoeinkommens unter 2.000 Euro im Monat 24 Prozent ihren Job durch die Digitalisierung gefährdet.

Bei denen mit höherem Einkommen sind es 21 Prozent und unter Spitzenverdienern mit mehr als 5.000 Euro netto im Monat 16 Prozent.

Dahmen resümiert: “Engagement und Leidenschaft für den Beruf zeichnet die Selbständigen in Deutschland aus. Mit gleicher Intensität sollten sie aber auch ihre Absicherung der eigenen Arbeitskraft angehen. Denn anders als Angestellten fehlt ihnen regelmäßig die Unterstützung aus den gesetzlichen Systemen.” (dr)

Foto: HDI

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