Massive regionale Unterschiede bei Altersvorsorgekosten

Foto: FPSB
Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des FPSB Deutschland

Wie viel ein Anleger für einen sorgenfreien Ruhestand zurücklegen muss, hängt maßgeblich davon ab, wo er lebt. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Prognos AG im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

So unterscheiden sich die einzelnen Regionen und Wirtschaftsräume innerhalb Deutschlands im Hinblick auf ihre Wirtschafts- und somit auch Einkommensdynamik deutlich. Je höher aber die Einkommensdynamik in einer Region ist, desto höher ist das Alterseinkommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Konkret resultieren laut der Studie daraus unterschiedliche Rentenniveaus, die zwischen 43,0 und 46,6 Prozent des letzten Nettoeinkommens liegen.

Demgegenüber stehen die Lebenshaltungskosten, die in Abhängigkeit von der Wirtschaftsentwicklung je nach Stadt oder Gemeinde höher oder niedriger sind. Im Süden Deutschlands sowie in den Metropolen zum Beispiel ist das Leben für Ruheständler deutlich kostspieliger als in vielen ländlichen Regionen. So muss ein Rentner in Hamburg durchschnittlich rund 5,8 Prozent seines Einkommens sparen, um auf eine Einkommensersatzquote von 55 Prozent zu kommen. Wer in der Stadt Hagen wohnt, muss laut der Studie aber nur 3,3 Prozent zurücklegen und liegt damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 4,3 Prozent.

“Frühzeitig mit dem Sparen beginnen”

“Diese Untersuchung hebt noch einmal hervor, wie wichtig es ist, sich intensiv mit dem Thema der Altersvorsorge auseinanderzusetzen”, kommentiert Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB Deutschland) das Studienergebnis. So zeigten die Ergebnisse auch, dass Menschen, die in Metropolen leben, im Laufe ihres Lebens die Sparbeiträge, die sie zurücklegen, immer wieder nach oben anpassen müssen, während Bewohner auf dem Land tendenziell weniger zurücklegen müssen.

“Und schließlich verdeutlicht das, dass es entscheidend ist, frühzeitig mit dem Sparen zu beginnen”, so Tilmes weiter. “Wer beispielsweise erst mit 40 statt mit 30 Jahren anfängt für das Alter vorzusorgen, muss rund 60 Prozent mehr pro Jahr auf die Seite legen.”

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