6. März 2020, 23:59
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Krankenversicherung: Prämienerhöhung für Privatpatienten unwahrscheinlich

Kunden privater Krankenversicherungen müssen nach Einschätzung von Branchenexperten keine Prämienerhöhung allein wegen des Coronavirus befürchten. Die Branche sieht sich vielmehr einer anderen Bedrohung gegenüber.

Tarifwechsel-pkv in Krankenversicherung: Prämienerhöhung für Privatpatienten unwahrscheinlich

“Eine Beitragsanpassung zum 1. Januar 2021 ausschließlich aufgrund des Virus halte ich für unwahrscheinlich”, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), Guido Bader. “Die Leistungen in der PKV für Fälle der neuartigen Lungenkrankheit sind bislang noch vergleichbar mit denen einer stärkeren Grippewelle, erläuterte der Versicherungsmathematiker.

Solche Entwicklungen seien bei den Prämien eingepreist und entsprechend mit Risikokapital unterlegt. Ob die Prämien in den privaten Krankenversicherungen (PKV) möglicherweise aus anderen Gründen steigen, sei abhängig vom jeweiligen Tarif und derzeit nicht abzusehen.

Auch für Lebensversicherungen sieht Bader keine großen Risiken durch möglicherweise steigende Todesfälle wegen der Lungenkrankheit. “Diese Risiken können Lebensversicherer problemlos abdecken”, sagte Bader, der auch Vorstandsmitglied bei der Stuttgarter Lebensversicherung ist. Bei Erkrankten bis zum Alter von 60 Jahren sei die Sterblichkeitsrate nach derzeitiger Datenlage relativ moderat. Gerade jüngere Menschen haben oft eine Lebensversicherung mit Todesfallschutz. Angehörigen erhalten im Falle des Todes Geld von der Versicherung.

Ältere Menschen haben Bader zufolge dagegen vor allem private Rentenversicherungen oder eine betriebliche Altersvorsorge. Der Tod eines Versicherten mit einer derartigen Privatvorsorge belaste Versicherer nicht.

Sorgen bereitet der Branche vor allem die Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten infolge des neuartigen Coronavirus. “Die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank und möglicherweise ähnliche Schritte der EZB tun uns in der Niedrigzinsphase zusätzlich weh”, sagte Bader. “Der Anlagenotstand macht den Lebensversicherern wieder zunehmend zu schaffen.” Dies belaste die Branche stärker als ein möglicher Anstieg von Todesfällen.

In der nun schon seit Jahren anhaltenden Zinsflaute fällt es Lebensversicherern zunehmend schwer, die hohen Zusagen der Vergangenheit zu erwirtschaften. Die Folge: Die Verzinsung des Altersvorsorgeklassikers sinkt seit geraumer Zeit. Zugleich müssen die Versicherer seit 2011 Geld zurückstellen, um die hohen Versprechen der Altverträge abzusichern. Dieses Geld kann nicht an die Kunden ausgeschüttet werden. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Branchenstudie: Versicherer sehen durch Corona mehr Chancen als Herausforderungen

Die Corona-Krise hat weltweit zu einem hohen Maß an Unsicherheit geführt. Rund ein halbes Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie stellt sich zumindest für die deutsche Versicherungswirtschaft die Situation deutlich positiver dar als noch zu Beginn. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY und der V.E.R.S. Leipzig GmbH hervor. Die Gründe.

mehr ...

Immobilien

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Investmentfonds

Clartan Associés und Ethos bündeln Expertise in einem ESG-Fonds

Der unabhängige Vermögensverwalter Clartan Associés und die im Bereich der sozial-verantwortlichen Investitionen langjährig erfahrene Schweizer Ethos lancieren gemeinsam einen europäischen Nachhaltigkeitsfonds: den Clartan Ethos ESG Europe Small & Mid Cap.

mehr ...

Berater

Neue Partner: Netfonds und Germanbroker.net

Die Netfonds Gruppe stellt ihren Partnern ab sofort eine Kooperation mit dem Maklerverbund Germanbroker.net im Bereich Sach- und Personenversicherung zur Verfügung.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Negative Zinsen auch im Immobilienbereich nicht mehr ausgeschlossen”

Die Perspektiven für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sind günstig, auch wegen der weiter gesunkenen Zinsen. Dieses Bild zeichnete Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) anlässlich einer Online-Konferenz der Project Unternehmensgruppe. 

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...